Metz-Rallye

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Die ADAC-Metz-Rallye gehörte zu den größten und beliebtesten Motorsportveranstaltungen in Nordbayern. Dank der Initiative von Manfred Glauber, damaliger Werbeleiter im Hause Metz Apparatewerke und Willi Pfersdorff, damals 1. Vorsitzender des Automobilclubs Stein - diese Position hat er bis heute inne - , wurde 1973 die „Metz“, wie sie bei den Fans hieß, ins Leben gerufen. Zu diesem Zeitpunkt gab es als Co-Ausrichter auch noch den Touringclub Stein, der mit dem AC im Juli des gleichen Jahres fusionierte. Mit Start und Ziel auf dem Firmengelände von Metz in Zirndorf wurde die Rallye, die durch Mittelfranken und die Oberpfalz führte, erstmals ausgetragen. Ab 1974 wurde der Lauf in einem Festzelt in Stein am Freizeitbad Palm Beach gestartet und beendet. Zwischen 1973 und 1986 kam die Internationale ADAC-Metz-Rallye insgesamt 14 Mal in ununterbrochener Folge zur Austragung.

Teilnehmer und Fans schwärmten von der Veranstaltung, die neunmal als Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft für Automobile ausgetragen wurde, als einem Ereignis mit ganz besonderem Flair. Die Nürnberger Zeitung schrieb 1981 über Stein vom „Mekka des Rallyesports“. Der zweifache Weltmeister Walter Röhrl, noch heute ein Freund des AC Stein und insgesamt vier Mal dort am Start, bezeichnete in einem Fernsehinterview die „Metz“ als bestorganisierte Veranstaltung in Deutschland. Wie hoch die Steiner Rallye auch im internationalen Motorsport angesehen war, belegt die Tatsache, dass mit Röhrl, Stig Blomquvist und Björn Waldegaard drei Weltmeister in Stein am Start waren.

Bei der elften Austragung 1983 wurden dem veranstaltenden AC Stein die Grenzen aufgezeigt. Insgesamt 130 Fahrzeuge hatten eingeschrieben, das war in diesem Jahr die höchste Anzahl in ganz Deutschland. Über 100 000 Zuschauer drängten sich entlang der Strecke und der Wertungsprüfungen, um die Starter, darunter auch die berühmteste Rallye-Frau aller Zeiten, Michele Mouton aus Frankreich, die den Lauf zusammen mit Co-Pilot Arwed Fischer gewann, zu sehen. 1986 wurde die „Metz“ zum letzten Mal als Lauf zur Deutschen Rallye-Trophäe gestartet.

Nach fast zwanzigjähriger Pause haben AC-Stein-Vorsitzender Pfersdorff und Rennsekretär Helmut Gad, der im Dezember 2006 überraschend früh verstorben ist, zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern nach einer „Schnapsidee“ die „Metz“ wiederbelebt. Dann allerdings als Internationale ADAC-Metz-Rallye Classic, eine Gleichmäßigkeitsprüfung für historische Rallyefahrzeuge. Bis 2007 wurde die „Metz Classic“ alljährlich durchgeführt, für 2008 ist die Austragung auch schon geplant, da sich diese Variante – ähnlich wie die „scharfe“ Rallye – bei den Fans historischer Fahrzeuge erneut als großes Zugpferd erwiesen hat.


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