Michael Hofmann

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Michael Hofmann
Foto: Roland Fengler/NZ

Michael Hofmann ist Langdistanz-Triathlon beim TSV Roth. Zweimal (2005 und 2006) gewann Hofmann die Feuerwehr-Weltmeisterschaften, die im Rahmen des Quelle Challenge Roth ausgetragen werden. Der Eichelburger wohnt mit seiner Freundin Susanne Buckenlei in Eckersmühlen.

Im Alter von 15 Jahren begann "Michi" Hofmann mit der Ausbildung zum Forstwirt beim staatlichen Forstamt Allersberg. 1999 schloss er seine Lehre zum Forstwirt mit dem Gesellenbrief ab. Am 1. Juni 2002 veränderte sich sein Berufsbild, indem er mit der Ausbildung zum Brandmeister bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg begann. Seit März 2003 arbeitet Hofmann im Schichtdienst auf der Feuerwache 2 (Veilhofstraße) in Nürnberg. Im selben Jahr trat er erstmals bei den Triathlon-Europameisterschaften und bei den Deutschen Crosslaufmeisterschaften der Feuerwehren an.











Berichte in der NZ

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Michael Hofmann
Foto: Roland Fengler/NZ
"Michael Hofmann über die Feuerwehr-WM und seinen einzigen Ausstieg
»Triathlon war ein Reiz, der bis heute hält«
Das Samstags-Interview
Der Australier Chris McCormack hat im vergangenen Jahr den Quelle Challenge Roth gewonnen, doch Michael Hofmann aus Roth wurde Weltmeister. Beim Langdistanz-Triathlon gibt es ein Rennen im Rennen: die Feuerwehr-Weltmeisterschaft. Die NZ sprach mit dem 25-jährigen Athleten der Berufsfeuerwehr Nürnberg vor seinem fünften Start bei einem Rennen über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen am Sonntag.


NZ: Herr Hofmann, wieviel bedeutet Ihnen der Titel des Feuerwehr-Weltmeisters?
Hofmann: Der bedeutet mir schon sehr viel. Man kann ihn ja nicht mit Leichtigkeit bekommen. Man muss schon hart dafür kämpfen. Margus Tamm (Feuerwehr-Weltmeister aus dem Jahr 2004; d. Red.) ist schon seit Jahren in der Profiliga dabei. Er hat viel Erfahrung. Dass ich den Titel holen könnte, hat mich im vergangenen Jahr natürlich auch im Training zusätzlich angespornt. Du schindest dich ja ein Dreivierteljahr für den Quelle Challenge. Im großen Rennen machst du dann auch kleine interne Wettkämpfe, wie gegen Bernd Eichhorn um den besten Landkreisstarter oder gegen Margus Tamm.
NZ: Haben sich Ihre Kollegen auf der Wache gefreut, dass sie jetzt einen Weltmeister in ihren Reihen haben?
Hofmann: Die meisten auf der Wache haben sich schon gefreut. Ich versuche aber, den Sport und den Dienst so weit wie möglich zu trennen.
NZ: Am Sonntag gehen Sie als Titelverteidiger an den Start. Wie ist Ihre Vorbereitung gelaufen?
Hofmann: Im vergangenen Jahr bin ich in Kulmbach auch noch Deutscher Meister über die Mitteldistanz geworden. Danach kam schon ein größeres Loch. Ich habe länger gebraucht, um wieder in Schuss zu kommen. Im November habe ich dann mit der Vorbereitung auf diese Saison richtig losgelegt. Anfang Februar war ich drei Wochen im Trainingslager auf Lanzarote. Dort habe ich drei Wochen sehr gut trainiert: viel Grundlagen und Wettkampfhärte. Am 12. März bin ich beim Ironman in Südafrika gestartet, aber nur Zwölfter geworden. Nach einer kurzen Ruhepause habe ich dann wieder mit dem Training begonnen. Es ist aber nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich habe für die Regeneration länger gebraucht.
NZ: Fühlen Sie sich also nicht hundertprozentig fit?
Hofmann: Ich hatte gute und schlechte Tage. Am 30. April habe ich den Hilpoltsteiner Duathlon gewonnen. Das hatte ich mir fast nicht zugetraut. Danach ging es wieder richtig bergauf. Ich war aber auch nicht in der Form der letzten Jahre. Die Grundform ist gut, aber die extreme Schnelle habe ich noch nicht erreicht. Als Vorbereitung auf den Quelle Challenge wollte ich beim Regensburger Kurzdistanz-Triathon noch einen Reiz daraufsetzen. Am Tag darauf hat es mich aber zernebelt. Ich war eine Woche lang krank.
NZ: Was für ein Ziel haben Sie sich für die dritte Feuerwehr-WM in Roth am Sonntag gesetzt?
Hofmann: Den Titel zu verteidigen, auf jeden Fall. Außerdem ist eine Top-ten-Platzierung im Gesamtfeld mein Ziel. Ich würde gerne die Zeit vom Vorjahr mit 8:28 Stunden und ein paar Zerquetschte bestätigen oder darunter bleiben. Aber in der einen Woche, in der ich krank war, hat sich schlagartig viel geändert.
NZ: Im vergangenen Jahr war das Rennen insgesamt sehr schnell.
Hofmann: Ja, trotzdem muss man schon ein gutes Potenzial haben, um unter 8:30 Stunden zu bleiben. Das ist noch einmal eine kleine Hürde vor der Schallmauer von acht Stunden. Wenn du unter 8:30 Stunden bleibst, bist du richtig gut. Im letzten Jahr hatten wir aber auch Top-Bedigungen, die haben fast schon für einen neuen Weltrekord gereicht.
NZ: Haben Sie im Vorfeld Ihren Hauptkonkurrenten Margus Tamm aus Estland besonders beobachtet?
Hofmann: Er hat sein Training anscheinend verändert. Er wird sicher wissen, was er nach dem letzten Jahr verändern musste. Es kann passieren, dass er mir heuer ratzfatz wieder an den Fersen hängt.
NZ: Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Vereinskollegen Bernd Eichhorn vom SC Roth?
Hofmann: Das wird ein freundschaftliches Duell. Es geht darum, wer der Schnellste im Landkreis ist. 2004 hat er mich bei Kilometer zehn überholt, letztes Jahr etwas später. Mal schauen, wie es in diesem Jahr läuft. Bernd ist auch gut drauf und war viel im Trainingslager. Er ist fast ein Profi, arbeitet nur zweimal in der Woche sechs Stunden.
NZ: Haben Sie sich Gedanken gemacht, eine Profilaufbahn anzustreben?
Hofmann: Es gäbe schon die Möglichkeit, mich von der Stadt Nürnberg beurlauben zu lassen. Mein Chef hat sich schon einmal in diese Richtung geäußert. Das größere Problem ist, die passenden Geldgeber zu finden. Mit 1500 Euro im Monat werde ich kein Profi. Ich will dann nicht auf dem Zahnfleisch kriechen. Meine Position als Beamter werde ich natürlich auch nicht aufgeben. Dann komme ich lieber nicht so weit im Sport, wie ich das eigentlich schaffen könnte.
NZ: Wie schwer ist es, neue Sponsoren zu finden?
Hofmann: Das ist ein richtig mühsames Geschäft. Ich bin aber auch keiner, der richtig Hausieren geht. Aber ich denke mir immer wieder, so weit bin ich von meiner Leistung auch noch nicht. Ich bin eher einer, der ein bisschen wartet. Vielleicht ergibt sich etwas. Meine Sponsoren sind nach der erfolgreichen letzten Saison fast alle gleich geblieben. Einen Fahrradhersteller habe ich aber neu gekriegt.
NZ: Wäre der Druck, gute Leistungen bringen zu müssen, höher, wenn Sie Vollprofi wären?
Hofmann: Ja, auf jeden Fall. Dann musst du zwei-, dreimal ins Trainingslager. Dadurch steigen für einen die Kosten, und es wird mehr erwartet von dir.
NZ: Haben Sie den Traum vom Triathlon-Profi dann schon aufgegeben?
Hofmann: Nein, ganz abgehakt habe ich das nicht. Wenn es sich ergibt, sehr gerne. Es gibt doch nichts Schöneres, als das Hobby zum Beruf zu machen.
NZ: Der Mannheimer Triathlet Timo Bracht plant seine Karriere akribisch. Wann wollen Sie auf Hawaii unter den besten zehn Startern sein?
Hofmann: Ich plane schon eher von Jahr zu Jahr. Auf Hawaii möchte ich auch mal dabei sein. Über eine Platzierung kann ich da natürlich noch gar nicht sprechen. Und in Roth würde ich gerne einmal unter die Top ten kommen.
NZ: Was kam eher: Die Leidenschaft als Triathlet oder der Wunsch, Feuerwehrmann zu werden?
Hofmann: Als ich im Alter von acht Jahren mit dem Triathlon begonnen habe, da habe ich noch gar nicht an die Feuerwehr gedacht. Ich habe Triathlon aus Spaß gemacht. Das war ein Reiz, der bis heute gehalten hat. Ich habe nie eine Pause gemacht.
NZ: Wer einmal aussteigt, steigt leichter auch ein zweites Mal aus. Haben Sie ein Rennen schon einmal vorzeitig aufgegeben?
Hofmann: Das stimmt auch. Du überwindest dann den Punkt schneller aufzugeben. Das ist auch ein Grund, um immer zu finishen. Wichtig ist, deinen Schweinehund zu überwinden und ins Ziel zu kommen, egal mit welcher Platzierung. Schlimm wäre es, wenn du rausgehst und dann anfängst, an dir zu zweifeln, ob du es vielleicht doch schaffen hättest können. Das ist mir zum Glück bisher noch nie passiert. Nur einmal musste ich bisher wegen eines technischen Defekts aussteigen. Ich hatte vor einer Kurve bei einem Juniorenrennen in Landau an der Isar einen Platten gefahren - und dann war der Gartenzaun im Weg.
NZ: Wie wichtig ist die mentale Seite bei einem Triathlon?
Hofmann: 40, 50 Prozent sind bei so einem Rennen nur Kopfsache. Das geht nicht mehr darum, eine bestimmte Leistung bringen zu können wie im Training. Es geht darum, diese Leistung auch umsetzen zu können.
NZ: Könnte ein Mentaltrainer noch mehr herauskitzeln?
Hofmann: Das könnte auf jeden Fall was bringen. Ausprobiert habe ich es aber noch nie.
NZ: Ist es ein Vorteil, dass Sie am Sonntag quasi ein Heimspiel haben?
Hofmann: Auf der einen Seite ist der Druck größer: Jeder erwartet etwas von dir. Auf der anderen Seite ist es eine immense Unterstützung von der mentalen Seite her, wenn einen die Zuschauer anfeuern. Das bringt schon was.
Fragen: Markus Kaiser"
(Aus: Nürnberger Zeitung vom 1. Juli 2006)


"Michael Hofmann bester Feuerwehr-Triathlet
Auf kuriosen »Umwegen« zum zweiten Weltmeistertitel
Den diesjährigen Quelle Challenge wird Michael Hofmann nicht so schnell vergessen. Es ist ein Kuriosum besonderer Art, das der Triathlet und Angestellte der Nürnberger Berufsfeuerwehr bei seinem gestrigen Anlauf zur Titelverteidigung als Feuerwehrweltmeister erlebte.
Dabei fing eigentlich alles ganz harmlos an. Als Erster unter den so genannten »Firefightern« ging der 25-jährige Athlet vom TSV Roth nach 50:25 Minuten von der Schwimmstrecke aufs Rad, noch vor seinem stärksten Konkurrenten, dem Esten Margus Tamm, der knapp sechs Minuten zurücklag. Auch beim zweiten Wechsel blieb Hofmann in Front. Margus Tamm allerdings wurde zu diesem Zeitpunkt eingeholt. Ein Spanier hatte sich zwischen den Deutschen und den Esten geschoben und arbeitete sich nun auch Zug um Zug an Hofmann heran. Von dem Starter mit der Nummer 49, Jose Luis Cano Villanueva, hatten die »Firefighter« bis dato noch nie was gehört. Dieser Spanier setzte sich schließlich auf der Laufstrecke auch noch vor Michael Hofmann, hängte ihn regelrecht ab und kam weit vor dem amtierenden Weltmeister ins Ziel.
Komischerweise verschwand Villanueva ohne großes Aufsehen und ohne die zu erwartenden Freudensbekundungen rasch wieder aus dem Zielbereich. Als Hofmann gut 20 Minuten später mit einer Zeit von 8:50:20 Stunden ankam, zollte er dem neuen Weltmeister zunächst anerkennend Respekt: »So gut, wie der gelaufen ist hat er den Sieg natürlich klar verdient«, lobte Hofmann die Leistung seines Kontrahentens und zeigte sich über die eigene eher unzufrieden. »Ich bin schon beim Schwimmen nicht von der Stelle gekommen«, erklärte er mit unverkennbarer Enttäuschung in der Stimme. »Mir fehlt zur Zeit einfach die richtige Form.« Dennoch sei er mit seiner Zeit sowie dem zweiten Platz insgesamt zufrieden.
Als Hofmann dem vermeintlichen Weltmeister wenig später gratulieren wollte, wusste der Spanier zunächst gar nicht, wie ihm geschah. Nach einigem Hin und Her stellte sich schließlich heraus, dass der Spanier bei der Anmeldung via Internet versehentlich einen falschen Button betätigt hatte und somit als Feuerwehrmann im System stand. Auch bei der Überprüfung der Personalien war ein Fehler passiert.
 »Normalerweise müssen wir zusätzlich zur Anmeldung unseren Dienstausweis vorlegen«, erklärt Hofmann. Bei Villanueva habe scheinbar der Personalausweis gereicht. »Er hat mir dann erzählt, dass er eigentlich Vollprofi ist«, berichtet Hofmann, der den Triathlonsport zusätzlich zu seinem Job bei der Nürnberger Feuerwehr ausübt. Für ihn ist der Traum von der Titelverteidigung letztlich also doch noch wahr geworden, wenn auch ein kurioser Umweg dazwischen lag.
Zweiter wurde wie schon im Vorjahr Margus Tamm vor Sven Imhoff aus Mönchengladbach. An der Einschätzung seiner Rennleistung ändere sich dadurch nichts, betont der alte und neue Feuerwehrweltmeister, der sich nun erst einmal in aller Ruhe erholen will, bevor er eventuell in sechs Wochen in Kulmbach an den Start geht. Die Freude über den »verspäteten« Sieg in Roth war natürlich groß: »Emotional hat mir das Ganze schon nochmal einen gewaltigen Schub gegeben.«
Stephanie Händel"
(Aus: Nürnberger Zeitung vom 3. Juli 2006)


"Feuerwehrmann Michael Hofmann trennte sich von seinem Trainer
„Ich habe die Notbremse gezogen und bin jetzt fit“
Von Markus Kaiser
Eigentlich war er beim Quelle Challenge Roth im vergangenen Jahr durchaus erfolgreich. Michael Hofmann hat seinen Weltmeistertitel in der Wertung der Feuerwehrleute verteidigt, auch wenn er im Gesamtklassement vom elften auf den 24. Platz abgerutscht ist. „Ich war total müde und platt“, sagt der 26-jährige Triathlet des TSV Roth. Fieber, ein grippaler Infekt, Halsschmerzen: „Ich bin immer öfter krank geworden.“ Ende vergangenen Jahres trennte er sich deshalb von seinem Trainer Bennie Lindberg. „Für mich war das Wichtigste, wieder richtig Lust aufs Training und die Frische zu kriegen.“
Das scheint dem Athleten der Berufsfeuerwehr Nürnberg gelungen zu sein: „Ich stehe wieder ganz gut da“, meint Hofmann. Seinen Trainingsplan stellt er zusammen mit seiner Freundin und Diplom-Sportwissenschaftlerin Susanne Buckenlei auf, die ebenfalls in Roth an den Start geht. „Ich habe so wenig wie noch nie trainiert“, erklärt Michael Hofmann. „Das war für mich die letzte Notbremse.“
Der Rother arbeitet seitdem keine Trainingspläne mehr stur ab, gönnt sich nach einer harten Schicht auf der Arbeit auch mal eine Auszeit, hört mehr auf seinen Körper und nimmt sich mehr Zeit zur Regeneration. Seitdem ist der 26-Jährige nicht mehr krank geworden. Die Vorbereitung auf den Quelle Challenge lief gut. Den Feuerwehr-WM-Titel will Michael Hofmann in jedem Fall verteidigen. Sein bislang stärkster Kontrahent, der Este Margus Tamm, ist in diesem Jahr zudem nicht am Start. Als härtesten Konkurrenten hat der Rother den Engländer Mark White mit der Startnummer 45 ausgemacht.
Im vergangenen Jahr hatte Hofmann nach dem Zieleinlauf noch um den WM-Titel bangen müssen: Der Starter mit der Nummer 49, Jose Luis Cano Villanueva, hatte auf seinem Anmeldeformular für den Quelle Challenge aus Versehen angegeben, er sei Feuerwehrmann. Weil der Spanier aber keiner war, zählte sein besserer Platz für das Rennen im Rennen nicht – was sich aber erst später herausstellte. Damit war Hofmann zum zweiten Mal Weltmeister.
Vom Rother Pärchen ist die Rede
Neben dem WM-Titel hat sich Michael Hofmann vor allem vorgenommen, an seine Leistungen aus dem Jahr 2005 anzuknüpfen: „Ich möchte meine persönliche Bestzeit von 8:28:43 Stunden unterbieten.“ Was nach dem Quelle Challenge kommt, weiß der 26-Jährige noch nicht. „Ich überlege, den Ironman UK im August oder später den Ironman in Florida zu machen“, sagt er. Kleinere Rennen spricht Hofmann inzwischen immer mit seiner Freundin ab, die heute ihren 31. Geburtstag feiert und morgen möglichst unter die besten Zehn kommen will. Seit rund zwei Jahren sind die beiden zusammen. „Mittlerweile wird immer mehr vom Rother Pärchen gesprochen.“"
(Aus: Nürnberger Zeitung vom 23. Juni 2007)


Weblinks

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