Ludwig Erhard

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Erhard auf der Fürther Kirchweih im Jahr 1953.
Der deutsche Politiker Ludwig Erhard (* 4. Februar 1887 in Fürth, † 5. Mai 1977 in Bonn) gilt als „Vater des Wirtschaftswunders“. Er war von 1949 bis 1963 Bundesminister für Wirtschaft, von 1963 bis 1966 Bundeskanzler und 1966 bis 1967 CDU-Bundesvorsitzender.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Der Sohn eines Einzelhandelskaufmannes absolvierte ab 1913 eine Lehre im kaufmännischen Bereich. Er nahm als Soldat am I. Weltkrieg teil und wurde bei Ypern schwer verwundet.

Nach dem Weltkrieg studierte Erhard an der Handelshochschule Nürnberg (1919 bis 1922), das er als Diplom-Kaufmann beendete. Danach studierte er Betriebswirtschaftslehre und Soziologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Promotion trug den Titel „Wesen und Inhalt der Werteinheit“.

Von 1928 bis 1942 arbeitete er am „Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware“, das er am Ende stellvertretend leitete. Von 1942 bis 1945 leitete er das von ihm gegründete Institut für Industrieforschung. Seine Intitiative zur Durchführung eines „Absatzwirtschaftlicher Kurses“ im Jahr 1935 war ein Grundstein für die Gründung der Nürnberger Akademie für Absatzwirtschaft und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Nach dem II. Weltkrieg gelangte Erhard relativ rasch in hohe politische Ämter, da er sich als anerkannter Wirtschaftsexperte empfohlen hatte. Zuerst war er Wirtschaftsreferent in Fürth, bevor er von der amerikanischen Militärregierung zum bayerischen Wirtschaftsminister berufen wurde. Eine seiner wichtigsten Aufgaben war danach die Vorbereitung der Währungreform.

Der damit verbundene Aufschwung nach anfänglichen Unstimmigkeiten wurde als „Wirtschaftswunder“ bezeichnet und vor Erhard begleitet. Als Politiker prägte und formte er vor allem das Modell der „Sozialen Marktwirtschaft“.

Nach der Bundestagswahl 1949 wurde Erhard als Bundesminister für Wirtschaft in die Regierung berufen. Nach der Bundestagswahl 1957 stieg er zum Stellvertreter des Bundeskanzlers auf. Nach Adenauers Rücktritt wurde Erhard im Oktober 1963 zum Bundeskanzler gewählt. Für seinen Regierungsstil, der weniger eindeutig war als seine Wirtschaftspolitik, wurde er wiederholt kritisiert. 1966 kam es schließlich wegen Auseinandersetzungen über die Finanzpolitik zum Bruch der Koalition mit der FDP. Erhards Nachfolger als Kanzler war Kurt Kiesinger, der in einer Großen Koalition mit der SPD regierte. Erhard erhielt sich aber auch weiterhin seinen Ruf als international anerkannter Wirtschaftsexperte und „Vater des Wirtschaftswunders“.

Die Stadt Fürth will den „Vater der sozialen Marktwirtschaft“ besonders ehren, indem sie in seinem Fürther Geburtshaus ein Dokumentations-, Begegnungs- und Forschungszentrum einrichtet.

Literatur

Ehrungen

In folgenden fränkischen Orten sind Straßen nach Ludwig Erhard benannt:

Weblinks