Michael A. Roth

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Michael A. Roth (* 13. August 1935 in Kitzingen) ist ein deutscher Unternehmer und Ehrenpräsident des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Er lebt mit seiner Familie im mittelfränkischen Rückersdorf.

Michael A. Roth
© Roland Fengler/NZ

Inhaltsverzeichnis

Zum Leben und Wirken

Roth hat sich in der Region auch als Unternehmer einen Namen gemacht. Seit 1957 leitet er das von ihm gegründete Heimtextilienunternehmen ARO. Roth ist Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Ab dem 25. Oktober 1994 war Roth wieder Präsident des Clubs. Seine erste Amtszeit erstreckte sich vom Februar 1979 bis Herbst 1983. Es war eine vom ständigen Existenzkampf geprägte Zeit. Einziger sportlicher Höhepunkt: der Einzug ins Pokalfinale 1982 (2:4 gegen Bayern München). Neun Trainer mussten in dieser relativ kurzen Zeit gehen – eine Bilanz, die Roth den bundesweiten Ruf des „Trainerkillers“ einbrachte. „Ich bin eben ein Erfolgsmensch und werde fuchsteufelswild, wenn einer erst das Blaue vom Himmel verspricht und hinterher keine Leistung bringt“, rechtfertigt er sein Handeln im „NZ“-Gespräch anlässlich seines 70. Geburtstags.

In seiner zweiten Amtsperiode hat Roth mehr Glück mit den Trainern, auch wenn es seit 1994 auch schon zu zehn Wechseln kam. In dieser Zeit hat der Präsident alle Höhen und Tiefen mit dem 1. FCN durchlebt: den drohenden Konkurs, die sportliche Talfahrt bis hinab in die Regionalliga, den Durchmarsch zurück ins Oberhaus, die sportliche Gesundung des Vereins, den Gewinn des DFB-Pokals 2007 (3:2 n. V. gegen den VfB Stuttgart), die Rückkehr auf die europäische Fußball-Bühne und den siebten Abstieg 2008. Am 8. Oktober 2007 wurde Roth für weitere drei Jahre im höchsten Amt des 1. FCN bestätigt. Am 9. Juni 2009 trat Michael A. Roth als Präsident zurück. Roth will sich mehr ins Privatleben zurückziehen und sich verstärkt auf die Arbeit in seiner Textil-Firma konzentrieren. Am 13. Oktober 2009 wurde er auf der ordentlichen Mitgliederversammlung zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Roth gilt sowohl in seiner Funktion als Club-Präsident in seiner Firma als autoritärer Chef, der immer das letzte Wort hat. Mit seiner fränkisch-derben Gradlinigkeit eckt er bisweilen schon mal an, gilt aber als höchst zuverlässiger und vertrauenswürdiger Geschäftsmann. Ans Aufhören denkt Roth noch lange nicht, und wie es scheint, tut ihm der Stress ganz gut. „Mein Tag hat halt nicht nur 24 Stunden, sondern meistens sind es ein paar mehr“, meinte er einmal augenzwinkernd im NZ-Interview und gab sein simples Erfolgsgeheimnis preis: „Meine Aufgaben halten mich jung, ich brauche das.“

Seine Handelskette für Teppiche, Bodenbeläge, Textilien und Heimwerkerbedarf umfasst rund 140 Filialen und 1.200 Mitarbeiter, der Jahresumsatz liegt bei 150 Millionen Euro. Zur Firmengruppe gehören auch eine Werbeagentur, eine Teppichboden-Produktionsstätte sowie zwei Hotels.

Privat besitzt Roth, Vater von sieben Kindern, neben seinem mondänen Anwesen in Rückersdorf noch Villen in Florida und am Gardasee. In jungen Jahren hatte sich Roth dem Boxsport verschrieben, und auch der Motorsport hatte es ihm angetan. Auf dem Geländemotorrad errang er 1961 das Goldene Motorsportabzeichen des ADAC.

Literatur

  • Daniel Stolpe: Patriarch Michael A. Roth ist auf dem Rückzug. In: Die Welt vom 7. April 2007 - online
  • Daniell Westgate und Martin Funk: Nürnberg im Pokal-Finale. Der größte Tag für den kleinsten Boss. In: BILD vom 19. April 2007 - online
  • Gerd Schneider: Michael A. Roth im Porträt. Der letzte Patriarch der Fußball-Bundesliga. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 5. August 2007, Nr. 31 / Seite 38 - FASZ
  • NZ: „Roth zu Dank verpflichtet“. Nürnberger Prominente zum Rücktritt. In: Nürnberger Zeitung vom 9. Juni 2009 - NZ

Siehe auch

Weblinks