Radtour von Nürnberg nach Weißenohe
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Süffiges Bier und sprudelndes Quellwasser
Von Clemens Helldörfer
In der Reihe von Radtouren, bei denen es mit dem Fahrrad hin und mit dem Zug wieder nach Hause geht, brechen wir diesmal in Richtung Fränkische Schweiz auf. Ziel ist der direkt bei Gräfenberg gelegene Ort Weißenohe, vor allem bekannt durch die dort ansässige Klosterbrauerei, die gleichzeitig den Einstieg in den neuerdings extrem populären "Fünf-Seidla-Steig" bildet. Zurück geht es dann mit der schmucken Gräfenbergbahn. Die Route verläuft fast ausschließlich über kleine Landstraßen und ist auch für Rennräder geeignet, allerdings sollten die "Pedaleure" mit ihren sportlichem Untersatz zu Beginn nicht über die Wanderwege des Reichswalds, sondern über die Verbindungsstraße von Neunhof nach Kalchreuth fahren.
Die gut 45 Kilometer lange Tour startet im Schatten röhrender Turbinen, genauer gesagt am Nürnberger Flughafen. Dorthin gelangt man entweder mit der U-Bahn oder gleich mit dem Rad. Dann nehmen wir die Flughafenstraße in westlicher Richtung unter die Räder, folgen anschließend der Irrhainstraße und fahren immer im Uhrzeigersinn am Flughafenzaun entlang. Acker-Gerüche vermischen sich hier mit einer zarten Kerosin-Note. Durch Heidekraut-Anbauflächen geht es nach Kraftshof, das in diesem Bereich vor allem durch gläserne Gewächshäuser bestimmt wird. Nun schwenken wir nach rechts in Richtung des Golfplatzes im Reichswald. Die Straße dorthin ist Teil einer ehemaligen Ortsverbindung nach Buchenbühl, die nach jahrelangem Streit um Zuständigkeiten (und vor allem Instandhaltungskosten) schließlich aufgelassen wurde. Aus diesem Grund darf der motorisierte Verkehr nur bis zum Golfplatz-Parkplatz fahren. Wir dringen weiter in den Wald vor, überqueren die Autobahn und halten uns an die hölzernen Wegweiser nach Kalchreuth. Diese führen uns über die Wolfsfelder Wiese zur Straße, die den Wald von Neunhof kommend durchschneidet. Ihr folgen wir auf dem eigens angelegten Radweg, der hier ordentlich ansteigt. Nach dieser ersten Bergwertung hat man sich in Kalchreuth durchaus ein Kaltgetränk verdient, etwa im an der Strecke gelegenen Gasthof "Drei Linden".
In der Ortsmitte von Kalchreuth geht es links in Richtung Röckenhof. Dabei gehen unsere mühsam erstrampelten Höhenmeter gleich wieder flöten, immerhin mit der Entschädigung in Form einer rasanten Abfahrt. Locker sitzende Mützen sollten vorher unbedingt fixiert werden, der beste Radler-Kopfschmuck ist aber ohnehin ein guter Helm. Über Unterschöllenbach fahren wir nach Kleinsendelbach, dann nach Schellenberg, Neubau und Ettlaswind. Langsam baut sich vor uns die Frankenalb auf, die allerdings keinen wirklich bedrohlichen Anstieg darstellt. Über Ober- und Unterlindelbach erreichen wir Igensdorf, wo die St.-Georgs-Kirche einen schönen Blickfang bietet. 1524 bis 1806 unterstand die Pfarrei dem Landalmosenamt Nürnberg.
Wir haben uns mittlerweile wieder einem Fernradweg angeschlossen, nämlich dem von Erlangen ins Pegnitztal. Er führt uns weiter in Richtung Weißenohe, links von den Gleisen der Gräfenberg-Bahn, denen wir bis zum Bahnhof Weißenohe folgen. Der Ort verfügt gerade aus Nürnberger Sicht über eine hochinteressante Geschichte: Fast immer gehörten Gemeinde und Kloster zur "Oberen Pfalz", obwohl sie mehr oder weniger vom Gebiet der Freien Reichsstadt Nürnberg umschlossen ware, die sich natürlich alle möglichen Ansprüche einfallen ließ, um sich diesen störenden Fremdkörper doch einmal einverleiben zu können. Der Bau der heutige Klosterkirche, die erst von kurzem umfassend renoviert wurde, dauerte von 1692 bis 1707.
Von dem ehemaligen Benediktinerkloster aus stehen uns mehrere Optionen offen: Eine Einkehr im Kloster-Bräustüberl (Montag und Dienstag Ruhetag!) oder eine kleine Zusatz-Tour von wenigen Kilometern, die bis zur vier Kilometer entfernen Lillachquelle führt. Hier lockt zwar nicht das Bier, dafür aber das Naturschauspiel eines Bachlaufs mit pittoresken Sinterterassen. Zurück nach Nürnberg bringt uns auf jeden Fall die Gräfenbergbahn ab Weißenohe, die bis zum Nordostbahnhof fährt. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, nicht gerade zu absoluten Stoßzeiten zu fahren, denn die kleinen Bahnen haben nicht übermäßig viel Platz für Radler.
Interaktive Tourenkarte
Tipps zur Bedienung dieser Tourenkarte
Mit Klicken auf das Plus- und dem Minuszeichen (links oben in der Karte) bzw. mit dem Mausrad lässt sich der dargestellte Ausschnitt vergrößern bzw. verkleinern, mit den Pfeilsymbolen bzw. der Handfunktion (linke Maustaste gedrückt halten)der Ausschnitt verschieben und so die Strecke virtuell abfahren. Durch Klicken auf die roten Markierungspunkte erhält man Informationen zu Besonderheiten entlang der Strecke bzw. Wegpunkten. Nach dem Schließen der Seite kehrt die Karte wieder in ihren Ausgangszustand zurück.
Folgende drei Darstellungmöglichkeiten sind wählbar: Kartendarstellung, Satellitendarstellung und Satellitendarstellung mit Straßennamen (Hybrid). Die maximale Vergrößerungsstufe ist vom vorhandenen Bildmaterial abhängig.
Querverweise
Literatur
Artikel in der NZ
- Clemens Helldörfer: Süffiges Bier und sprudelndes Quellwasser, NZ vom 10.8.2009 - NZ online
Weblinks
- Die Geschichte des Klosters Weißenohe beim Haus der bayerischen Geschichte - online
