Oskar Brunner

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Oskar Brunner
© Harald Sippel/NZ

Oskar Brunner (* 28. Februar 1945; † 5. Oktober 2011) war ein Nürnberger Maler. Vor seiner freischaffenden künstlerischen Tätigkeit war er jahrelang als Buchhändler aktiv. Als Maler hatte er sich vornehmlich auf Aquarelle mit gegenständlichen Motiven spezialisiert. Sein Wissen gab Brunner in Fachbüchern, als Dozent an verschiedenen Akademien und bei Malreisen weiter. Neben diversen Bilder-Serien zum Thema "Franken", hat Brunner auch zahlreiche Bilder über Kuba sowie zum Thema Fußball gemalt. Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft waren seine Gemälde im Jahr 2006 am Nürnberger Flughafen ausgestellt. Außerdem hat er zur künstlerischen Gestaltung zweier Nürnberger Hotels beigetragen. Brunner zog im Jahr 2009 nach Berlin - kehrte jedoch kurz vor seinem Tod wieder nach Nürnberg zurück.


Artikel in der NZ:

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

23 Fragen an den Maler Oskar Brunner

 »Kunst kommt von Können, aber das reicht nicht« 

NZ:Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass Sie ein Künstler sind?
Oskar Brunner: Mit neun Jahren, dann nicht mehr. Ich hoffe aber, dass mich der eine oder andere Zeitgenosse als Künstler wahrnimmt.
NZ:Auch Genies haben Hunger: Was haben Sie gestern zu Mittag gegessen?
Brunner: Ich bin leider kein Genie und habe ein Risotto mit Huhn gegessen.
NZ:Wo fängt Kunst an, und wo hört sie auf?
Brunner: Die Kunst kommt von Können, aber das reicht noch nicht. Der Künstler muss seinem Werk erst noch seine Seele einhauchen, sonst ist es bloß Dekoration.
NZ:Welche Techniken stehen Ihnen zu Gebote?
Brunner: Ich bin Maler und befasse mich mit grafischen und malerischen Techniken, vorwiegend Aquarell-, Acryl- und Ölmalerei.
NZ:Welchen zeitgenössischen Nürnberger Künstler schätzen Sie besonders?
Brunner: Toni Burghart schätze ich besonders, weil er Witz und Humor besitzt und das in seinen Bildern auch zum Ausdruck kommt.
NZ:Was ist der Sinn des Lebens?
Brunner: Möglichst viel Glück und Freude zu erleben und davon auch etwas an Andere weiterzugeben.
NZ: Wie wichtig ist Ihnen die so genannte Hochkultur wie beispielsweise Staatstheater, Opernhaus, Klassische Konzerte?
Brunner: Ehrlich gesagt nicht so wichtig. Aber das Klassik Open Air zum Beispiel begeistert mich.
NZ:Wie hart ist der Konkurrenzkampf unter Künstlern in Nürnberg?
Brunner: Weiß ich nicht, da ich meine eigenen Nischen in der Szene suche.
NZ:Hat man größere Chancen bei den Frauen (resp. Männern), wenn man Künstler ist?
Brunner: Konnte ich noch nicht feststellen, aber ich bin ja verheiratet.
NZ:Wie wichtig ist die öffentliche Förderung der Künste?
Brunner: Die öffentliche Förderung ist sehr wichtig, wäre ja dumm von mir, zu sagen, dass sie unwichtig ist - denn vielleicht trifft es ja mal mich.
NZ:Wozu braucht es eine Kunstakademie?
Brunner: Weiß ich auch nicht, aber ich nehme an, um den jungen Leuten ein Forum zu bieten, wo sie sich künstlerisch austauschen können.
NZ:Beschreiben Sie ihr derzeit schlechtestes Werk - und Ihr bestes.
Brunner: Kann ich nicht, da ich schlechte Bilder sofort zerstöre und ein »Bestes« nicht existiert.
NZ:Haben Sie jemals mit dem Gedanken gespielt, Nürnberg zu verlassen - und warum sind Sie immer noch hier?
Brunner: Ja, der Gedanke kam mir schon ab und zu, besonders wenn ich im Süden bin. Aber dann finde ich Nürnberg und Franken doch wieder am schönsten, außerdem habe ich hier meine besten Freunde.
NZ: Wo finden in Nürnberg die besten Ausstellungen statt?
Brunner: Immer da wo gerade meine Bilder hängen.
NZ:Wenn Sie noch mal von vorne anfingen - was würden Sie anders machen?
Brunner: Ich würde vielleicht besser planen. Aber wahrscheinlich würde ich es nicht anders machen.
NZ:Wie haben Sie damals Ihren Eltern beigebracht, dass Sie ein Künstler sind?
Brunner: Das haben sie selbst herausgefunden.
NZ:Wann nervt Kunst?
Brunner: Wenn sie keinen Spaß macht und ich mich trotzdem damit befassen muss.
NZ:Was ist Ihrer Meinung nach Stil?
Brunner: Ich nehme an, bei dieser Frage handelt es sich um den persönlichen Stil. Natürlich ist es schön, wenn man als Maler mit seinen Werken wiedererkannt wird. Ich halte aber nichts davon, an einem persönlichem Stil zu arbeiten. Mir ist es viel lieber, mich nicht festlegen zu lassen.
NZ:Lesen Sie Kritiken über Ihre Arbeit?
Brunner: Ja, natürlich. Am liebsten würde ich mehr über mich lesen.
NZ:Wie finden Kinder Ihre Werke?
Brunner: Kinder mögen meine Bilder. Die meisten wollen sofort selbst anfangen zu malen.
NZ:Wie heilig ist Ihnen die Kunst?
Brunner: Meine Malerei ist mir tatsächlich heilig. Ich bin meinem Schicksal dankbar und betrachte es als Privileg, dass ich heute als freischaffender Maler leben und arbeiten kann.
NZ:Haben Sie Angst vor dem Tod?
Brunner: Eigentlich nicht, aber ich hoffe, er lässt sich noch viel Zeit.
NZ: Wie definieren Sie Schönheit?
Brunner: Schönheit ist alles, was meine Sinne anspricht und meine Seele berührt.
Fragen: Christian Mückl und Magnus Zawodsky