Marco Wittmann

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Rennfahrer Marco Wittmann
©: Roland Fengler/NZ

Marco Wittmann ist Rennfahrer. Er wurde am 24.11.1989 geboren.


Karriere

Er absolviert eine Ausbildung zum Karosseriebauer.

Marco Wittmann begann mit sechs Jahren mit Kartfahren. Von dort wechselte er direkt ins Cockpit eines Formel-BMW-Rennwagens. In der Saison 2007 fuhr er als Rookie in der Formel BMW Deutschland.

Sein Vorbild ist Alessandro Zanardi. Er wird gemanagt von Willi Weber, Manager der lebenden Formel-1-Legende Michael Schumacher.


Erfolge

Marco Wittmann wurde 2004 Junioren-Kartmeister und 2006 Sieger beim Asia Pacific Cup und in der Margutti Trophy. 2007 wurde er Vizemeister (???????) der Deutschen Kart-Meisterschaft. In der Formel BMW Deutschland wurde er 2007 Gesamt-Fünfter, in der Rookie-Wertung belegte er Platz zwei.


Privat

Marco Wittmann hat einen Bruder (Nico).


Artikel aus der Nürnberger Zeitung

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Marco Wittmann aus Markt Erlbach mischt die Formel BMW auf

Zielstrebig auf der Überholspur'


Von Melanie Bachhuber

NÜRNBERG — Marco Wittmann überlegt. Er überlegt lange. Welche Schwächen er habe, lautete die Frage. „Da fällt mir eigentlich gar nichts ein“, sagt er dann. Das ist nicht überheblich gemeint. Er ist einfach selbstbewusst, der 17-jährige Rennfahrer aus Markt Erlbach, und er versucht, wahrheitsgemäß zu antworten. Schließlich fällt ihm doch etwas ein: „Vielleicht bin ich zu ehrgeizig. Ich will manchmal ein bisschen zu viel. Aber ich glaube, so muss man sein, wenn man Erfolg haben will.“ Erst seit dieser Saison fährt Marco Wittmann in der Formel BMW und stand bereits dreimal auf dem Podium; insgesamt belegt er derzeit Platz zwei. „Da erwartet man schon, dass demnächst ein Sieg kommt“, sagt er und betont, dass es jetzt auch sein Ziel sei, Meister zu werden. Klar. Eigentlich ist es kein Wunder, dass Marco Wittmann das Rennfahren im Blut hat: Vater Herbert begeisterte sich für den Kartsport, Großvater und Onkel fuhren Bergrennen. Mit sechs Jahren saß Marco erstmals im Kart. „Schon früher habe ich meinen Vater begleitet, und mir hat’s gefallen. Da wollte ich auch selbst fahren.“ Und wie er fuhr: 2004 wurde er deutscher Junioren-Kart-Meister, 2006 Fünfter bei der ICA EM und Sieger des Asia Pacific Cup in Suzuka. Da wurde kein Geringerer als Willi Weber, Manager von Michael Schumacher, auf ihn aufmerksam. „Zum Glück“, sagt Vater Herbert Wittmann. „Wir tun uns hart mit den hiesigen Sponsoren. Überall bekommt man Absagen.“ Als man kurz vorm Aufgeben war, stellte Marco Wittmanns Teamchef Josef Kaufmann den Kontakt zu Weber her, der Wittmann mit Nicolas Hülkenberg (19, Formel 3 Euroserie) und Christian Vietoris (18, ATS Formel 3 Cup) unter Vertrag nahm – weil er die Drei für die besten deutschen Nachwuchsfahrer hält. Obwohl Kappe, Rennanzug und Auto rot sind, ist Marco Wittmanns Vorbild aber nicht in erster Linie „Schumi“, sondern Alessandro Zanardi. „Wie er nach seinem Unfall fährt und gewinnt, das bewundere ich.“ Trotz aller Formel-1-Träume ist Marco Wittmann bodenständig. Der ehemalige Realschüler absolviert eine Ausbildung zum Karosseriebauer. „Mit dem Chef ist ausgemacht, dass ich alle Fehlstunden nacharbeite.“ Nur so kann er neben der Lehre trainieren und um die Welt zu den Rennen reisen. Die anderen Azubis akzeptieren Marcos Sonderrolle. In der Schule war das nicht so. „Damals hatte ich sehr wenige Freunde, weil viele neidisch waren, dass ich oft donnerstags und freitags frei bekommen habe“, erinnert er sich und wird nachdenklich. „Irgendwie versteh’ ich das. Aber es war schade.“ Dabei war es zunächst auch für ihn nicht einfach, als junger Kartsportler so oft von zu Hause weg zu sein, in Italien, Japan, China. Jetzt in der Formel BMW kommen Spanien und Holland dazu. „Es ist ungewohnt, wenn man so viel alleine fliegt und die ganze Woche alleine ist. Aber inzwischen ist das Reisen Alltag. Ich komme im Jahr viel herum.“ Wenn es geht, begleiten ihn die Eltern und Bruder Nico (14), der keine Rennsportambitionen hat. Ein Zimmer voller Pokale Marco Wittmann ist froh, wenn er zwischendurch zu Hause in Markt Erlbach sein kann. In seinem Zimmer ist der Rennsport allgegenwärtig: „Was ich mache sieht man sofort wegen der vielen Pokale. Außerdem haben mein Vater und ich eine kleine Streckenskizze auf die Wand gemalt. Und er hat mir einen Rennsimulator für die Playstation selber gebaut.“ Zeit für Hobbys wie Tischtennis bleibt dem 17-Jährigen kaum. Er arbeitet von 7.30 Uhr bis 16.45 Uhr, danach geht’s ins Fitnessstudio. „Wenn ich dann noch etwas esse, ist der Tag vorbei.“ Gut, dass der Norisring nur rund 35 Kilometer von daheim entfernt ist. Früher hat er dort immer die Rennen als Zuschauer verfolgt; jetzt peilt er den Sieg an. „Mit dem Auto bin ich die Strecke vor drei Wochen schonmal abgefahren, begleitet von Papa.“ Allein darf er noch nicht im Straßenverkehr fahren. Das soll sich aber bald ändern. „Ich fahre immer ein bisschen zu schnell, aber passe auf, dass sie mich nicht blitzen“, gibt er freimütig zu. „Wenn ich eine Sondergenehmigung bekomme und allein fahren darf, werde ich mich mit Sicherheit nicht immer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.“

NZ (Sport) vom 22.6.2007