Luitpoldhalle

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  • Stadtlexikon Nürnberg Der folgende Abschnitt stammt aus dem von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres herausgegebenen Stadtlexikon des Stadtarchivs Nürnberg, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht bearbeitbar. Weitere Abschnitte zu diesem Thema sind aber durchaus erwünscht.

Die Luitpoldhalle wurde ursprünglich als große Maschinenhalle zur Bayerischen Landes-Gewerbe-Industrie- und Kunstausstellung 1906 errichtet, blieb die Halle als einziges Bauwerk nach dem Ende der Schau und der Umgestaltung des Areals zum Luitpoldhain erhalten und wurde fortan als Luitpoldhalle oder auch „Festhalle“ bezeichnet. Die Nationalsozialisten nutzten das Gebäude bei ihren Reichsparteitagen 1927 und 1929 als Unterkunftsmöglichkeit. Nach 1933 fanden in dieser Halle während der Parteitage die sogenannten Kongresse statt (daraus abgeleitet und als Abgrenzung zur Kongresshalle auch die Bezeichnung „Alte Kongresshalle“). Das funktionale, am Jugendstil orientierte Technikgebäude lief der NS-Ästhetik zuwider. Mit dem Ausbau der Luitpoldarena erhielt die Luitpoldhalle 1935 monumentale Vorbauten. Albert Speer veränderte den Charakter des Gebäudes völlig. Das lichtspendende Glasdach verschwand, die Fassaden ließ er mit Muschelkalkstein im neoklassizistischen NS-Monumentalstil verkleiden. Tücher und Bänder sorgten im Inneren an der Decke für eine schwülstige Dekoration. Die Eisenpfeiler waren rot bespannt. Rund 16.000 Personen fanden in dem Gebäude Platz. Bis 1938 diente die Luitpoldhalle während der Parteitage als Versammlungsort. In den letzten Kriegstagen brannte das Gebäude nach einem Luftangriff aus. Die Ruine wurde nach 1945 abgerissen. (Reichsparteitagsgelände)
Autor: Dr. Siegfried Zelnhefer

Quellen:
Stadtlexikon Nürnberg

Literatur:

Centrum Industriekultur (Hrsg.), Kulissen der Gewalt, München 1992.