Oskar Bühler

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Der Nürnberger Bergsteiger Oskar Bühler

Oskar Bühler (* 4 Januar 1911 in Nürnberg; † 7. April 2001) war eine der herausragenden Persönlichkeiten des Bergsports.


Inhaltsverzeichnis

Leben

In jungen Jahren fuhr Bühler oft mit dem Fahrrad ins Förrenbachtal, um sich die Felswände anzuschauen und zu erklettern. Mit 15 Jahren trat er in die DAV Sektion Nürnberg ein und fuhr 1926 erstmals in die Alpen.
1929 unternahm er bereits eigene Touren ins Zillertal und zum Wilden Kaiser. Bei einer Bergfahrt in den Dolomiten 1934 am Stegerpfeiler als der Gipfel erreicht war, streifte Bühler ein Blitz, worauf er das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam, lag er nur Schritte von der 900 Meter hohen Abbruchkante entfernt.
In den Jahren 1926 bis 1939 gab er Kletterkurse und leitete die Bergsteigergruppe in der DAV Sektion Nürnberg. Seine liebste Bergtour machte er nach eigenen Angaben 1933. Er radelte von Nürnberg nach Pontresina und bestieg dort den Piz Bernina über den Biancograt. Weiter ging es mit dem Rad zum Matterhorn, und Bühler erreichte den Gipfel über den Zmuttgrad. Danach ging es wieder zurück nach Nürnberg. Die berühmteste Tour war wohl der Alleingang durch das Marinelli-Couloir der Rosa-Ostwand im Jahr 1938.

In der Fränkischen Schweiz richtete er 1939 im Oberen Püttlachtal an der Hohen Nase die Route Alter Weg ein. Seine schwierigste Erstbegehung gelang ihm aber 1929 mit den Gebrüdern Seifert. Der Seifertriss am Zehnerstein ist heute mit 6+ bewertet.

1949 erschien der erste Bühler-Kletterführer für den gesamten Frankenjura mit 893 Routenbeschreibungen. Die letzte Auflage dieses Führers erschien 1991 mit über 4.200 Routenbeschreibungen als Bühler bereits 80 Jahre alt wurde.

Mit der Erfindung des Bühlerhakens, eines Bohrhakens aus rostfreiem Stahl, hat der Bauingenieur seit Beginn der 1960er-Jahre wesentlich zur Sicherheit im Sport- und Freiklettern beigetragen. Den ersten zementierten Haken setzte "Ossi" am 8. Mai 1960 am Albrecht-Dürer-Fels im nördlichen Frankenjura. Ab 1965 ersetzte er die verzinkten Haken durch nichtrostende "Silberlinge", die Bühler-Haken genannt werden.

Die ersten Haken bestanden aus einem Flachstahl mit geschweißtem Ring, der später durch Rundstahl ersetzt wurde. Die Größe ergab sich aus dem Wunsch, sowohl einen Karabiner und zwei Finger Platz zu bieten.

Bis ins hohe Alter aktiv, hat "Ossi" Bühler alleine in der Fränkischen Schweiz weit über 2.500 seiner "Silberlinge" gesetzt.

Oskar Bühler wurde für seine Verdienste um den Klettersport 1988 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Noch mehr dürfte sich der Franke aber über den überdimensionalen Bühlerhaken gefreut haben, der ihm zu Ehren seit einigen Jahren den Plecher Turm bei Spieß ziert.

Oskar Bühler starb am 7. April 2001 wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag.

Veröffentlichungen

  • Kletterführer für den Frankenjura und das Fichtelgebirge mit Steinwald. Hrsg.: Oskar Bühler. 4. Auflage. Nürnberg, Peter-Henlein-Str. 49: O. Bühler, 1979, 339 S. (Mit 2.825 beschriebenen Klettereien, 15 Karten und 2 Abb.)
  • Kletterführer für den den gesamten nördlichen Frankenjura. 4.200 beschriebene Klettereien. Bearbeiter: Oskar Bühler. 6. Auflage. Nürnberg, Peter-Henlein-Str. 49: O. Bühler, 1991, 407 S.

Literatur

  • Kurt Albert unter Mitwirkung von Christian Lüke, Timo Marschner und Martin Schepers: Fight Gravity. Klettern im Frankenjura. Korb: tmms-Verlag, 2005, 208 S., ISBN 3-930650-15-0
  • Nachruf für Oskar Bühler. Oskar Bühler ist aufgebrochen zu seiner letzten, großen Bergfahrt. In: IG-Klettern Frankenjura & Fichtelgebirge e.V., Nürnberg - IG Klettern

Siehe auch

Weblinks

  • 40 Jahre „Häkelein am Zehnerstein“! - online

Einzelnachweise und Anmerkungen