Schloss Ratibor Roth

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
In den Räumen des Schlosses Ratibor findet sich eine abwechslungsreiche und mitunter auch kuriose Sammlung zur Geschichte von Schloss und Stadt mit vielen damit verbundenen Aspekten.
Schloss Ratibor


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Schloss Ratibor in Roth kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. In den 1630er-Jahren erbaut, diente es den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach als Jagdschloss. Seinen Namen erhielt es nach dem schlesischen Fürstentum Ratibor, welches die Ansbacher Markgrafen in dieser Zeit ebenfalls regierten und aus dessen Steuereinnahmen der Schlossbau in Roth finanziert wurde.

Nach dem Ende der Markgrafschaft 1791 und dem Übergang an das Königreich Bayern 1805 gelangte das Schloss in den Besitz der Industriellenfamilie Stieber und diente als Wohngebäude und Fabrikationsstätte für leonische Drahtwaren.

Am Ende des 19. Jahrhunderts verlagerte Wilhelm von Stieber die Fabrikationsräume und begann mit dem Umbau des Schlosses in einen repräsentativen Wohnsitz im Stil des Historismus. Die Räume im ersten Stock gehören heute zu den besterhaltenen Zeugnissen historistischer Wohnkultur in Bayern. Mit der Produktion leonischer Waren reich geworden, ließ Stieber seine Räume von namenhaften Künstlern ausgestalten.

Der Prunksaal im Stil des Frühbarocks ist wohl der bedeutendste Raum im Schloss Ratibor. Die Wandteppiche mit Szenen aus der Odyssee des Homer sowie die vergoldete Decke mit mythologischen Gemälden dienten der Repräsentation des erfolgreichen Industriebarons und Schlossherren Wilhelm von Stieber. Im zweiten Stock betritt man heute das Museum der Stadt Roth. Intarsierte Zimmertüren und Reste von Decken- und Wandbemalungen erinnern noch daran, dass hier der Sohn Wilhelm von Stiebers großzügige Räume bewohnte.

Neben Zeugnissen aus der Rother Stadtgeschichte und der Darstellung des städtischen Lebens unter verschiedenen Aspekten, beherbergt das Museum umfangreiche Sammlungen zum Kunstgewerbe vor allem des 19. Jahrhunderts. Herausragend ist besonders der Bestand an handwerklicher Keramik aus dem südlichen Mittelfranken. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Werk des aus Roth stammenden Malers Anton Seitz, der zu den bedeutendsten Genremalern der Münchner Schule aus dem Kreis um Carl Spitzweg gehörte.

Kontakt

Museum Schloss Ratibor
Hauptstraße 1
91154 Roth
Telefon 09171 848-532

Literatur

  • Edgar Baumgartl, Roth. Schloß Ratibor, = Kleine Kunstführer Nr. 1575, München; Zürich: Verlag Schnell & Steiner 1986.
  • Ders., "Im Hause des Kommerzienrates". Schloß Ratibor in Roth um die Jahrhundertwende, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung Bd. 47/1987, S. 151-189.

Siehe auch

Rückansicht

Weblinks