Lochwasserleitung

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Hinter dem Begriff Lochwasserleitung verbergen sich begehbare unterirdische Stollen zur Gewinnung und Weiterleitung von Wasser. Sie befinden sich unterhalb des Nürnberger Burgberges und verlaufen in Richtung Hauptmarkt.

Die Stollen wurden einst auch „geheime Gänge“ genannt: Nürnbergs Feinde sollten nichts über dieses Wegenetz unter der Stadt erfahren. Deshalb durften auch nur wenige Nürnberger selbst deren Lage wissen. Wer dort unten arbeitete, musste einst einen Eid auf die Geheimhaltung schwören.

Die insgesamt rund zwei Kilometer langen Felsengänge der Lochwasserleitung befinden sich bis zu sechs Meter tief unter dem Straßenniveau. In schmalen Rinnen lief hier im Mittelalter das Wasser entlang. Wann mit dem Bau dieser aus dem Fels geschlagenen Gänge begonnen wurde, ist nicht bekannt. Aber schon im Jahre 1459 beschreibt der "Röhrenmeister Scharpf“ die damals bereits bestehende Lochwasserleitung.

Oberhalb der Lochwasserleitung befinden sich die Kasematten, Gefechtsgänge für die Verteidigung der Kaiserburg. An die Stollen der Lochwasserleitung grenzen wiederum die Nürnberger Felsenkeller an. Diese dienten einst der Lagerung von Bier und anderen wärmeempfindlichen Lebensmitteln. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Felsenkeller zu Luftschutzanlagen umfunktioniert.