Nürnberger Altstadtberichte

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Nürnberger Altstadtberichte ist der Name der Jahrespublikationen der Altstadtfreunde Nürnberg e.V..

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte und zum Redakteur der Altstadtberichte

Die jährlich erscheinenden Nürnberger Altstadtberichte wurden im Jahre 1976 vom Vorsitzenden der Altstadtfreunde Nürnberg, Erich Mulzer als wissenschaftliche Publikation der Arbeit der Altstadtfreunde gegründet und sind zugleich dessen Mitteilungsorgan. Mulzer war bis zum Jahre 2004 ihr Redakteur. Als Autoren konnte Erich Mulzer u.a. auch bekannte Nürnberger Persönlichkeiten und Wissenschaftler gewinnen wie z.B. den Leiter des Stadtarchivs Nürnberg, Gerhard Hirschmann.

Die Nürnberger Altstadtberichte enthalten den jeweiligen jährlichen Rechenschaftsbericht, eine Dokumentation aller wichtigen Baumaßnahmen in Bild und Text sowie zu zwei Dritteln Aufsätze über Geschichte, Kunst und Kultur Nürnbergs mit dem Schwerpunkt Altstadt und Bauwesen, darunter auch Altstadtfreunde-Arbeiten. Die meisten Aufsätze handeln von sichtbaren historischen Zeugnissen der Stadt Nürnberg oder von Ereignissen in der Vergangenheit, die in der Gegenwart Entscheidungshilfe leisten können. Darin zeigte sich Mulzers Vorliebe für eine gegenwartsverknüpfte „Geschichte zum Anfassen und Nachdenken“.

Zum Inhalt der Altstadtberichte

Fast alle Aufsätze bearbeiteten Neuland: Das Chorgestühl von St. Lorenz, der Reichskleinodienschrein, die Auswertung der Kupferstiche von Johann Adam Delsenbach als kulturgeschichtliche Quelle , die Entstehung des großen Altstadtmodells , das älteste Fabrikschild Nürnbergs oder die Formen der Nürnberger Gaslaternen sind einige Beispiele. Dies betrifft ebenso die Erforschung einiger Nürnberger Besonderheiten wie die Ringe am Schönen Brunnen, den Rauschgoldengel und den Ausdruck „Bäiderlasbou“ , über die bisher keine historischen Kenntnisse vorlagen.

Hinzu kommt die lange Liste baugeschichtlicher Besonderheiten, die noch niemals in der Literatur behandelt wurden: Gutzlöcher , Sonnenspiegel , Fassadenringe , Wärmeöffnungen , aber auch die Erkenntnisse, dass die Kreuzgassen 1470 von Großunternehmern blockweise bebaut wurden und dass Nürnberg um 1600 noch weithin das Bild einer Fachwerkstadt bot.

Mulzer: „Historiker dürfen sich über bisher ungedruckte oder unerschlossene Quellen freuen: Einen Brief von 1728 , eine eigenhändige Rechnung von Johannes Petreius, des Herausgebers des Hauptwerkes von Nikolaus Kopernikus oder ein Jugendporträt Lorenz Dürnhofers . Der Architekt des größten Nürnberger Barockhauses konnte namhaft gemacht , die Fugger-Faktorei lokalisiert , das Wohnhaus des Kupferstechers Johann Alexander Boener entdeckt und Bromig als Schöpfer des „Wasserspeiers“ entthront werden . Und schließlich waren es auch die Nürnberger Altstadtberichte, auf deren Seiten das Haus Ölberg 9 als Druckort des Kopernikus-Werks und damit als eines der bedeutendsten historischen Gebäude Nürnbergs durch die Forschungen Karl Kohns erkannt und urkundlich belegt worden ist .“ Hervorzuheben ist auch die Entdeckung des Wohnhauses der berühmten Naturforscherin Sibylla Merian , in dem diese jahrelang ihre Forschungen betrieb, und Mulzers Beschreibung ihrer dortigen Arbeiten .

Einige Male ging Mulzer auch auf Lokalpolitik ein, wenn er z.B. auf die Nürnberger Stadtmauer als Weltkulturerbe hinwies .

Die Stadtbild-Miniaturen auf den Titelseiten, Zeichnungen reizvoller baukünstlerischer Kleinigkeiten als Hinweis auf das „unbekannte Nürnberg“, stammen von Gerhard Schneider.

Die „Nürnberger Altstadtberichte“ als Vermächtnis

Die Nürnberger Altstadtberichte enthalten als Vermächtnis Mulzers auch seine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse mit umfangreichen archivalischen Quellenangaben und eine Fülle vorzüglicher Fotografien.

Wer sich mit der Geschichte und Baukunst der Stadt Nürnberg beschäftigt, für den sind die Nürnberger Altstadtberichte eine unentbehrliche Wissensquelle. Dazu gehören auch Mulzers Tätigkeitsberichte, die neben den Rundschreiben der Altstadtfreunde für die Geschichte der Stadt Nürnberg, die Geschichte der Altstadtfreunde Nürnberg und für die Biographie Erich Mulzers eine unverzichtbare Quelle sind. Mulzers Aufsätze enthalten außerdem einen umfangreichen weiterführenden Quellenapparat und Fotodokumente. Aus diesen Gründen werden die Nürnberger Altstadtberichte nicht nur im Stadtlexikon Nürnberg, sondern auch in vielen anderen wissenschaftlichen Veröffentlichungen als Quelle zitiert. Daher ist auch das Inhaltsverzeichnis aller Nürnberger Altstadtberichte nicht nur für die Forschung wichtig, sondern ist auch eine unschätzbar wertvolle Quelle für Lexikographen; denn die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt verzeichnet keine Aufsätze.

Literatur

Verzeichnisse der Nürnberger Altstadtberichte mit Kommentaren

  • Peter Fleischmann: Schriftenverzeichnis Erich Mulzer. In: Altstadtfreunde Nürnberg e.V. (Hrsg.): Altstadtmacher - 30 Jahre Altstadtfreunde Nürnberg. Redaktion: Inge Lauterbach, Text: Peter Fleischmann, Fotografien: Herbert Liedel, Bernd Telle, Günter Derleth. Nürnberg: Tümmels, 2003, 144 S., ISBN 3-921590-06-X, hier: S. 124 f.
  • Erich Mulzer: Verzeichnis der Aufsätze in den Heften 1-10 der Nürnberger Altstadtberichte. In: Nürnberger Altstadtberichte, Heft 10 (1985)
  • Erich Mulzer: Zwanzig Jahre Nürnberger Altstadtberichte. In: Nürnberger Altstadtberichte, Nr. 20 (1995), Seite 91-96
  • Erich Mulzer: Nachbelichtet. In: Nürnberger Altstadtberichte, Nr. 23 (1998), Seite 89-96
  • Inge Lauterbach: 30 Jahre Nürnberger Altstadtberichte. In: Nürnberger Altstadtberichte, Nr. 29/30 (2004/2005), S. 141-144


Erläuternde Artikel

Siehe auch

Weblinks