Schloss Seehof Memmelsdorf

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Schloss Seehof in Memmelsdorf
Blick in den Innenhof des Schlosses
Schloss Seehof
Gemeinde Memmelsdorf
Landkreis Bamberg
Regierungsbezirk Oberfranken
Bundesland Bayern
Kfz-Kennzeichen BA
Höhe
Fläche
Einwohner


Schloss Seehof auch Marquardsburg - nach seinen Bauherrn dem Fürstbischof Marquard Schenk von Stauffenberg - benannt findet sich etwa fünf Kilometer östlich von Bamberg in der Gemeinde Memmelsdorf gelegengen vor. Schloss und Park ist die ehemalige Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe. Das Schloss ist seit 1976 Sitz einer Außenstelle des Bayerischen Landesamt für Denkmalspflege.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schlossbeschreibung

Das vierflügelige Schlossgebäude mit den markanten eckständigen Türmen entstand im Auftrag des Bamberger Fürstbischofs Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg (1683 bis 1693) . Der Plan stammte von Antonio Petrini, der Bau wurde 1687 begonnen und 1696 abgeschlossen. Nach dem Auftraggeber wird das Schloss auch Marquardsburg genannt und ähnelt in seinervierflügeligen Anlage dem Schloss Johannisburg in Aschaffenburg.

Dem Schloss wurde von Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn die Gartenanlage in ihrer heutigen Größe hinzugefügt und mit Fontänen, Brunnen, Bosketten und einem Heckentheater ausgestattet. Der Höhepunkt der Gartenkunst wurde unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim erreicht, der zwischen 1757 und 1779 unter anderem ein nicht mehr erhaltenes Labyrinth schuf, Wasserspiele bauen ließ und für reichen Skulpturenschmuck sorgte. Die Figuren führte der Bamberger Hofbildhauer Ferdinand Tietz aus, der auch für den Garten in Veitshöchheim tätig war. Skulpturen von Ferdinand Tietz schmücken auch den Rosengarten der Neuen Residenz in Bamberg.

Parkanlage

Das Schloss wird von einem großen Garten umschlossen, der im Stil des Rokoko gestaltet war. Die Anlage umfasst eine Gesamtfläche von 21 ha.

Die Gesamtanlage stellt sich heute als rechteckiger Garten dar, der in sechs durch Wege getrennte Rechtecke gegliedert ist. Das Schloss liegt zentral, die Wege sind als Alleen ausgeführt. Die ursprüngliche Gartengestaltung ist nicht mehr erkennbar, die meisten Flächen sind mit Rasen belegt, in den mittleren Rechtecken findet sich lockerer Baumbestand, in einem weiteren ein Boskettbereich.

Kaskade

Adam Friedrich von Seinsheim veranlasste den Bau einer repräsentativen Kaskade, die Planungen dafür begannen 1761, Baubeginn war 1764 und die Inbetriebnahme 1771. Die Planung führte Johann Michael Fischer aus, die künstlerische Gestaltung übernahm Ferdinand Tietz.

Nach manchen entstellenden Eingriffen, die auch die Stabilität des Bauwerks beeinträchtigten, war die Kaskade zum Zeitpunkt des Erwerbs von Seehof durch den Freistaat in einem desolaten Zustand. Die nicht mehr konservierbaren Partien der Kaskade können mit anderen Skulpturen im Ferdinand-Tietz-Museum in der westlichen Orangerie des Schlosses besichtigt werden. Nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten durch ein Team von Steinmetzen und Restauratoren konnte die wiederhergestellte Kaskade am 22. Juli 1995 wieder in Betrieb genommen werden.

Das Wasser zu dem "Spritzbrunnen" wird nicht wie in fürstbischöflichen Zeiten durch die seit nunmehr über 200 Jahre zerstörte "Fernwasserleitung" zugeführt, sondern durch "Druck- und Umwälzpumpen".

Wasserversorgung der Kaskade

Um eine hinreichende Wasserversorgung mit ausreichender Fallhöhe für das Schloss und die Wasserkünste im Garten zu gewährleisten, wurde zuerst eine Wasserleitung und später ein Tunnel angelegt. Es wurden mehrere Quellen genutzt; die Wasserleitung, die teilweise als Druckleitung ausgelegt war, hatte eine Länge von etwa sechs Kilometern. 1764 wurde mit dem Bau eines begehbaren Tunnels durch den Schammelsberg begonnen. Die Ausführung erfolgte in bergmännischem Vortrieb im Gegenortverfahren unter Zuhilfenahme eines Orientierungsschachtes. Der Tunnel führt durch den anstehenden Fels, an anderen Stellen war eine Gewölbeausmauerung notwendig. Die Wasserführung erfolgte in einer gedeckten Rinne auf der Tunnelsohle. Der Tunnel hat eine Länge von 640 Metern. Die Rohre dieser Wasserversorgung wurden im Zuge der Säkularisation durch den Landbaumeister Ferdinand von Hohenhausen herausgerissen und das Blei verkauft.

Gutshof

Fasanerie

Schloss Seehof

Schicksale nach 1802

Mit der Säkularisation 1803 kam das Schloss 1818 in Besitz der Familie von Zandt. Nach dem Tode des letzten von Zandts wurden ab 1950 verschleuderte der neue Besitzer die Kunstgegenstände des Schlosses und des Schlossgartens und ließ die Gebäude verfallen.

Auch der Park wurde seines Schmuckes beraubt, die Kaskade verfüllt und alle Skulpturen an andere Standorte verbracht. Teile der verkauften Einrichtung werden heute zum Beispiel im New Yorker Metropolitan Museum of Art gezeigt.

1975 erwarb der Freistaat Bayern die Liegenschaft. Nach einer umfangreichen Sanierung des Hauptgebäudes, die bis in die 1990er Jahre andauerte, ist das Schloss nun eine Aussenstelle des Landesamts für Denkmalspflege.

Viele der verkauften Inneneinrichtung wie auch viele Figuren konnten zurückerworben werden, sodass nun neun Schauräume innerhalb des Schlosses der Öffentlichkeit zugänglich sind

Literatur

  • Anton Joseph Schöpf, Prof.: Die Marquardsburg oder Schloß Seehof. Bamberg: Druck der W. Gärtner'schen Officin, 1864, 42 S. (Jahres-Bericht über das Königlich Bayerische Lyceum, Gymnasium und über die lateinische Schule zu Bamberg, 1863/64)
  • Michael Petzet, Emil Bauer: Schloß Seehof - Sommerresidenz der Bamberger Fürstbischöfe. Bamberg: Verlag Fränkischer Tag, 1995, ISBN 3-928648-17-9
  • Alfred Schelter, Michael Petzet: Schloss und Park Seehof. Bamberg/Memmelsdorf. Amtlicher Führer. München: Bayerische Schlösserverwaltung, 2005, 136 S., ISBN 3-932982-60-6

Siehe auch

Weblinks

  • Schloss Seehof - Memmelsdorf
  • Schloss und Park Seehof, Bayerische Schösserverwaltung - im Netz
  • Bernhard Peter: Schloss Seehof - Teil (1): Hauptschloss, Westseite – im Netz
  • Bernhard Peter: Schloss Seehof - Teil (2): Hauptschloss, Ostseite - im Netz
  • Schloss Seehof - Wikipedia