Schwabach

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Schwabach
Status Kreisfreie Stadt
Oberbürgermeister Matthias Thürauf (CSU)
Vorwahl 09122
Postleitzahl 91126
Webpräsenz http://www.schwabach.de/
Stadtverwaltung Königsplatz 1, 91126 Schwabach
Einwohner knapp 40.000
Wappen
Wappen Schwabach.gif

Schwabach ist die kleinste von 24 kreisfreien Städten Bayerns. Sie ist der südlichste Partner der Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach. Der kleine Fluss, der durch die Stadt fließt, ist namensgebend für die Stadt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Schwabach ist bekannt als die Stadt der Goldschläger: Seit etwa 500 Jahren gibt es dieses Handwerk dort. Heute gibt es noch neun Betriebe in Schwabach, die Blattgold herstellen und weltweit exportieren. In der Stadt findet sein einigen Jahren das Festival „ORTUNG – Im Zeichen des Goldes“, das an die Goldschlägertradition anlehnt. Die Zeit- und Stadtgeschichte sind in Schwabach im Stadtmuseum zu erleben. Dort befindet sich auch das Eiermuseum, das ein weltberümtes Fabergé-Ei präsentiert.

Geschichte

  • 750–500 v. Chr. Urnenfunde. Diese Funde mit den Überresten einer Brandbestattung ist ein Beweis dafür, dass spätestens 750-500 v. Chr. das Schwabacher Stadtgebiet besiedelt war
  • 600–700 erste Hinweise auf Siedlung und Fluss
  • ~ 800 Suapaha gehört zum Besitztum des Klosters St. Emmeram bei Regensburg.
  • ~ 850 Suabaha geht an das Kloster Fulda über.
  • 1117 urkundliche Erwähnung der villa suabach
  • 1166 Suabach wird erneut verschenkt (der Beschenkte: Zisterzienserkloster Ebrach im Steigerwald) – der Mönchshof, heute eine beliebte Kneipe, bleibt bis 1797 im Besitz des Klosters.
  • 1299 Schwabach fällt an den Grafen Emicho von Nassau.
  • 1303 forum (Markt) Swabach – Bezeichnung ändert sich.
  • 1364 Swabach wird von den Nassauern an die Burggrafen von Nürnberg (Hohenzollern) verkauft. Eine Stadtmauer wird errichtet.
  • 1371 Swabach erhält das Stadtrecht.
  • 1469–1495 Die Stadtkirche wird neu gebaut. Es handelt sich um eine gotische Staffelhallenkirche mit einem prächtigen Hochaltar aus der Werkstatt des Nürnberger Meisters Michael Wolgemuth, vermutlich unter Mitarbeit des berühmten Holzschnitzers Veit Stoß.
  • ~ 1470 Schwabach wird Haupt-, Münz- und Legstadt des Fürstentums Ansbach. Bis 1795 werden hier Münzen geprägt, zuletzt in dem heute noch existenten herrschaftlichen Gebäude in der Münzgasse.
  • ~ 1500 Ein Schwabacher Typenschneider hat vermutlich in Nürnberg die Schwabacher Schrift entwickelt. Sie wurde so populär, dass Luthers Bibelübersetzung in dieser Schriftart gedruckt wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde diese Schrift verboten.
  • 1528 In Schwabach wird die Brandenburgisch-Nürnbergische Kirchenordnung beschlossen, die die Reformation in Nürnberg und im Fürstentum Ansbach fixiert.
  • 1529 Die Schwabacher Artikel eine der Grundlagen der Augsburger Konfession und des Protestantismus, werden im Schwabacher Gasthof Zum Goldenen Stern (der heute noch steht) beraten.
  • 1547 Im Gasthof Goldene Gans wird Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen kurze Zeit gefangengehalten. Das Gebäude am Marktplatz heißt seitdem Fürstenherberge.
  • 1618–68 Evangelische Glaubensflüchtlinge (Exulanten) aus der Oberpfalz und Österreich lassen sich in Schwabach nieder.
  • 1632 Belagerung und Plünderung Schwabachs durch wallensteinsche und kurbayerische Truppen.
  • 1633 Mit einem Weißenburger Nadlermeister kommt ein neues Gewerbe nach Schwabach, das in den folgenden Jahrhunderten bis heute von großer Bedeutung für die Stadt sein wird: die Nadlerei.
  • 1686 Französische Hugenotten finden als Glaubensflüchtlinge Aufnahme in der Stadt. Sie gründen eine Gobelinmanufaktur und bringen neue Gewerbe wie z.B. die Strumpfwirkerei nach Schwabach.
  • 1687 Die Hugenotten bauen sich ein eigenes Gotteshaus, die „Franzosenkirche“.
  • 1716 Mit der Schwabacher Kattunmanufaktur entsteht die erste moderne Fabrikanlage Frankens.
  • 1717 Der Schöne Brunnen auf dem Schwabacher Marktplatz wird durch Markgraf Wilhelm Friedrich eingeweiht
  • 1727 Der Mediziner und Botaniker Johann Gottfried Zinn wird in Schwabach geboren. Nach ihm wird später eine Blume benannt: die Zinnie.
  • 1732 Eine gewaltige Überschwemmung vernichtet in der Innenstadt Häuser und kostet etliche Menschenleben. Die Wasserstandsmarkierung ist heute noch an der Spitalkirche zu sehen.
  • 1792 Schwabach wird vom letzten Markgrafen, Karl Alexander, mitsamt seinen Fürstentümern an Preußen verkauft.
  • 1806 Schwabach wird dem neuen Königreich Bayern einverleibt.
  • 1849 Schwabach erhält einen Bahnhof an der neuen Ludwig-Süd-Nord-Bahn (dafür wird die Pferdepostlinie eingestellt).
  • 1862 Kreisstadt für den Landkreis Schwabach (bis 1972).
  • 1936 Am 6. Oktober rückte die Nachrichten-Abteilung 17 der Wehrmacht in ihre Garnison in Schwabach ein und bezog die neu gebaute Kaserne in der Stadt. Im Laufe der Zeit folgten weitere Einheiten der Wehrmacht.
  • 1941 Fliegerangriff auf Schwabach mit Bombenschäden.
  • 20.4.1945 kurz vor Ende des II. Weltkrieges wird Schwabach durch US-Truppen besetzt. Die Nachrichtenkaserne im Norden der Stadt wird von der US-Armee als O’Brien Barracks weitergeführt.
  • 1953 Das Stadtwappen wird in seine heutige Form geändert.
  • 1972 Durch die Gebietsreform mit ihren Eingemeindungen wird Schwabach zur kleinsten kreisfreien Stadt Bayerns.
  • 1975 Partnerschaft mit der Stadt Les Sables d’Olonne wird geschlossen.
  • 1979 Schwabach erhält die Europa-Nostra-Medaille.
  • 1993 Nach dem Abzug der US-Armee entsteht durch die Nutzung der ehemaligen Kaserne ein neuer Stadtteil mit Schulen, dem Stadtmuseum, einem Wirtschaftsförderungszentrum sowie Wohn- und Geschäftsareale.
  • 1998 Partnerschaftsvereinbarung mit Kemer in der Türkei.
  • 2002 Partnerschaftsvereinbarung mit Kalambaka in Griechenland
  • 2005 Schwabach gewinnt beim Bundeswettbewerb "Unsere Stadt blüht" eine Goldmedaille.

Politik

Bürgermeister

Oberbürgermeister von Schwabach ist Matthias Thürauf (CSU).

Städtepartnerschaften

Die Stadt hat Städtepartnerschaften mit

  • Les Sables D'Olonne (Frankreich),
  • Kemer (Türkei) und
  • Kalampaka (Griechenland).

Patenschaft

Außerdem hat Schwabach zusammen mit Les Sables die eine Patenschaft für eine von der katholischen Mission getragene Landwirtschaftsschule in der Stadt Gossas (Senegal) übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Museen

Bauwerke

Sport

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Schwabach profitiert wirtschaftlich stark von der Nähe zu Nürnberg. Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es nur wenig sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. So ist die Stadt neben dem ebenfalls direkt an Nürnberg (und zugleich an Erlangen) grenzenden Fürth die einzige kreisfreie Stadt in Bayern, aus der mehr Menschen aus- als in diese einpendeln. (Vgl. Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit).

Berühmt ist Schwabach für seine Goldschläger und das von ihnen produzierte und weltweit exportierte Blattgold. Der Buckingham Palace in London, Türme von orthodoxen Kirchen in der Ukraine, Palastkuppeln in den Emiraten und viele andere sehenswerte Gebäude in aller Welt wurden mit Schwabacher Blattgold versehen. Der mit 14.000 Blatt Schwabacher Blattgold verzierte Goldene Saal im Rathaus wurde von Kurt Severin und Max Friese gestaltet. Im Jahr 2004 feierte Schwabach das Jubiläum 500 Jahre Blattgold in Schwabach. Blattgold ist noch heute Bestandteil des dem Danziger Goldwasser nachempfundenen Schwabacher Goldwassers, das ein Gewürzlikör mit feinsten Blattgoldstückchen ist.

In früheren Jahrhunderten bestimmten vor allem Handwerker, wie etwa Bierbrauer und Goldschläger, sowie erste Industriebetriebe im Bereich Nadelherstellung und Drahtzieherei das wirtschaftliche Geschehen. Heute ist für die Stadt ein breites, vor allem im Mittelstand angesiedeltes Spektrum an Produktions-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben charakteristisch. Viele dieser Betriebe arbeiten in Marktnischen, in denen sie zum Teil bundesweit Marktführerschaft errungen haben.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

  • Jean Philippe Baratier (* 19. Januar 1721 in Schwabach; † 5. Oktober 1740 in Halle (Saale)) , Sohn eines hugenottischen Geistlichen, der bereits im Kindesalter eine Reihe von Sprachen beherrschte, darunter einige arabische. Erlangte mit 14. Jahren in Halle die Würde eines Magisters der Philosophie, war Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und gilt als Wunderkind.
  • Dr. Albrecht Haas (* 8. März 1906 in Pegnitz; † 20. Januar 1970 in Schwabach), Mitbegründer der bayerischen FDP, verschiedene politische Ämter (Abgeordneter, Staatssekretär) und 1958-1962 Bayerischer Staatsminister der Justiz
  • Hans Hartmann, vor allem in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg international erfolgreicher Radprofi.
  • Adolf von Henselt (* 9. Mai 1814 in Schwabach; † 10. Oktober 1889 in Warmbrunn) , Klaviervirtuose und Musikpädagoge, ab 1832 am kaiserlich russischen Hof in St. Petersburg, wesentlicher Einfluss auf die russische Musik, von seinen Zeitgenossen auf eine Stufe gestellt mit Schumann und Liszt.
  • Prof. Dr. Dr. h.c. Erasmus Kittler (* 25. Juni 1852 in Schwabach bei Nürnberg; † 14. März 1929 in Darmstadt), bedeutender Physiker, Autor eines grundsätzlichen Handbuchs zur Elektrotechnik, Gründer des ersten Lehrstuhls für Elektronik an der TH Darmstadt.
  • Philipp Kittler (* 18. Juni 1861 in Schwabach; † 11. Januar 1944 in Nürnberg), Bildhauer, Reliefs und Skulpturen vor allem in Nürnberg, darunter am Opernhaus, durch die er weit über die Region hinaus hohe Anerkennung fand.
  • Wilhelm Kohl (1848- 1898 in Weißenburg in Bayern), Apotheker und Limes-Forscher
  • Johann Michael Kupfer (*1859 in Schwabach; † 1917 in Wien), Genremaler in Wien
  • Matthias Volz (* 4.5.1910 in Schwabach; † 26.8.2004 in Spalt), Olympiasieger im Turnen 1936
  • Dr. Johann Gottfried Zinn, (* 4.12.1727 in Schwabach; † 6.4.1759 in Göttingen) , Anatom und Botaniker in Göttingen, nach ihm benannt: zwei Teile des menschlichen Auges und die Zinnie (Blume) [1]

Literatur

  • Karl Dehm und Gottlob Heckel: Häusergeschichte der Altstadt Schwabach. Mit einem Verzeichnis der Hausbesitzer. Schwabach: Geschichts- und Heimatverein e.V., 1970, 724 S.
  • Otto Ziegler: Schwabach. Text: Adolf Lang, Fotos: Otto Ziegler. Würzburg: Mehl & Hahn, 1971, 91 S.
  • 600 Jahre Stadt Schwabach 1371 - 1971; Festschrift zur 600-Jahr-Feier. Im Auftrag der Stadt hrsg. von Heinrich Schlüpfinger. Schwabach: Stadt Schwabach, 1971, IX, 196 S.
  • Eugen Schöler: Schwabach. Bild einer Stadt. Fotos: Friedrich Mader. Nürnberg: Hofmann, 1985, 100 S., ISBN 3-87191-097-X
  • Jutta Beyer: Demokratie als Lernprozeß. Politische Kultur und lokale Politik nach 1945 am Beispiel der Städte Forchheim und Schwabach. Zugleich: Universität Erlangen-Nürnberg, Diss., 1987. Nürnberg: Stadtarchiv, 1989, 376 S., ISBN 3-87432-114-2 (Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte; Band 43)
  • Jutta Beyer: Schwabach 1945 bis 1950. Not und Tugend; Leben im Vorfrieden; eine Dokumentation zum gesellschaftlichen und politischen Neubeginn nach 1945. Hrsg.: Stadt Schwabach. Schwabach: Stadt Schwabach, 1994, 469 S.
  • Wolfgang Dippert: Der Rat in Schwabach. Ein Gang durch 625 Jahre städtische Verfassung. Schwabach: Stadtarchiv.
    • Teil 1. Der Rat in der markgräflich-ansbachischen und der königlich-preußischen Zeit. 1995, 86 S.
  • Sabine Weigand-Karg, Sandra Hoffmann, Jürgen Sandweg (Hrsg.): Vergessen und verdrängt? Zur Stadtgeschichte Schwabachs von 1918 - 1945. Stadtmuseum Schwabach, Schwabach, 1997, 263 S.
  • Sandra Hoffmann-Rivero, Jürgen Sandweg (Hrsg.): Wohlstand, Widerstand und Wandel, Schwabach 1945 bis 1979. Dokumentation anlässlich der gleichnamigen Ausstellung vom 17.6. bis 12.11.2000 im Stadtmuseum. [Projektgruppe SC Hist 50/80 und Stadtmuseum Schwabach]. Hrsg. von Sandra Hoffmann-Rivero und Jürgen Sandweg. Unter Mitarb. von Reinhard Jakob .... - Schwabach: Projektgruppe SC Hist 50/80, 2000, 331 S.
  • Wolfgang Dippert: Die letzten Kriegstage im April 1945 in Schwabach. Schwabach: Stadtarchiv, 2005, 10 S.
  • Eugen Schöler, Sabine Weigand und Wolfgang Dippert: Historisches Stadtlexikon Schwabach. Neustadt an der Aisch: Schmidt, 2008, 891 S., ISBN 978-3-87707-714-6
  • Irini Paul: Hitler als «Ehrenbürger» – Gemeinden wie Schwabach geraten unter Druck. Das Kreuz mit der Vergangenheit. In: Nürnberger Zeitung Nr. 70 vom 25. März 2009, S. 15 - NZ

Siehe auch

Weblinks

Karte

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