Peter Angermann

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Peter Angermann: "Windmühlen"; Ausstellung in der Galerie Sima
  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Peter Angermann, geboren 1945 in Rehau, ist Landschaftsmaler und Kunstprofessor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Seine Werke sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, u. a. im Germanischen Nationalmuseum und im Neuen Museum für Kunst und Design Nürnberg. Angermann studierte von 1966 bis 1972 bei Gerhard Wendland und Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Er war Mitbegründer der Künstlergruppe NORMAL sowie Musiker der "Offiziellen Polkakapelle", mit der er zwei CDs aufnahm. Angermann zählt neben Harri Schemm und Dan Reeder zum Künstlerstamm der Nürnberger Künstlerkneipe Gregor Samsa, wo etliche seiner Werke hängen. Außerdem hat er den U-Bahnhof Hohe Marter künstlerisch gestaltet. Seit Mitte der 1990er-Jahre malt er seine farbenfrohen Motive vornehmlich »Pleinair«, also an der Frischluft, in seiner Wahlheimat, der Oberpfalz. Angermann lebt auf einem Berg namens Kütschenrain in Thurndorf nahe Kirchenthumbach.


Artikel in der NZ:

23 Fragen an den Maler Peter Angermann

Schönheit ist, wenn's passt

NZ: Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass Sie ein Künstler sind?
Peter Angermann: Schon immer.
NZ: Auch Genies haben Hunger: Was haben Sie gestern zu Mittag gegessen?
Angermann: Risotto mit Hühnerfleisch. Weil unser Hahn einfach nicht in den Stall zu bewegen war.
NZ: Wo fängt Kunst an, und wo hört sie auf?
Angermann: Sie fängt an, wo sie anfängt und endet in der Gewöhnung.
NZ: Welchen zeitgenössischen Nürnberger Künstler schätzen Sie besonders?
Angermann: Dan Reeder und Harri Schemm und - ach so, ich soll ja bloß einen nennen - weil er halt einfach genial und unabhängig von den gängigen Vorstellungen ist.
NZ: Welche Techniken stehen Ihnen zu Gebote?
Angermann: Am liebsten mal ich im Freien mit Öl.
NZ: Was ist der Sinn des Lebens?
Angermann: Gute Frage.
NZ: Wie wichtig ist Ihnen die so genannte Hochkultur wie Staatstheater, Opernhaus, Klassische Konzerte?
Angermann: Letztlich sehr.
NZ: Wie hart ist der Konkurrenzkampf unter Künstlern in Nürnberg?
Angermann: Spielt leider kaum eine Rolle.
NZ: Hat man größere Chancen bei den Frauen (resp. Männern), wenn man Künstler ist?
Angermann: Keine Ahnung. Ich weiß ja nicht, wie es ist, kein Künstler zu sein.
NZ: Wie wichtig ist die öffentliche Förderung der Künste?
Angermann: Wäre Kultur ausschließlich Privatsache, könnte man darauf verzichten. Eine Gesellschaft gäbe es dann aber nicht, nur eine Ansammlung von Idioten.
NZ: Wozu braucht es eine Kunstakademie?
Angermann: Eben weil Kultur nicht einfach Privatsache ist, sondern grundlegend gesellschaftlich.
NZ: Beschreiben Sie ihr derzeit schlechtestes Werk ? und Ihr bestes?
Angermann: Ein schlechtes Werk, so es mal vorkommt, wird sofort vernichtet und vergessen. Das beste ist in der Regel das frisch vollendete.
NZ: Haben Sie jemals mit dem Gedanken gespielt, Nürnberg zu verlassen? Und warum sind Sie immer noch hier?
Angermann: Ich verbrachte die Hälfte meines Lebens in Nürnberg, und so soll es bleiben. Es gibt vielleicht aufregendere, aber keine gemütlicheren Großstädte.
NZ: Wo finden in Nürnberg die besten Ausstellungen statt?
Angermann: Zur Zeit grade bei Sima.
NZ: Wenn Sie noch mal von vorne anfingen - was würden Sie anders machen?
Angermann: Selbst wenn sich die Frage stellen würde: nichts!
NZ: Wie haben Sie Ihren Eltern beigebracht, dass Sie Künstler sind?
Angermann: Mit grober Entschiedenheit.
NZ: Wann nervt Kunst?
Angermann: Sie nervt, wenn sie reine Routine wird.
NZ: Was ist Stil?
Angermann: Stil ist gratis für fleißige Künstler.
NZ: Lesen Sie Kritiken über Ihre Arbeit?
Angermann: Ja.
NZ: Wie finden Kinder Ihre Werke?
Angermann: Zustimmung überwiegt.
NZ: Wie heilig ist Ihnen die Kunst?
Angermann: Halleluja!
NZ: Haben Sie Angst vor dem Tod?
Angermann: Nein.
NZ: Was ist Schönheit?
Angermann: Schönheit ist, wenn's passt.


Fragen: Christian Mückl und Magnus Zawodsky