Laufamholz
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Laufamholz mit Rehhof, Hammer, Ober- und Unterbürg und Freiland ist heute ein östlicher Stadtteil Nürnbergs. Bis 1938 war es ein eigenständiges Kommunalwesen von etwa 26 ha Größe, 345 Häusern und 2.238 Einwohnern.
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Geschichte
- Am 27. Januar 1256 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Brüder Ulricus und Heinricus de Lauffenholtz in einer Kaufurkunde des Klosters Kastl. Sie nannten sich von Lauffenholtz nach der auf dem „Holz“ oberhalb der „Loufe“ - dem „Wald an der Stromschnelle der Pegnitz“ – errichteten befestigten Burg Unterbürg. Der Name Lauffenholtz wird für das südöstlich der Burg entstehende Dorf übernommen.
- 1296 erfolgt ein erster Hinweis auf Laufamholz auf das Dorf. Nach Rodungen im 14. Jahrhundert bewirtschaften die Bauern die Höfe als Erbzinslehennehmer für die Eigenherrschaften der Herren von Lauffenholtz ; nach dem 16. Jahrhundert folgen die Nürnberger Patrizier von Löffelholz, von Holzschuher und von Praun als Lehensgeber und Patrimonialgerichtsherren.
- 1492 wird Laufamholz als eines der zahlreichen Zeidelgüter im Lorenzer Reichswald genannt. Die beiden Markgrafenkriege von 1449 und 1552 sowie der 30-jährige Krieg ziehen das Dorf in Mitleidenschaft. Bis zum Jahre 1648 überlebt nur 2/3 der Bewohner den Krieg.
- Ab 1846 werden die Höfe freieigener Besitz von 4 Bauern, 28 Köbler- und 6 Söldengütlern.
- 1900 hat Laufamholz 1023 Einwohner. Während des 2. Weltkrieges - insbesondere am 28./29. August 1943 – Verluste und Schäden durch unter Bombenangriffe; 70% der Gebäude werden zerstört.
- 1972 kommt der Ortsteil Freiland von Schwaig zu Laufamholz. Im 750-jährigen Jubiläumsjahr 2006 hat Laufamholz 7811 Einwohner.
Sehenswürdigkeiten
- Moritzbergstraße 50/52
Ursprünglich stand hier das Bauernhaus des damaligen Zeidelhofes. Den zweigeschossigen Sandsteinquaderbau mit Volutengiebeln, später auch Schloss genannt und die Sandsteinmauer lässt Medicinae Practicus Johann Pfann 1724 neu errichten. Räume und Treppenhaus weisen eine barocke Ausstattung aus. Seit 1834 im Besitz des bayerischen Staates; jetzt Forstbetriebsgebäude.
- Unterbürg
Burg der Herren von Lauffenholtz. Der Turm aus dem 12. Jahrhundert ist der älteste Teil. Nach den Grolands residiert die Patrizierfamilie Derrer 250 Jahre auf Unterbürg. Anton Derrer baut 1498 die Marienkapelle nahe der Unterbürg. Das Schloss wird zuletzt 1885 im Stil der Neugotik umgebaut.
- Oberbürg
1526 von einem Wirtschaftshof wird Oberbürg von Hans Groland zu einer befestigten Anlage umgebaut. 1628 Ausbau der Burg zu einem Renaissanceschloss mit Flügelbauten, Tortürmen und Vorhof. 1700 barockes Wasserschloss - 1943 zerstört. Eigentümerin N-ERgie sichert Ruine des Schlosses.
1372 entsteht eine Mahlmühle und 1492 der Bau einer Schleifmühle - Beginn der Messingproduktion. Nach dem 30-jährigen Krieg entsteht der Großteil der heute vorhandenen Gebäude. 1681 Blattmetallwerk zur Herstellung von Bunt- und Edelmetallen und soziale Einrichtungen für die Mitarbeiter; erste private Schule. Ab 1846 Walzwerk für Messing- und Rauschgoldfolien; weltweiter Export nach Indien und in den Orient. Mit 31 Arbeitern größter industrieller Betrieb im Nürnberger Raum. In der Mitte steht die Nachbildung eines Obelisken mit ägyptischen Hieroglyphen. Zerstört im 2. Weltkrieg und Ende der Produktion. Familie von Forster verkauft das im Wasserschutzgebiet liegende Hammer 1977 an N-Ergie. Ruine des Herrschaftshauses wird gesichert, weitere Gebäude saniert. Im Uhrenhaus richtet der Vorstadtverein Nürnberg-Laufamholz eine Ausstellung zur Geschichte von Laufamholz ein (Öffnung April-Oktober sonntags 14-18 Uhr).
Name weist auf einen früheren Vogelherd und Bauernhof (zerstört 1943) hin. Ab 1992 Neubaugebiet mit 1000 Wohneinheiten und einer S-Bahnstation. Die Straßen erhalten alte Laufamholzer Flurnamen.
Quelle: Vorstadtverein Nürnberg – Laufamholz / B. Hussennether
Literatur
- Ansgar Wittek: Der Nürnberger Vorort Laufamholz. Herrensitz, Bauerndorf, Stadtteil mit dem mittelalterlichen Fabrikort Hammer. Hrsg.: Vorstadtverein Nürnberg-Laufamholz e.V. - Nürnberg-Laufamholz: Vorstadtverein, 1984, 240 S.
- Gustav Voit: Laufamholz. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - im Netz
- Uschi Aßfalg: Laufamholz gehört seit 70 Jahren zum Stadtgebiet. Ein Vorort mit Dorfcharakter. In: Nürnberger Zeitung Nr. 200 vom 27. August 2008, S. 11 - NZ
Siehe auch
Weblinks
- Laufamholz - Wikipedia
- Vorstadtverein Nürnberg-Laufamholz - im Netz
- Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft - im Netz
- Industriegut Hammer - nuernberginfos.de
