Paneuropa-Radweg/Tipps

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Tipps und Erfahrungsberichte zum Paneuropa-Radweg
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Inhaltsverzeichnis

Tipps und Erfahrungsbericht vom Amt für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg

(Sammlung, Übersetzung und Bearbeitung von Corinna Bilek)

Allgemeine Tipps

Mit dem 2008 eröffneten Paneuropa-Radweg, der von Paris über Nürnberg nach Prag verläuft, wurde auch zwischen den beiden Partnerstädten Nürnberg und Prag eine neue Verbindung geschaffen. Fahrradtourismus ist nachhaltig und bietet besonders viele Möglichkeiten für positive Begegnungen zwischen Touristen und den Menschen, die an der Strecke leben. Nachdem der neue Radweg auf der Strecke Nürnberg – Prag zu großen Teilen auf der alten Route der Goldenen Straße verläuft, ist gerade diese Strecke auch historisch sehr interessant.

Bislang gibt es noch kaum spezielle Literatur für Radler, die diesen Weg befahren wollen. Darum hat das Amt für Internationale Beziehungen in dieser Publikation schon verfügbare Information und Erfahrungsberichte über den Abschnitt Nürnberg – Prag gesammelt, damit sich Radfahrer daran orientieren und zudem Quellen auffinden können, um alles genauer nachzulesen.

Zählt man alle Streckenabschnitte zusammen, die insgesamt den Paneuropa-Radweg ausmachen, ergibt sich die stolze Strecke von etwa 416 Kilometern Radweg. Durchschnittlich schnelle Fahrer, die pro Tag zwischen 60 und 80 Kilometer bewältigen, brauchen also ungefähr sechs Tage für die Fahrt von Nürnberg nach Prag.

Der Paneuropa-Radweg führt fast ausschließlich auf schon vorher vorhandenen Radwegen, die durch Hinweisschilder mit dem jeweiligen Namen ausgezeichnet sind. Diese sind jeweils zu Beginn der einzelnen Streckenabschnitte genannt.

Ab der tschechischen Grenzstadt Železná wird es einfacher: Denn in Tschechien sind die Radwege nur mit Nummern versehen. Von Železná bis Plzeň (Pilsen) folgt man als Paneuropa-Radler dem Radweg Nr. 37, von Pilsen bis Prag ist es der Radweg Nr. 3. Zusätzlich ist die ganze Strecke mit dem eigenen blauen Paneuropa-Radweg-Logo gekennzeichnet.

Dennoch wird immer wieder auf Schwierigkeiten mit der Beschilderung hingewiesen, auch im Erlebnisbericht unseres Mitarbeiters Esteban Cuya. Das Problem ist offensichtlich, dass das blaue eigene Logo des Paneuropa-Radweges eher klein ist und oft nur als Zusatzbeschilderung zu einem schon bestehenden Radweg aufgeklebt wurde. Vieles hängt also davon ab, wie der schon bestehende Radweg ausgeschildert ist.

Rückreisemöglichkeiten

Wichtig ist natürlich auch die Organisation der Rückfahrt, denn einmal in der goldenen Stadt Prag angekommen, möchten die wenigsten die selbe Strecke einfach mit dem Rad wieder zurückfahren.

Gesichert ist immerhin, dass man auf der Strecke Nürnberg - Prag, Prag – Nürnberg in diversen Zügen sein Fahrrad als Gepäck mitnehmen darf. Darüber, welche das sind, ob und in welchem Zug man für das Fahrad reservieren muss und was das kostet, gibt es von der Nürnberger und der Prager Bahnauskunft widersprüchliche Auskünfte.

Darum ist es, wenn man von Prag aus zurückfahren möchte, sehr ratsam, sich am „mezinarodní“ (dem internationalen) – Schalter des dortigen Hauptbahnhofs ein bis zwei Tage vor der Rückreise nach der Fahrradbeförderung zu erkundigen. (Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass man sowohl für das Fahrrad vorher reservieren, als auch eine eigene Fahrkarte für den Drahtesel lösen muss.)

Der Fahrplan der tschechischen Bahn im Internet:

Die Seite lässt sich auch auf Deutsch anzeigen. Telefonische Auskunft der Tschechischen Bahn 00420 840112113, es gibt auch Auskunft auf Deutsch – Nummer 3 drücken

Die Deutsche Bahn plant, ab August 2009 eine Fernbuslinie Nürnberg-Prag und umgekehrt als schnelle Verbindung zwischen den beiden Städten einzurichten. Information und Reservierung gibt es ab August an den Schaltern der DB.

Hat man nicht so viel Zeit und möchte z.B. nur mal am Wochenende einen Teil des Radweges in der landschaftlich reizvollen Grenzregion befahren, kommt man auf deutscher Seite mit dem Zug bis nach Weiden. Von Weiden bis Eslarn ist man dann auf die eigene Muskelkraft angewiesen, denn die dort verkehrenden Busse transportieren das Zweirad –laut DB-Auskunft – nicht. Nur an Wochenenden und Feiertagen zwischen 1. Mai und 3. Oktober gibt es das sogenannte „Bocklweg-Shuttle“, ein Bus, der entlang der Teilstücks auf dem Bockl-Radweg verkehrt und auch Radfahrer und ihre Vehikel transportiert.

Plant man die Rückkehr zum Beispiel ab Stribro, fahren über Pilsen Züge zurück, in denen man – ebenfalls nach Informationen der DB – das Fahrrad mitnehmen kann.

Übernachtungsmöglichkeiten

Sofern wir in dieser Publikation nicht aufgrund eigener guter Erfahrungen Unterkünfte empfehlen können, verweisen wir auf das System vom Allgemeinen-Deutschen-Fahrrad-Club ADFC zertifizierter Unterkünfte Bett & Bike. Gasthofbesitzer mit diesem Zertifikat verpflichten sich, Radfahrer auch nur für eine Nacht aufzunehmen und mit einem reichhaltigen Frühstück zu bewirten. Sie verfügen über einen abschließbaren Fahrradraum und die Möglichkeit, nasse Kleidung zu trocknen und können sogar bei kleineren Pannen weiterhelfen.

Auf bettundbike.de kann man sich nach Eingabe von Postleitzahl oder Ortsnamen eine Liste von Unterkünften ausgeben lassen.

In der Tschechischen Republik ist das Netz entsprechend zertifizierter Unterkunfte noch im Aufbau, zu finden auf der Internetseite www.cyklistevitani.cz. Sie werden aber im Text auch einzeln genannt. Die Bedingungen, die Unterkünfte erfüllen müssen, um dieses Zertifikat zu erhalten, entsprechen in etwa denen von Bett & Bike.

Erfahrungsbericht von Nürnberg bis Sulzbach

Startpunkt in Nürnberg ist mitten in der historischen Altstadt – wie könnte es anders sein – das Rathaus, wo Kopien der Reichsinsignien Kaisers Karls IV. ausgestellt sind. Von hier aus reist man mit seinem Drahtesel mindestens bis zur deutsch-tschechischen Grenze im wesentlichen auf der Route, die die Handelszüge des Mittelalters auf der Goldenen Straße nahmen.

Vom Nürnberger Rathaus geht es zum Hauptmarkt, am schönen Brunnen vorbei nach links. Schon ab hier kann man sich am blauen Logo des Paneuropa-Radweges orientieren.

Die Frauenkirche, wo täglich um 12 Uhr das Männleinlaufen zu besichtigen ist, passiert man rechts oder links, biegt auf dem Obstmarkt nach rechts ein und wieder links vor dem Heilig-Geist-Spital in die Spitalgasse. An der Stelle, wo eine Tafel an die ehemalige jüdische Synagoge erinnert, folgt man dem Leo-Katzenberger-Weg am Fluss entlang.

Beim blauen Reiter vor der Zentralmensa überquert man die Pegnitz. Beim Krakauer Haus durchquert man die Stadtmauer, als nächstes geht es an der U-Bahn-Haltestelle Wöhrder-Wiese vorbei. Dann folgt man auf der Wöhrder Wiese dem Johann-Soergel-Weg und damit weiter dem Flusslauf und dem Wöhrder See gen Osten durch die Pegnitzauen. Spätestens ab hier ist auch der Fünf-Flüsse-Radweg ausgeschildert, dem man auf der Strecke bis Sulzbach-Rosenberg folgt.

Nach einer kurzen Annäherung des Radwegs an die Eisenbahnlinie bei Erlenstegen, führt er nach rechts, vorbei am Naturfreibad Langsee, weiter durch die Pegnitzwiesen, vorbei an der Schlossruine Oberbürg und kurz dahinter der frühindustriellen Siedlung Hammer bei Laufamholz. Die historische Siedlung wurde 1943 zum Teil zerstört. Heute ist im ehemaligen Uhrenhaus, erbaut 1554, eine Ausstellung über ihre Geschichte zu sehen. Besonders lebendig wird der damalige Alltag in der Siedlung in einer ausgestellten Arbeiterwohnung vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

Kurz hinter Hammer ist die Autobahn zu unterqueren und es geht links weiter Richtung Behringersdorf. Ab hier führt der Radweg einige Zeit neben der Bundesstraße B 14 entlang. Die nächsten interessanten Orte auf der Reise nach Osten sind Lauf und Hersbruck, deren mittelalterliche Ortskerne zum Besichtigen einladen. Eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit ist das Hirtenmuseum in Hersbruck.

Wer keine Lust hat, hier zu verweilen oder einfach schneller vorankommen möchte, biegt noch vor dem Herbrucker Ortsteil Altensittenbach gemeinsam mit der B 14 Umgehungsstraße nach rechts ab. Der Radweg führt hier durch die Hersbrucker Pegnitzauen, vorbei an einigen Einkaufszentren, Sportplätzen und dem kleinen Flugplatz, der im wesentlichen aus einer Wiese besteht. Kurz dahinter liegt der Hersbrucker Baggersee, heute als Badesee genutzt und im Sommer eine willkommene Möglichkeit zur Erfrischung.

Im Kiosk gibt es warme Mahlzeiten, Kaffee und Kuchen oder kühlen Gerstensaft. Am gegenüberliegenden Hang, südwestlich der Gemeinde Happurg, liegt die Houbirg, ein spätkeltisches Oppidum. Von der Höhlenanlage „Hohler Fels“ aus, hat man einen fantastischen Blick über den bislang zurückgelegten Weg.

Zwischen Happurg und Pommelsbrunn unter- und überquert der Radweg einige Male die Bundestraße sowie die Bahnlinie. Im Ort Pommelsbrunn bleibt man zunächst links der Bahn, dann geht es durch eine kleine Unterführung und weiter rechts der Bahnlinie. Zwischen Happurg, über Pommelsbrunn, Hartmannshof bis Weigendorf führt der Weg durch das malerische Högenbachtal. Links und rechts bieten sich Abstecher in die Ausläufer der Hersbrucker Schweiz an.

Bislang führte der Weg meistens unweit der B14, was ungefähr dem Verlauf der mittelalterlichen „Goldenen Straße“ entspricht. Ab Weigendorf verlässt der Radweg diese Route aber nach links zu einem Abstecher über Etzelwang und das in einem malerischen Felsental gelegene Neukirchen. Hinter Neukirchen folgt der Weg eher der Bahnlinie Richtung Sulzbach-Rosenberg. Bald überquert er bei Schönlind die Europäische Wasserscheide. Hier, in der Nähe von Trondorf, kann man die nahegelegene Osterhöhle besichtigen, in der, spätestens in der Hallstattzeit um 800 v. Chr., schon Menschen lebten.

Über Kauerhof, wo man nochmal die B 14 queren muss, und Kempfenhof geht es nach Sulzbach Rosenberg hinein.


Kartenmaterial

Deutsches Kartenmaterial

Vollständiges Kartenmaterial für die Strecke bietet die ADFC-Radtourenkarte im Maßstab · 1:150.000
Allgemeiner Deutscher Fahrradclub e.V. (ADFC) und Bielefelder Verlag GmbH & CO KG (BVA), Ravensberger Straße 10f, 33602 Bielefeld, http://www.bva-bielefeld.de
Blatt 24 Schwarzwald/Oberrhein
ISBN: 978-3-87073-380-3
Blatt 20 Rhein/Neckar
ISBN: 978-3-87073-376-6
Blatt 21 Mainfranken/Taubertal
ISBN: 978-3-87073-377-3
Blatt 22 Fränkische Alb/Altmühltal
ISBN: 978-3-87073-378-0
Blatt 18 Oberfranken/Vogtland
ISBN: 978-3-87073-374-2

Tschechisches Kartenmaterial

  SHOCart, spol. s r. o. 1:60.000 Zádveřice 48, 763 12 VIZOVICE, Czech Republic, tel.: +420 577 687 204, fax: +420 577 687 360, http://www.shocart.cz
Bezugsquelle:http://www.mapfox.de/WG_20.php
Nr. 130 Ceský les, Tachovsko Oberpfälzer Wald – Tachau
ISBN: 978-8-07224-534-5
132 Plzensko jih Pilsen - Süd
ISBN: 978-8-07224-536-9 
133 Brdy - Príbramsko
ISBN: 978-8-07224-537-6
124 Karlstejnsko-Krivoklátsko Karlstein - Pürglitz
ISBN: 978-8-07224-528-4
125 Okolí Prahy - Slapy Prager Umgebung - Slapy-Stausee
ISBN: 978-8-07224-529-1