Kasematten

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kasematten der Nürnberger Kaiserburg

Die Kasematten sind historische Verteidigungsgänge unterhalb der Nürnberger Kaiserburg. Auf der Burg geht es nahe des Rosengartens durch ein Tor steil treppab, hier beginnen die Kasematten. Diese mussten ihren Zweck aber nie ernsthaft erfüllen: Es gab keine richtigen Kämpfe um die Burg, Nürnberg hat sich fast immer freigekauft.

Einst wurden Nürnberger Bürger durch Frondienste dazu gezwungen, die Verteidigungsgänge zu bauen. Doch mit geringer Arbeitsmoral und hohem Alkoholkonsum erreichten sie, dass die Stadtherren sich Sorgen um die Qualität der Bauarbeiten machten. Also wurden für die Kasematten schließlich doch Handwerker engagiert.

Die Gänge haben meist Wände aus Sandstein, mitunter wurden sie auch einfach in den Burgfels geschlagen. Um die Böden aufzufüllen, wurde stellenweise auch Erde von aufgelösten Friedhöfen verwendet. Mit der offiziellen Anordnung, die „Beinlein“ gut abzudecken. Eher niedlich klingt dagegen die Bezeichnung von einzelnen Gefechtsposten: „Hakenbüchsen in Hosenscharten“ sollten Nürnberg schützen. Bei der Hakenbüchse handelt es sich um einen Vorläufer der Muskete. Und weil dieses Gewehr einen gewaltigen Rückstoß hatte, wurde es mit Haken an einer Maueröffnung eingehängt, die man dann als Hosenscharte bezeichnete.

Durch eine steile Verbindungstreppe gelangt man vom unterirdischen Teil der Verteidigungsgängen hinunter zu Wasserstollen. Dieses System zur Gewinnung und Weiterleitung von Wasser ist auch unter der Bezeichnung Lochwasserleitung bekannt.