Lebenshilfe Nürnberg

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Lebenshilfe Nürnberg
Vereinstyp e.V.
Sitz Nürnberg
Gründungsjahr 1958
Vorstand Vorstandsvorsitzender: Horst Schmidbauer
Geschäftsführer: André Deraëd
Adresse Fürther Straße 212
90429 Nürnberg
Website http://www.lhnbg.de


Die Lebenshilfe ist eine Selbsthilfe-Vereinigung und ein Eltern-, Fach- und Trägerverband für Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Familien. Die Geschäftsstelle der Lebenshilfe Nürnberg hat ihren Sitz in der Fürther Straße.

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Briefmarke zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Lebenshilfe wurde am 23. November 1958 in Marburg von betroffenen Eltern und Fachleuten als Bundesvereinigung Lebenshilfe gegründet.

Einer der wichtigsten Initiatoren ist der niederländische Verbindungsoffizier Tom Mutters[1], der sich im Auftrag des UN-Hochkomissars für Flüchtlinge im Philipps-Hospital in Goddelau um Kinder mit schwerer geistiger Behinderung von verschleppten Personen, Flüchtlingsfamilien und KZ-Überlebende kümmerte. Bereits zehn Jahre später hatte der Verein knapp 38.000 Mitglieder und über 300 Orts- und Kreisverbände.

2011 umfasst die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. 523 Orts- und Kreisvereinigungen sowie 16 Landesverbände. Jede der einzelnen Vereinigungen ist rechtlich eigenständig. Weitere Mitglieder gemäß der Satzung sind kooperative und außerordentliche Mitgliedsorganisationen. Insgesamt 135.000 Menschen sind in der Bundesvereinigung Lebenshilfe organisiert.

Überblick

Zu den Mitgliedern der Lebenshilfe zählen Menschen mit Behinderung, deren Eltern und Angehörige, Mitarbeiter in Einrichtungen und andere Fachleute, ehrenamtlich engagierte Helfer, Freunde und Förderer sowie Einrichtungen, andere Vereine und Gemeinden. Die Hauptsponsoren der Lebenshilfe sind die HypoVereinsbank und die private Förderorganisation Aktion Mensch.

Zu den Interessen der Lebenshilfe gehört es, die Rechte und Wünsche der Einzelnen zu erkennen und zu fördern.

Das Prinzip der Lebenshilfe heißt Inklusion. Das bedeutet, dass behinderte Menschen einbezogen und dazugehörig sind. Lebensqualität soll durch gleichberechtigte Teilhabe geschaffen werden. Alle Menschen, egal welcher Herkunft und mit oder ohne Behinderung, sind in dem alltäglichen System selbstverständlich.

Diese Ziele des Grundsatzprogramms gilt für alle beteiligten Orts- und Kreisvereinigungen mit allen Diensten und Einrichtungen, die Landesverbände und die Bundesvereinigung.

Einrichtungen

Die zahlreichen Einrichtungen sind in unterschiedliche Bereiche unterteilt:

  • Frühförderung
  • Schule und Hort
  • Tagesstätten in Schulen
  • Fahrdienst
  • Wohnangebote
  • Tagesstätten für erwachsene Menschen
  • Betreuung
  • Werkstätten
  • Integrationsfirmen
  • offene Behindertenarbeit

Familien-entlastender Dienst (OBA)

Der Familien-entlastende Dienst bietet Rat und Unterstützung und mehr Entlastung und Freiraum für Eltern und Angehörige von Behinderten.

Es werden qualifizierte Mitarbeiter vermittelt. Darunter zählen angehende Sozialpädagogen und Heilerziehungspfleger. Diese übernehmen die Betreuung, die Pflege und Begleitung der pflegebedürftigen Familienangehörigen. Die Selbstständigkeit von Menschen mit Behinderung wird unterstützt.

Medizinisch-therapeutischer Fachdienst

Durch den medizinisch-therapeutischen Fachdienst werden Kinder und Jugendliche behandelt, die motorische und sprachliche Auffälligkeiten, Wahrnehmungsstörungen und Entwicklungsverzögerungen haben. Den Kindern wird Freude am Handeln, Spaß an Bewegung, Rhythmus und Sprache vermittelt. Im Vordergrund steht dabei das Fördern und Unterstützen vorhandener Fähigkeiten, um die Schwächen positiv zu beeinflussen.

Psychologischer Fachdienst

Der Psychologische Fachdienst ist ein Angebot für Eltern, Kinder und Erwachsene mit Behinderung und für Mitarbeiter der Lebenshilfe. Es wird eine Beratung bei Erziehungs- und Familienproblemen geboten, sowie diagnostische Abklärung von Förderbedarf und Förderplanung. Es gibt psychotherapeutische Hilfen und Supervision.

Sozialpädagogischer Fachdienst

Der Sozialpädagogische Fachdienst bietet Informationen über behinderten spezifische Hilfen, z.B. Schwerbehindertenausweis, Pflegegeld, Grundsicherung und Betreuung. Es gibt Ansprechpartner/-innen bei Fragen zur Erziehung und zur Entwicklung des Kindes. Für Eltern gibt es eine Elternbegleitung, d.h. eine festgelegte Anzahl von Terminen mit vereinbarten Gesprächsinhalten. Noch dazu besteht die Möglichkeit Elterngesprächsgruppen zu besuchen.

Betreuungsverein

Der Betreuungsverein bietet professionelle Betreuungsführung, Informationen zur gesetzlichen Betreuung, Beratung, Begleitung und Fortbildung von ehrenamtlichen und gesetzlichen Betreuern und Informationen zur Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.

Beratung (OBA)

Die Beratung ist seit über 20 Jahren ein bestehendes Angebot der OBA der Lebenshilfe. Die Beratung bietet Rat und Unterstützung bei allen persönlichen, sozialen und rechtlichen Fragen und Themen, die im Zusammenhang mit einer Behinderung stehen. Bei Kontakten mit Behörden und anderen Organisationen wird Unterstützung oder persönliche Begleitung angeboten und es gibt Hilfestellungen bei der Suche nach Fachberatung (z.B. Rechtsberatung).

Frühförderung

Auf die Angebote der Frühförderung haben Familien mit entwicklungsverzögerten oder behinderten Kindern Anspruch. Die Frühförderung kann entweder ambulant in den Räumen der Frühförderung oder mobil zu Hause durchgeführt werden.

Ambulant Begleitetes Wohnen (ABW)

Das Ambulante begleitete Wohnen unterstützt Menschen mit Behinderungen, die in einer eigenen Wohnung leben.

Fahrdienst

Durch den Fahrdienst der Lebenshilfe werden etwa 700 behinderte Kinder und Jugendliche, sowie erwachsene Fahrgäste an ihren Ausbildungs- und Arbeitsplatz und wieder nach Hause befördert.

Kindergarten Regenbogen

Kindergarten Regenbogen

Der integrative Kindergarten Regenbogen ist eine Einrichtung mit zwei Kindergruppen im Stadtteil Schniegling in Nürnberg. Er bietet Platz für bis zu 35 Kindern, davon sind zehn Plätze für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf vorgesehen. Die „Akzeptanz der Vielfalt“ ist Grundlage der pädagogischen Arbeit.

Kindertageseinrichtung Tillypark

Die integrative Kita Bärenstark bietet in 4 Kindergartengruppen Platz für bis zu 100 Kinder im Vorschulalter. Noch dazu gibt es in 2 Krippengruppen Platz für bis zu 24 Kinder im Kleinkindalter. Insgesamt 24 Plätze sind für Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf vorgesehen. Ziel der Einrichtung ist es, durch eine inklusive, ganzheitliche Pädagogik, individuelle Förderung und Entwicklungsbegleitung für jedes Kinder zu ermöglichen. Die Tagesstätte wird in gemeinsamer Trägerschaft von der Lebenshilfe Nürnberg und der Diakonie Neuendettelsau betrieben.

Heilpädagogischer Kindergarten (SVE)

Der Heilpädagogische Kindergarten Jakob Muth bietet ein gemeinsames Angebot von schul- vorbereitender Einrichtung am Vormittag und heilpädagogischer Tagesstätte am Nachmittag.

Jakob-Muth-Hort

Der Jakob-Muth-Hort betreut vorwiegend Schüler und Schülerinnen, die in der Dunantschule die intensiv-kooperierende Klassen besuchen.

Jakob-Muth-Tagesstätte

Die Jakob-Muth-Tagesstätte ist eine Einrichtung für entwicklungsverzögerte und geistig behinderte Kinder und Jugendliche. Die Gruppen sind klein gehalten und haben bei 8 bis 10 Plätzen jeweils eine pädagogische Fachkraft und eine qualifizierte Zweitkraft.

Tagesstätte Merianstraße

Die Tagesstätte Merianstraße an der Hegelschule ist eine heilpädagogische Einrichtung. Dort werden Kinder und Jugendliche, die die staatliche Förderschule Schule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung besuchen, betreut und gefördert. Es wird eine ganztägige Betreuung angeboten.

Jakob-Muth-Schule

Die Jakob-Muth-Schule hat sich zum Ziel gesetzt, ein differenziertes Angebot des gemeinsamen Lernens von Kindern und Jugendlichen ohne und mit (geistiger) Behinderung zu entwickeln.

Freizeit – Urlaub – Bildung (FUBB)

Seit Anfang 2010 ist der Bereich Freizeit, Urlaub, Bildung und Begegnung (FUBB) ein stetig wachsendes Aufgabengebiet der Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Lebenshilfe Nürnberg. Durch ein vielseitiges Angebot sollen Menschen mit Behinderung an Freizeit und Kultur selbstbestimmt teilhaben können.

Pegnitz-Werkstätten

1994 wurden die Pegnitz-Werkstätten gegründet. Sie befinden sich im Nürnberger Westen auf dem ehemaligen Triumph-Adler-Gelände und sind eine gemeinnützige Gesellschaft. Derzeitig werden 172 Menschen mit Behinderung in unterschiedlichen Arbeitsbereichen oder im Berufsbildungsbereich beschäftigt. Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist eine Einrichtung bei der Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilhaben können.

Tagesstätte für Menschen mit Autismus

Das Ziel der Tagesstätte ist es, Menschen mit Autismus entsprechend ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten zu fördern, ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene Vorstellungen vom Leben entwickeln zu können und in gleichberechtigte Auseinandersetzung mit anderen Menschen zu gehen.

Wohnheime

Die Wohnheime der Lebenshilfe sind für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie sollen ermöglichen, dass jeder so normal wie möglich leben kann und dabei jede nötige Hilfe bekommt. Es gibt folgende Wohnmöglichkeiten:

  • Wohnheim Waldaustraße mit 49 Plätzen für erwachsene Menschen mit Behinderung
Waldaustraße 15 in Nürnberg-Schweinau
  • Wohnheim Langseestraße mit 39 Plätzen für erwachsene Menschen mit Behinderung
Langseestraße 3 in Nürnberg-Mögeldorf
  • Wohnstätte Müllnerstraße mit 16 Plätzen für erwachsene Menschen mit Behinderung
Müllnerstraße 37 in Nürnberg-Gostenhof

Kurzzeitunterbringung (KZU)

Das Angebot der Kurzzeitunterbringung kann von Menschen mit Behinderung als kurzzeitige Unterbringung in Anspruch genommen werden, wenn die Betreuungsperson verhindert ist. Die Möglichkeit dazu besteht in den Wohnheimen Waldaustraße und Langseestraße.

Tagesstrukturierende Maßnahmen (TSM)

Die TSM schaffen für Menschen mit Behinderung, deren Arbeit wegfällt, Bereiche, die eine neue Tagesstruktur mit sinnvollen Anregung zur Gestaltung und Bewältigung des neuen Lebensabschnittes bieten.

Kontaktinformationen

Lebenshilfe Nürnberg
Fürther Straße 212 / D1
90429 Nürnberg

Telefon: 0911 58793-0
Fax: 0911 58793-555
E-Mail: info@lhnbg.de

<googlemap lat="49.459828" lon="11.034721" zoom="17"> 49.45971, 11.03472, Fürther Straße 212, Nürnberg (Mfr.)</googlemap> Geschäftsstelle

Imagefilm

Imagefilmder Lebenshilfe Nürnberg zum 50-jährigen Jubiläum

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Lebenshilfe Hattingen: Tom Mutters