Kurt Albert

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Kurt Albert (* 28. Januar 1954 in Nürnberg ; † 28.09.2010 in Erlangen) war ein Kletterer, Bergsteiger und Fotograf.

Bergsteiger Kurt Albert

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kurt Albert kam über die katholische Jugend zum Klettern. Der Pfarrer lockte die Jungs damals zum Felsen, und die Faszination für das „Abenteuer Klettern“ ist bis heute ungebrochen geblieben. Seine ersten alpinen Routen bestand Kurt bereits mit 16 Jahren mit der Torre Trieste Südwestwand in den Dolomiten und der Livanos Verschneidung an der Cima su Alto. In den nächsten Jahren folgten die großen Klassiker Walker Pfeiler am Grand Jorasses, die Hemming-Robbins Route an der Petit Dru Westwand und die Eiger Nordwand.

Die erste Reise ins Elbsandsteingebirge fand 1973 statt. Beeindruckt von den wunderbaren Kletterrouten und dem hohen Leistungsstand der sächsischen Kletterer erkannte Kurt einen neuen Kletterstil geprägt von dem strengen Richtlinien für dortige Kletterer. Dagegen wurde in Franken noch ausschließlich technisch und mit Fiffi geklettert.

Dies war die Geburtsstunde des Rotpunktkletterns. Kurt und seine Freunde malten an alle Touren, die ohne Haken als Fortbewegungen geklettert wurden, einen roten Punkt an den Einstieg.

Nach einem Trip ins Yosemite Valley 1977 begannen Kurt und seine Freunde richtiges Training für den Klettersport zu absolvieren.

Zu dieser Zeit zog auch der Pfälzer Wolfgang Güllich nach Franken, mit dem Kurt in den folgenden Jahren nicht nur die Wohnung, sondern auch das Kletterseil teilte. Diese außerordentliche Seilschaft sollte in den nächsten Jahren die Leistungsgrenze im Frankenjura weit nach oben verschieben.

Mit den Routen Helmut-Albrecht Gedenkweg und Bückling gelang 1980 der Durchbruch zum neunten Grad. Weitere Routen wie Sautanz, Humbug und der Klassiker Magnet untermauerten 1981 diesen Schwierigkeitsgrad.

Nachdem Kurt mit dem unteren zehnten Grad seine Leistungsgrenze erreicht hatte, unternahm er 1988 seine erste Expedition ins Karakorum, zu der ihn Hartmut Münchenbach eingeladen hatte. Bei Expeditionen kam es dann auch zu dem Gedanken "by fair means", was bedeutet, dass die Expeditionsteilnehmer den mühseligen Zugang ohne Hilfe von Trägern, Flugzeugen oder anderen Hilfsmitteln bewältigen.

Am 26. September 2010 stürzte Kurt Albert im Höhenglücksteig bei Hirschbach 18 m in die Tiefe und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu, denen er am Abend des 28. September 2010 im Uni-Klinikum Erlangen erlag.

Berühmte Erstbegehungen

Frankenjura

  • 1974 Sarg, Norisbabawand (6+ UIAA)
  • 1975 Adolf-Rott-Ged. Weg, Streitberger Schild (6+ UIAA) Erste Route die mit einem Punkt markiert wurde.
  • 1976 Frankenschnellweg, Rodenstein (7+ UIAA)
  • 1977 Die Gelbe, Matterhornwand (7+ UIAA)
Osterweg, Kastlwand (8- UIAA)
Der Exorzist, Kastlwand (8- UIAA)
  • 1979 Dampfhammer, Waißenstein (8 UIAA)
  • 1980 Rubberneck, Richard Wagnser Fels (8+ UIAA)
  • 1981 Sautanz, Obere Gößweinsteiner Wände (9- UIAA)
  • 1982 Magnet, Richard Wagnser Fels (9 UIAA)

free Solo

  • 1979 Devil's Crack, Röthelfels (7 UIAA)
  • 1986 Fight Gravity, Richard Wagnser Fels (8+ UIAA)
  • 1987 Rubberneck, Richard Wagnser Fels (8+ UIAA)
  • 1988 Courage Fouyons, Buoux Frankreich (7b)

alpine Routen

  • 1981 Locker vom Hocker, Wetterstein in Österreich (8-)
  • 1987 Hasse-Brandler, Große Zinne in Italien (8+)
Schweizerdach, Westl. Zinne in Italien (9-)
  • 1988 Slowenführe, Nameless-Tower im Karakorum (8+)
  • 1989 Ethernal Flame, Nameless-Tower im Karakorum (9-/A1)
  • 1991 Riders on the Storm, Central Tower of Paine in Patagonien (9/A2)
Moby Dick, Fitz Roy in Grönland (9+/A1)
Royal Flash, Fitz Roy in Grönland (9)


Bildergalerien

Veröffentlichungen

  • Kurt Albert unter Mitwirkung von Christian Lüke, Timo Marschner und Martin Schepers: Fight Gravity. Klettern im Frankenjura. Korb: tmms-Verlag, 2005, 208 S., ISBN 3-930650-15-0
  • Kurt Albert und Hannes Huch: Fight gravity: Klettern im Frankenjura. Elektronische Ressource: 1 DVD-Video; 12 cm. Korb: tmms-Verlag, 2005, ISBN 3-930650-16-9

Literatur

Siehe auch

Weblinks


Einzelnachweise und Anmerkungen