Marienkapelle (Stadtsteinach)

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Marienkapelle

Die Kapelle, dessen romanischer – geosteter – Chor aus dem 12. Jahrhundert und seit dem Neubau 1690 als Sakristei genutzt wird, blieb beim Bau der Stadtmauer von Stadtsteinach im 14. Jahrhundert dahingehend unberücksichtigt, dass sie nicht mit in die Stadtumwehrung mit einbezogen wurde. Seit dem Neubau der Kapelle – 1690 - zeigt der Chor nach Süden.

Geschichte

Die im 12. Jahrhundert errichtete Kapelle gehörte im 14. Jahrhundert zur Ausstattung des Frühmessbeneficiums, welches 1352 durch Heinrich von Waldenfels gestiftet wurde und war den 14 Heiligen Nothelfern geweiht. Dieses Patrozinium weist jedoch darauf hin, dass die Kirche nach 1450 nochmals geweiht wurde. Somit steht das ursprüngliche Patrozinium nicht fest und es ist die Überlegung wert, ob es sich hier nicht um die ursprüngliche Pfarrkirche handelte. Eine durch den Beneficiaten des Frühmessbeneficiums – Felix Götz - angestrengte Renovierung 1613 und die darauf erfolgte Neueinweihung verdrängte die 14 Heiligen Nothelfer zu Gunsten der hll. Maria und Felix.

Aus unbekannten Gründen ließ der Frühmessbeneficiant Johann Jakob Gerhardt die Kapelle vor 1690, außer dem Chor – den er als Sakristei benötigte – abbrechen und eine nach Süden ausgerichtete Kapelle neu erbauen. Die Einweihung erfolgte 1690 zu Ehren Mariens. Beneficiat Friedrich Josef Conrad wendete sich unter persönlichen Opfern 1836 einer gründlichen Renovierung – der durch den Zahn der Zeit baufällig gewordenen Kapelle - zu.

Auch der zweite Weltkrieg forderte von dieser Kapelle als Opfer den Verlust der Glocke, die für Kriegszwecke eingeschmolzen wurde. Nach dem Krieg stiftete die Stadtsteinacher Bürgerin Sophie Schübel eine neue Glocke.

Um 1950 drohte östlich der Kapelle der Hang abzurutschen, man errichtete eine Stützmauer. Doch bereits 1985-1987 musste eine weitere Hangsicherung vorgenommen werden, der sich eine umfassende Renovierung der Kapelle anschloss.

Wallfahrtsstätte

Es deutet viel darauf hin, dass diese Kapelle als Wallfahrtsort gegen Pferdekrankheiten angesehen wurde. Es wird von an der Türe angebrachten, und vor einem bestimmten Marienbilde niedergelegte Hufeisen berichtet.

Unverständlich erscheint die Einstellung des Pfarrers Konrad Mahr zu sein, der 1840 die Ritte um die Kapelle als abergläubische Sitte der Pferdebesitzer bezeichnete. Solche Pferdesegnungen werden heute von Seite der Kirche unterstützt, wie zum Beispiel der Georgiritt zum Senftenberg bei Gunzendorf in der Gemeinde Buttenheim. Sie waren auch für die Leonhardikapelle in Bamberg bezeugt.

Auch am Markustag, fanden zu diesem Gotteshaus St. Maria, neben den mehrmals im Jahr stattfindende Prozessionen, eine solche statt.

Äußeres

Über dem Eingangsportal befindet sich eine bis 1967 leere Figurennische. In diesem Jahr schuf der Bildhauer Egon Ruggaber aus Coburg die jetzt die Nische voll ausfüllende Figur „Maria mit Kind“. Darüber die aus dem Jahr 1696 stammende lateinische Inschrift, welche übersetzt lautet: „Der schmerzhaften Muttergottes, der allzeit unversehrten Jungfrau, der Zuflucht der Sünder, der Trösterin der Betrübten, seiner höchsten Patronin ihr unwürdiger Kaplan J. J. Gerhardt“

Inneres

Die Statue „Maria“, an welcher die Pferdebesitzer Hufeisen niederlegten, befand sich wohl ab 1830 in der Pfarrkirche am linken Seitenaltar. Der Hochaltar stammt aus der Einrichtung der Pfarrkirche vor 1772 und wird von einer Krönung Mariens abgeschlossen. Das Altarblatt schuf, unter Verlust des vorgehenden, der aus Stadtsteinach stammende Maler Eduard Schneider 1920 zeigend Maria Magdalena.

Quellen

St. Michael Stadtsteinach; Kunstführer Nr. 1837 aus dem Verlag Schnell & Steiner GmbH, München und Zürich

Siehe auch

Weblinks