Pretzfeld

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Pretzfeld
Ortstyp Markt
Landkreis Forchheim
Regierungsbezirk Oberfranken
Bundesland Bayern
Höhe 293 m ü. NN
Fläche 24,18 km²
Einwohner 2.475 (31. Dez. 2007)
Gemeindeschlüssel 09 4 74 161
KFZ-Kennzeichen FO
Anschrift der Verwaltung Hauptstraße 3

91362 Pretzfeld

Telefon 09194 7347-0
Website http://www.pretzfeld.de/
Bürgermeister Rose Stark (SPD/Ökologen)
Wappen Pretzfeld.png
Blick auf Pretzfeld
Pretzfelder Kirche St. Kilian
Das Pretzfelder Schloss

Pretzfeld ist eine Marktgemeinde im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Der Ort liegt in der Fränkischen Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Das Kirschenzentrum Pretzfeld liegt im Wiesenttal und an der Mündung der Trubach in die Wiesent. Die Mündung der Trubach in die Wiesent liegt zwischen Pretzfeld und Kirchehrenbach in der Fränkischen Schweiz.

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde Pretzfeld im Jahr 1145. Sein Marktrecht erhielt es erst 1857. Besiedelt soll das "breite Feld" aber bereits vor dem 6. Jahrhundert nach Christus von den Thüringern gewesen sein, die spätestens im Jahr 531 von den Franken vertrieben wurden. Aber auch slawische Siedlungen soll es im ersten Jahrtausend an der Trubachmündung gegeben haben. Seit dem Hoch- und Spätmittelalter stand die Gemeinde vor allem unter dem Einfluss der Bischöfe von Bamberg. Außerdem hinterließen die Reichsritter Stiebar von und zu Buttenheim nach den Bauernkriegen sichtbare Spuren im Dorf. Im 18. Jahrhundert übernahmen die Grafen von Seinsheim das Ruder. Die Zeichen beider Adelsgeschlechter sind heute im Wappen des Marktes verewigt.

Tatsächlich wurde das Pretzfelder Leben in der frühen Neuzeit aber weniger durch überregionale Ereignisse bestimmt. Prägend waren eher örtliche Auseinandersetzungen, deren bekannteste der „Bierkrieg“ mit Ebermannstadt darstellt. In diesem Zusammenhang war den Bewohnern des Nachbarortes schon 1513 schriftlich bestätigt worden, dass die Pretzfelder nicht befugt seien, „zu mälzen und zu bräuen“. Vielmehr seien sie verpflichtet, ihr Bier aus Ebermannstadt zu beziehen. Diese Vorschrift wurde offenbar von der Pretzfelder Schlossverwaltung missachtet, indem diese nicht nur für das Schloss brauen, sondern auch die örtlichen Wirtshäuser beliefern ließ. Im Gegenzug überfielen die Ebermannstädter am 6. September 1690 das Pretzfelder Schloss, zerschlugen die Brauerei und schütteten etwa zwanzig Eimer Bier aus. Nach einem jahrzehntelangen Prozess vor dem Reichskammergericht wurde verfügt, dass in der Schlossbrauerei nur noch für den Eigenbedarf gebraut werden durfte. Seit dem Jahr 2007 wird im Pretzfelder Nikl-Bräu allerdings wieder für Touristen gebraut.

Ortsteile

Ab 1972 wurden selbständige Gemeinden in die Marktgemeinde Pretzfeld eingemeindet.

Altreuth Eberhardstein Hagenbach
Hardt Hetzelsdorf Kolmreuth
Lützelsdorf Pfaffenloh Poppendorf
Pretzfeld Oberzaunsbach Unterzaunsbach
Urspring Wannbach Thosmühle

Nachbarorte


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswertes

Architektonisches

  • Der schönen, in den Jahren zwischen 1742 und 1761 errichteten Rokokokirche von Pretzfeld liegt ein nicht unerheblicher Kunstfehler zugrunde. Der Bamberger Hofarchitekt Johann Jakob Michael Küchel wollte den Turm der ursprünglichen Holzkonstruktion um sieben Meter erhöhen. Im Jahr 1739 stürzte er ein und zerstörte die Kirche und umliegende Gebäude. Küchels Konkurrent Balthasar Neumann machte Rechenfehler des Architekten für das Unglück verantwortlich, was den allerdings nicht daran hinderte, den Neubau in Angriff zu nehmen und nach knapp 20 Jahren auch fertigzustellen. Der Gerichtsprozess gegen Küchel endete erst nach Abschluss der Bauarbeiten mit einem Vergleich.
  • Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Schloss, in dem heute die Gemäldegalerie des Neo-Impressionisten Curt Herrmann zu sehen ist.
  • Die Felsenkeller, die jedes Jahr im Juli etwa 200 Höhenmeter oberhalb der Ortschaft als Kulisse für das Pretzfelder Kirschenfest dienen.
  • Der jüdische Friedhof auf dem Judenberg hinter den Kellern, der von der einst großen jüdischen Gemeinde im Markt erzählt.
  • In der Gemeinde liegt außerdem die auch als Jura-Dom oder als „der Dom der Fränkischen Schweiz“ bezeichnete mächtige St.-Matthäus-Kirche zu Hetzelsdorf, der erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts im neugotischen Stil errichtet wurde, und die kleine Ortschaft Hetzelsdorf auf der Pretzfeld gegenüberliegenden Seite des Trubachtals fast zu erdrücken scheint.
  • Nah des Ortsteils Urspring liegt außerdem der Röthelfels, ein 300 Meter breites und teils über 50 Meter hohes Felsmassiv, das weithin sichtbar ist und als Mekka für Sportkletterer gilt.

Parks und Erholungsanlagen

Die den Ort umgebende Fränkische Schweiz

Vereine

Freiwillige Feuerwehren

  • Freiwillige Feuerwehr Hetzelsdorf e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Lützelsdorf e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Pretzfeld e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Hagenbach e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Zaunsbach e.V.

Vereine von A-Z

Musik

  • Singgemeinschaft Pretzfeld
  • Musikverein Pretzfeld
  • Gemischter Chor Wannbach

Soziales

  • Sozialverband VdK

Sport

  • Sportverein Pretzfeld 1946 e.V.
  • Bund Naturschutz
  • Fischereiverein Hagenbach e.V.
  • Fränkischer Schweiz Verein (FSV-Pretzfeld)
  • Fränkischer Schweiz Verein (FSV Unteres Trubachtal)
  • Krieger- und Soldatenverein Pretzfeld
  • Schützenverein Trubachtal Hagenbach e.V.
  • Soldatenkameradschaft Hetzelsdorf und Umgebung
  • Sparverein „Zum Hartl“
  • Kellerhausfreunde
  • Krieger- und Soldatenverein Hetzelsdorf
  • Krieger- und Soldatenverein Wannbach
  • Verein Zufriedenheit

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Fränkisches Kirschenfest in Pretzfeld
  • Kiliani-Kirchweih mit Kunsthandwerkermarkt im Schlosshof

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Die Landwirtschaft prägt bis heute den Markt Pretzfeld. Vor allem als Zentrum des Obstbaus ist die Gemeinde ein Begriff. Neben den zahlreichen Schnapsdestillen verfügen auch die Brauereien auf dem Gemeindegebiet (u.a. in Hetzelsdorf und Unterzaunsbach) über einen hervorragenden Ruf. Außerdem hat das Technologieunternehmen Geiger, das unter anderem Dreh- und Frästeile für die Automobilindustrie fertigt, seinen Sitz in Pretzfeld.


Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Dr. phil. Christoph Beck (* 28. April 1874 in Pretzfeld; † 20. Dezember 1939 in Nürnberg), Direktor der Realschule zu Nürnberg. Bestattet wurde er in einen noch bestehenden Grab zu Pretzfeld.

Weitere Persönlichkeiten

  • Curt Herrmann (* 1. Februar 1854 in Merseburg; † 13. September 1929 in Erlangen), Maler
  • Walter Schottky (23. Juli 1886 in Zürich/Schweiz; † 4. März 1976 in Forchheim), Industriephysiker. Bestattet in Pretzfeld
  • Eberhard Spenke (5. Dezember 1905 in Bautzen; † 14. November 1992 in Erlangen), Industriephysiker. Bestattet in Pretzfeld

Literatur

  • Reinhold Glas: Pretzfeld. Erlangen; Jena: Palm & Enke
    • Band 1: Häuser- und Familienchronik eines Marktortes in der Fränkischen Schweiz. [Hrsg. vom Arbeitskreis Heimatkunde im Fränkische-Schweiz-Verein], 1994, 1108 S, ISBN 3-7896-0538-7 (Die Fränkische Schweiz - Landschaft und Kultur; Band 9)
    • Band 2: Die Entwicklung der Ortsteile im Spiegel der Geschichte seiner Anwesen und Bewohner ; Eberhardstein, Hagenbach, Hetzelsdorf, Kolmreuth, Lützelsdorf, Oberzaunsbach, Pfaffenloh, Poppendorf, Unterzaunsbach, Urspring, Wannbach. 2007, 1203 S., ISBN 978-3-7896-0678-6 (Die Fränkische Schweiz - Landschaft und Kultur; Band 13)
  • H.P. Siebenhaar/Michael Müller, Fränkische Schweiz, Michael Müller Verlag, Erlangen, 2006

Siehe auch

Weblinks

Karte

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