Milchhof

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Milchhof

Die von Otto Ernst Schweizer entworfenen Gebäude der Bayerischen Milchversorgung, genannt: Milchhof, sind eines der bedeutenden Relikte der Neuen Sachlichkeit im Nürnberg der Weimarer Republik. Das Milchhof-Areal gehörte zu den anerkannten Klassikern der Moderne und hat als solcher auch in einschlägige Standardwerke Eingang gefunden.

Während das Verwaltungsgebäude aufwendig saniert wurde, erfolgte 2008 unter großem Protest der Öffentlichkeit der Abriss der Werkshallen mit den charakteristisch gefalteten Betondächern. Der Stadt wurde vorgeworfen, den unter Denkmalschutz gestellten Komplex am Wöhrder See dem Verfall preisgegeben zu haben. Der Milchhof mit dem gefalteten Betondach galt als eines der Hauptwerke des modernen Industriebaus. Auf dem Areal werden derzeit zahlreiche, neue Gebäude gebaut.

Geschichte

Am 1. Dezember 1930 wurde das Hauptgebäude der Bayerischen Milchversorgung GmbH feierlich eröffnet. Geplant wurde der gesamte Komplex an der Kressengartenstraße von Otto Ernst Schweizer, der auch das Franken-Stadion und das Planetarium entworfen hat. Die damals neuartige, gefaltete Dachkonstruktion des Betriebsgebäudes wurde als wichtiges Werk des modernen Industriebaus gefeiert und galt als wegweisend.

1995 wird gemeinhin als der Anfang vom Ende des Milchhof-Areals bezeichnet. Denn die Bayerische Milchunion verlegte ihren Produktionsstandort nach Zapfendorf bei Bamberg. Lediglich die Milchunion Nürnberg GmbH blieb als reine Vertriebsorganisation im Verwaltungsgebäude auf dem Areal. Es ist als einziges bis heute erhalten geblieben und wurde Ende der 1990er-Jahre mit einem Anbau erweitert. Bauherr war Immobilienentwickler Gerd Schmelzer.

Eigentlich stand das gesamte Areal unter Denkmalschutz. Der Eigentümer, die Münchner Dibag Industriebau AG, ließ in einem Gutachten jedoch feststellen, dass eine denkmalschutzgerechte Sanierung nicht tragbar sei. 2008 wurde deswegen der gesamte Komplex, bestehend aus dem 108 m langen Betriebsgebäude sowie dem 76 m hohen Schornstein der Kühlwasseranlage, abgebrochen.

2011 sind eine Reihe neuer Bürogebäude auf dem Areal entstanden. Unter anderem hat Mercedes Benz dort seine Niederlassung und die Telekom ihr neues Service-Center eröffnet. In das von der Dibag AG gebauten Bürogebäude, wird das Nürnberger Software- und Entwicklungshaus MID einziehen.

Der Wirtschaftsreferent der Stadt, Roland Fleck, schätzt, dass am Ende 1.200 Arbeitsplätze auf dem ehemaligen Milchhof-Gelände entstehen werden.

Weblinks