Nürnberger Philharmoniker

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Die Nürnberger Philharmoniker, die die offizielle Bezeichnung „Philharmonisches Orchester der Stadt Nürnberg“ tragen, sind das Orchester des Staatstheaters Nürnberg. Nach dem Bayerischen Staatsorchester München sind sie das zweitgrößte bayerische Opernorchester.

Öffentliche Probe der Philharmoniker in der Meistersingerhalle
© Harald Sippel/NZ

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die Nürnberger Philharmoniker gestalten neben ihrer Arbeit als Opernorchester mit den „Philharmonischen Konzerten“ eine eigene Symphoniekonzertreihe, bei der in der Regel in der Meistersingerhalle pro Saison acht verschiedene Programme gespielt werden. Darüber hinaus spielt das Orchester Konzerte im Opernhaus und Kinderkonzerte. Seit 1994 veranstaltet das Orchester in eigener Organisation als „Philharmonie e.V.“ eine erfolgreiche Kammerkonzertreihe, die im Gluck-Saal des Opernhauses oder auf der großen Bühne des Opernhauses stattfindet.

Seit 1981 sind die Nürnberger Philharmoniker innerhalb des Deutschen Tarifsystems für Kulturorchester in die Kategorie „A“, dies ist die höchste Kategorie, eingestuft.

Geschichte

Die Geschichte des Orchesters reicht zurück bis zur Reichsstädtischen Ratsmusik, die 1377 erstmals erwähnt wird. Ab 1806 wurde dieses Ensemble „Musikchor“ genannt und hatte den Status eines kommunal-kirchlichen Orchesters. Im Jahr 1811 bestand der „Musikchor“ aus 17 Musikern, davon waren einschließlich des Musikdirektors vier hauptamtlich beschäftigt. Von seiner Bestimmung her war das Orchester für Stadt- und Kirchenmusik zuständig, wurde aber auch regelmäßig für die Aufführungen im 1801 von Georg Leonhard Aurnheimer gegründeten „Nürnberger Nationaltheater“ herangezogen. Des weiteren war das Orchester im Bereich Musikunterricht aktiv, es gab Konzerte und unterstützte gastierende Solisten. Musikdirektor Ernst Blumröder, der seit 1816 amtierte, erwirkte Aufbesserungen beim Personalstand und der Bezahlung.

1833 zog das Orchester in das neu errichtete Stadttheater (das heute dennoch unter dem Namen „Altes Stadttheater bekannt ist) am Lorenzer Platz ein. Mit der Kommunalisierung dieses Stadttheaters im Jahr 1862 wurde aus dem „Musikchor“ das Stadttheaterorchester. Es zählte in den Folgejahren stets weniger als 40 Mitglieder.

Durch die Fusion dieses Orchesters mit dem um 1880 von Hans Winderstein gegründeten und von einem privaten Verein getragenen „Philharmonischen Orchester“ entstanden im Jahr 1922 die Nürnberger Philharmoniker. Ab diesem Jahr nannten sich die Chefdirigenten „Generalmusikdirektoren“. Auf Ferdinand Wagner und Bertil Wetzelsberger folgte bis zum 2. Weltkrieg Alfons Dressel. Im Jahr 1922 zählten die Nürnberger Philharmoniker 110 Musiker, was einem vollbesetzten symphonischen Klangkörper entsprach. In den Wirtschaftskrisen der Weimarer Republik reduzierte sich diese Zahl binnen 10 Jahren auf 59. 1944 folgte die kriegsbedingte Schließung des Theaters, die Musiker wurden zum Kriegsdienst eingezogen.

Ab 1946 begann unter der Leitung des Intendanten Karl Pschigode auch der Wiederaufbau des Orchesters. Rolf Agop war dabei bis 1947 der maßgebliche Dirigent. Danach übernahm nach seinem Entnazifizierungsverfahren Alfons Dressel wieder die Funktion des Generalmusikdirektors. Ihm folgten die Generalmusikdirektoren Erich Riede (1956 bis 1964) und Hans Gierster (1965 bis 1988). Während Giersters Amtszeit änderten sich im Jahr 1968 Status und Name des Orchesters zum „Philharmonischen Orchester der Stadt Nürnberg“.

Unter Hans Gierster folgten vielbeachtete Aufführungen zeitgenössischer Musiktheaterwerke wie Arnold Schönbergs „Moses und Aron“, Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“, Isang Yungs „Träume“ und Luigi Nonos „Intolleranza 70“. Unter der Amtszeit von Generalmusikdirektor Christian Thielemann (1988 bis 1992) lag ein Schwerpunkt auf Werken des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sein Nachfolger Eberhard Kloke (1993 bis 1998) bevorzugte Werke aus dem Umkreis der Zweiten Wiener Schule und der Gegenwart, wobei besonders sein Konzertzyklus „Prometheus“ für Aufsehen und kontroverse Diskussionen sorgte.

In der Amtszeit von Generalmusikdirektor Philippe Auguin (1998 bis 2005) spielten die Nürnberger Philharmoniker erstmals seit fast 50 Jahren wieder den kompletten vierteiligen Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner. Seit 2006 leitet Christof Prick die Nürnberger Philharmoniker als Chefdirigent.

Literatur

  • dpa: Nürnberger Orchester bei UN-Holocaust-Gedenkfeier. In: Nürnberger Zeitung Nr. 10 vom 14. Januar 2010 - NZ
  • Thomas Heinold: Die Nürnberger Philharmoniker spielen bei der Holocaust-Gedenkfeier der UN in New York. Nürnberger Philharmoniker spielen beim Holocaust-Gedenken. In: Nürnberger Zeitung Nr. 11 vom 15. Januar 2010, S. 3 - NZ
  • Jens Voskamp: Nürnberger Philharmoniker spielen bei der UN. Deutscher Botschafter greift zur Flöte - Konzert am Holocaust-Gedenktag. In: Nürnberger Nachrichten vom 15. Januar 2010 - NN
  • Thomas Heinold: Konzert der Nürnberger Philharmoniker in New York. Ein kleines Lied mit großer Wirkung. In: Nürnberger Zeitung Nr. 23 vom 29. Januar 2010, S. 3 - NZ
  • Thomas Heinold: Ein großer Tag für Nürnbergs Philharmoniker. Ermahnung und Ermutigung. In: Nürnberger Zeitung Nr. 23 vom 29. Januar 2010, S. 2 - NZ

Siehe auch

Weblinks