Spielwarenmesse

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Messestände der Spielwarenhersteller auf der NürnbergMesse, einer der 20 größten Messegesellschaften der Welt.
Ein überdimensionaler Roboter macht Werbung auf der Spielwarenmesse.
Wirtschaftsminister Ludwig Erhard bei der ersten Spielwarenmesse im Jahr 1950

Die Nürnberger Spielwarenmesse ist die weltweit größte Messe der spielwarenproduzierenden Branche. Sie findet jährlich Anfang Februar im Messezentrum Nürnberg statt und ist auf Fachbesucher beschränkt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es war im Jahr 1949, als sich auf der damals zwischen Ruinen und halb zerstörten Messehallen in Frankfurt stattfindenden Frühjahrmesse vier Männer trafen und meinten, die deutsche Spielwarenindustrie sollte in Zukunft ihre Erzeugnisse auf einer eigenen Ausstellung zeigen. Es waren dies die Spielwarenhersteller Hans Mangold (Gama) aus Fürth, Carl Ehmann (Firma Märklin) aus Göppingen, Ernst Th.Horn, Hauptgeschäftsführer der deutschen Spielwarenindustrie und Arno Drottboom, Vedes-Direktor, die den Beschluss fassten, für ihre Branche eine eigene Messe ins Leben zu rufen.

Vor dem zweiten Weltkrieg waren die Erzeugnisse immer im Rahmen der Leipziger Messe ausgestellt gewesen, aber in der damaligen DDR war dies ja nicht mehr möglich. Die neue Messe sollte in der traditionsreichen Hochburg der deutschen Spielwarenerzeugung, der alten Reichsstadt Nürnberg stattfinden. Nürnberg jedoch war keine Messestadt. Auch gab es in der damals fast völlig zerstörten Stadt weder Ausstellungshallen noch anziehende Unterbringungsmöglichkeiten. Zwar hatte Nürnberg seit 1423 das Privileg, eine Messe durchführen zu dürfen, aber war mit den Versuchen mehr als kläglich gescheitert. Dennoch, zur 900-Jahr-Feier bekam Nürnberg nun sein erste Messe. Die erste offizielle Ankündigung der Messe erfolgte bereits 1949 in der Fachzeitschrift „Das Spielzeug“: „Deutsche Spielwarenmesse vom 13. bis 18.März 1950 in Nürnberg“. Erster Messedirektor wurde der Ex-General Fritz Drescher, der dieses Amt bis 1974 innehatte. Geburtshelfer der jungen Messe war die Einkaufsgenossenschaft Nürnberger Bund, der seine bundesweite Ausstellung jährlich im Wieselerhaus am Stadtpark durchführte. Dessen Direktor Andreas Lang bot den Messemachern an, dieses Ausstellungsgelände zur Verfügung zu stellen. Es sollte die Keimzelle der Messe sein, die bis 1972 am Stadtpark stattfand.

351 Aussteller kamen zur ersten Messe nach Nürnberg mit einer Ausstellungsfläche von stolzen 3.208m². Durch das stetige Wachstum der Messe, die sehr bald international wurde, war es notwendig geworden, sich zu vergrößern. Am alten Standort mit seinen 35.000m² war dies aus Platzgründen nicht möglich, auch wenn man kurzzeitig den Stadtpark zur Erweiterung einplante. Der Nürnberger Stadtrat entschied sich aber dann für den Neubau eines Messezentrums in Langwasser. Die Nürnberger Spielwarenmesse hatte ihre endgültige Heimat gefunden. Sie war dann immer der Antreiber für den weiteren Ausbau des Geländes, beteiligte sich daran auch finanziell und hatte in dem zweiten Messedirektor Benno Korbmacher einen streitbaren Kämpfer für den Standort Nürnberg. Heute belegt die Spielwarenmesse das gesamte Gelände mit über 160.000m² Ausstellungsfläche. Jedes Jahr kommen über 35.000 Besucher aus der ganzen Welt nach Nürnberg, um sich unter den über 1,5 Millionen ausgestellten Artikeln ihre Orderstücke auszusuchen.


Spiele-Fest

Parallel zur Spielwarenmessen findet in der Nürnberger Innenstadt das von der Nürnberger Zeitung unterstützte Nürnberger Spiele-Fest statt, bei dem Messeneuheiten aus dem Bereich der Gesellschaftsspiele für die Allgemeinheit vorgestellt werden und viele Brett- und Kartenspiele unter fachkundiger Anleitung ausprobiert werden können. Veranstaltungsort ist das Haus eckstein in der Burgstraße 1-3.


Siehe auch

Weblinks

Dokumentation auf NZ-Online