Karlheinz Deschner

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Karlheinz Deschner

Karl Heinrich, gen. Karlheinz, Leopold Deschner, Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker. Er lebt in Haßfurt

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karlheinz Deschner wurde am 23. Mai 1924 in Bamberg geboren und besuchte die Volksschule am Franziskanerseminar in Dettelbach am Main. Er wohnte während seiner Gymnasiumszeit 1934-1942 im Internat „Marianum“, einer Einrichtung des Karmelitenklosters Bamberg. Nach Ablegung seines Abiturs 1942 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und wurde zuletzt Fallschirmjäger.

Nachdem die Philosophisch-theologische Hochschule Bamberg wieder eröffnet war, hörte Deschner 1946 und 1947 hier psychologische, philosophische, juristische und theologische Vorlesungen. 1947 nahm er seine Studien zur Literatur, Philosophie und Geschichte an der Universität Würzburg auf, wo er 1951 promovierte. Seine Doktorarbeit trug den Titel „ Lenaus metaphysische Verzweiflung und ihr lyrischer Ausdruck“ Sein Denken prägen die Schriften von Schopenhauer, Kant und Nietzsche.

Im Jahr seiner Promotion - 1951 - ehelichte er die geschiedene Elfi Tuch. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor.

Im Jahr 1956 erschien sein Erstlingswerk „Was halten Sie vom Christentum“, eine Zusammenfassung zeitgenössischer Beiträge von Arnold Zweig, Heinrich Böll, Max Brod, Hermann Kesten, Arno Schmidt ua.

Sein 1962 erschiene Veröffentlichung „Abermals krähte der Hahn“ wird von Seiten der Kirchenkritiker als fundiertes Standardwerk betrachtet.

Dank privater Förderung konnte er die Arbeit beginnen, die sein Lebenswerk wurde und 1986 mit dem auf 10 Bänden angesetzten Werk "Kriminalgeschichte des Christentums" begannen, veröffentlicht zu werden.

Karheinz Deschner ist wissenschaftlicher Beirat im Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten

Deschner privat

Deschner ist überzeugter Vegetarier und hat mehrmals in Interviews gesagt, wenn er noch einmal leben könnte, dann würde er seine Kraft einer noch hoffnungsloseren Thematik widmen als der Bekämpfung des Christentums – der geschundenen Kreatur, dem Tier. Doch sie stünden im Dienst einer noch notwendigeren Sache, nach seiner Überzeugung der notwendigsten überhaupt: „Wer die Kirche verlässt: ein Lichtblick für mich; wer kein Tier mehr isst: mein Bruder.“
Deschner beschrieb einmal seine Motivation zum Schreiben so: „Ich schreibe aus Feindschaft. Denn die Geschichte derer, die ich beschreibe, hat mich zu ihrem Feind gemacht“.

Werke

  • 1956 Was halten Sie vom Christenum
  • 1956 Die Nacht steht um mein Haus. Roman
  • 1957 Kitsch, Konvention und Kunst
  • 1958 Florenz ohne Sonne, Roman
  • 1962 Abermals krähte der Hahn
  • 1964 Talente, Dichter, Dilettanten. Überschätzte und unterschätzte Werke in der deutschen Gegenwart.
  • 1965 Mit Gott und den Faschisten. Der Vatikan im Bunde mit Mussolini, Franco, Hitler und Pavelić.
  • 1968 Kirche und Faschismus.
  • 1974 Das Kreuz mit der Kirche. Eine Sexualgeschichte des Christentums.
  • 1974 Kirche des Un-Heils. Argumente, um Konsequenzen zu ziehen.
  • 1981 Ein Papst reist zum Tatort.
  • 1982 Ein Jahrhundert Heilsgeschichte. Die Politik der Päpste im Zeitalter der Weltkriege.
  • 1985 Nur Lebendiges schwimmt gegen den Strom. Aphorismen.
  • 1986 Kriminalgeschichte des Christentums. Dieses ist mit insgesamt 10 Bänden geplant
Band 1: Die Frühzeit. Von den Ursprüngen im Alten Testament bis zum Tod des hl. Augustinus (430)
Band 2: Die Spätantike. Von den katholischen 'Kinderkaisern' bis zur Ausrottung der arianischen Wandalen und Ostgoten unter Justinian I. (527 - 565)
Band 3: Die Alte Kirche. Fälschung, Verdummung, Ausbeutung, Vernichtung
Band 4: Frühmittelalter. Von König Chlodwig I. (um 500) bis zum Tode Karls des Großen (814)
Band 5: 9. und 10. Jahrhundert. Von Ludwig dem Frommen (814) bis zum Tode Ottos III. (1002)
Band 6: 11. und 12. Jahrhundert. Von Kaiser Heinrich II. dem „Heiligen“ (1002) bis zum Ende des Dritten Kreuzzugs (1192)
Band 7: 13. und 14. Jahrhundert. Von Kaiser Heinrich VI. (1190) zu Kaiser Ludwig IV. dem Bayern (1347)
Band 8: 15. und 16. Jahrhundert. Vom Exil der Päpste in Avignon bis zum Augsburger Religionsfrieden
Band 9: Mitte des 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Vom Völkermord in der Neuen Welt bis zum Beginn der Aufklärung
  • 1986 Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden? Gutachten im Bochumer § 166-Prozess,
  • 1987 Opus Diaboli. Fünfzehn unversöhnliche Essays über die Arbeit im Weinberg des Herrn.
  • 1988 Der gefälschte Glaube. Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe. •
  • 1989 Dornröschenträume und Stallgeruch. Über Franken, die Landschaft meines Lebens.
  • 1991 Der Anti-Katechismus. 200 Gründe gegen die Kirchen und für die Welt (Mitverfasser: Horst Herrmann).
  • 1992 Der Moloch. „Sprecht sanft und tragt immer einen Knüppel bei euch!“ Zur Amerikanisierung der Welt.
  • 1992 Die Vertreter Gottes. Eine Geschichte der Päpste im 20. Jahrhundert.
  • 1994 Ärgernisse. Aphorismen.
  • 1994 Was ich denke. Goldmann,
  • 1995 Weltkrieg der Religionen. Der ewige Kreuzzug auf dem Balkan (mit Milan Petrović).
  • 1997 Oben ohne. Für einen götterlosen Himmel und eine priesterfreie Welt. Zweiundzwanzig Attacken, Repliken und andere starke Stücke.
  • 1998 Für einen Bissen Fleisch. Das schwärzeste aller Verbrechen.
  • 1998 Die Rhön. Heidnisches und Heiliges, Urtümlichkeit und Idyllik einer einsamen Landschaft.
  • 2000 Memento! Kleiner Denkzettel zum „Großen Bußakt“ des Papstes im Heiligen Jahr 2000.
  • 2003 Mörder machen Geschichte. Aphorismen.
  • 2003 Musik des Vergessens. Über Landschaft, Leben und Tod im Hauptwerk Hans Henny Jahnns.
  • 2007 Poeten und Schaumschläger – Von Jean Paul bis Enzensberger. 24 Aufsätze zur Literatur und Literaturkritik.

Herausgeber

  • 1957 Was halten Sie vom Christentum? 18 Antworten auf eine Umfrage.
  • 1957 Kitsch, Konvention und Kunst. Eine literarische Streitschrift.
  • 1966 Jesusbilder in theologischer Sicht.
  • 1966 Das Jahrhundert der Barbarei.
  • 1968 Wer lehrt an deutschen Universitäten?.
  • 1969 Das Christentum im Urteil seiner Gegner. In 2 Bänden.
  • 1970 Kirche und Krieg. Der christliche Weg zum Ewigen Leben. Günther
  • 1970 Warum ich aus der Kirche ausgetreten bin.
  • 1971 Der manipulierte Glaube. Eine Kritik der christlichen Dogmen.
  • 1977 Warum ich Christ/Atheist/Agnostiker bin.
  • 1990 Woran ich glaube.
  • 1999 Zwischen Kniefall und Verdammung. Robert Mächler, ein gläubiger Antichrist. Eine Auswahl aus seinem religions- und kirchenkritischen Werk.

Ehrungen

  • 1988 den Arno-Schmidt-Preis
  • 1993 den Alternativen Büchnerpreis
  • 1993 International Humanist Award der International Humanist and Ethical Union, diesen als erster Deutscher.
  • 2001 den Erwin-Fischer-Preis des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten * 2001 Ludwig-Feuerbach-Preis des Bundes für Geistesfreiheit Augsburg ausgezeichnet.
  • 2004 wurde Deschner mit dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Literaturwissenschaftler Karl Corino.
  • 2004 errichtete die Giordano Bruno Stiftung eine nach dem Autor benannten "Deschner-Preises" bekannt, welcher Personen oder Organisationen verliehen werden soll, „die in besonderem Maße zur Stärkung des säkularen, wissenschaftlichen und humanistischen Denkens und Handelns beitragen“. Erster Träger dieses Deschner-Preises - 2007 - war der britische Evolutionsbiologe Richard Dawkins, Oxford/England.
  • 2006 bekam er den Premio letterario Giordano Bruno, Mailand.
  • 2006 wurde er zum Mitglied der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Abteilung für Geschichtswissenschaft) gewählt.

Siehe auch

Weblinks

  • Karlheinz Deschner - Wikipedia
  • Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten - Wikipedia
  • Bund für Geistesfreiheit - Wikipedia
  • Humanistischer Verband Deutschlands - Wikipedia
  • giordano-bruno-stiftung-[1]