Spielzeugmuseum Nürnberg

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Das Spielzeugmuseum Nürnberg ist eine Einrichtung der Museen der Stadt Nürnberg. Mit seiner außergewöhnlichen Sammlung bietet es einen anschaulichen Einblick in die Kulturgeschichte des Spielzeugs von der Antike bis zur Gegenwart. Die Schwerpunkte liegen auf der Spielzeugentwicklung der letzten 200 Jahre und der besonderen Rolle Nürnbergs als Welthauptstadt des Spielzeugs.

Renaissancefront des Spielzeugmuseums
Foto: Christian Höhn


Inhaltsverzeichnis

Museumsgeschichte

Nürnberg war und ist eine Spielzeugstadt von Weltgeltung: Ihre Tradition reicht von den "Dockenmachern" (= Puppenmachern) des Mittelalters über herausragende Zinnfigurenhersteller und die zahlreichen Blechspielzeugfabrikanten des Industriezeitalters bis hin zur Internationalen Spielwarenmesse, der weltweit bedeutendsten Fachmesse ihrer Art. Das im Herzen der Nürnberger Altstadt gelegene Spielzeugmuseum ist Teil dieses überaus reichen kulturellen Erbes. Das Museum geht zurück auf die Sammeltätigkeit von Lydia und Paul Bayer, die bereits in den 1920er Jahren mit dem Aufbau einer umfangreichen Sammlung begannen und 1961 in Würzburg ein kleines Privatmuseum eröffneten. Auf Initiative des damaligen Nürnberger Kulturreferenten Hermann Glaser erwarb die Stadt Nürnberg 1966 von der Familie Bayer die Sammlung mit dem Ziel der Einrichtung eines städtischen Spielzeugmuseums. Zur Spielwarenmesse 1971 konnte in dem vollständig umgebauten Anwesen Karlstraße 13 das Museum eröffnet werden. Unter der Leitung der Tochter des Sammlerehepaars, der Kunsthistorikerin und Volkskundlerin Dr. Lydia Bayer (1929-2000), entwickelte sich das Museum rasch zu einem Publikumsmagneten mit internationaler Ausstrahlung. Seit seiner Gründung haben weit über fünf Millionen Menschen aus aller Welt das Museum besucht, das nach mehrfacher Erweiterung mittlerweile über etwa 1400 qm Ausstellungsfläche verfügt.

Dauerausstellung

Hinter der Renaissance-Fassade eines Nürnberger Bürgerhauses eröffnet sich auf vier Stockwerken die ganze Vielfalt historischen Spielzeugs:

  • Erdgeschoss: Holzspielzeug aus allen bedeutenden Herstellerregionen Deutschlands und eine schöne Auswahl von Künstlerspielzeug empfangen die Besucher.
  • Erstes Obergeschoss: Puppen, exquisite Puppenstuben und optische Spielereien wie Guckkästen, Wundertrommeln oder Stereoskope gewähren Einblick in die reizvolle Lebenswelt vergangener Jahrhunderte. Eine eigene Museumseinheit zeigt die weltweit bedeutendste Sammlung von mechanischem Blechspielzeug der Firma Ernst Paul Lehmann.
  • Zweites Obergeschoss: Fahrzeuge, Eisenbahnen und Dampfmaschinen belegen die herausragende Rolle Nürnbergs auf dem Gebiet des technischen Spielzeugs. Ein sehenswertes Highlight ist die knapp 30 qm große, unglaublich detaillierte Modellbahnanlage in der seltenen Spurweite S., ein Nachbau des amerikanischen Eisenbahnknotenpunkts Omaha/Nebraska.
  • Dachgeschoss: Spielzeug seit 1945 steht im Zentrum dieser Museumsabteilung. Der Bogen spannt sich vom Bastelwerk der Nachkriegszeit bis zum High-Tech-Spielzeug der Gegenwart. Ein großer, künstlerisch gestalteter Kinderbereich lädt kleine Besucher zum Spielen ein. Eine pädagogische Fachkraft hilft ihnen, die vielfältigen Spielmöglichkeiten dieses Raums zu nutzen.


Veranstaltungen

Das Spielzeugmuseum präsentiert regelmäßig thematisch breit gefächerte Sonderausstellungen aus eigenen Depotbeständen, aber auch aus außergewöhnlichen Privatsammlungen. Begleitet werden diese Ausstellungen stets von einem abwechslungsreichen museumspädagogischen Programm, das sich vor allem an Familien und Schulgruppen wendet. Spielzeughistorische Publikationen, sowohl öffentliche als auch buchbare Führungen, ein Audio-Guide in zehn Sprachen (mit eigener Kinderführung in Deutsch und Englisch!), Sammlerbörsen, Spielenachmittage, Kindergeburtstage und ein gut sortierter Museumsshop ergänzen das museale Angebot.

Highlight im Sommer: Zwischen Anfang Mai und Ende Oktober können Kinder in einem über 700 m² großen, attraktiv gestalteten Außenspielbereich unter fachkundiger Anleitung längst vergessene Spiele aus Urgroßmutters Zeiten ausprobieren. Im „Schattenreich“ eines spätmittelalterlichen Kellergewölbes lässt sich an den Wochenenden im Rahmen von etwa halbstündigen Führungen erleben, wie die Faszination des Spiels mit Licht und Schatten zur Entwicklung verschiedenster optischer Spielzeuge geführt hat. Und im lauschigen Innenhof des Museums mit seiner malerischen Dockengalerie kann man im Museumscafé "La Kritz" Kaffee, Kuchen und kleine Snacks genießen.

Kontakt

Spielzeugmuseum Nürnberg
Hausanschrift Spielzeugmuseum (Museum Lydia Bayer)
Karlstraße 13-15
90403 Nürnberg
Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag: 10 - 17 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 - 18 Uhr
Besonderheiten Während des Christkindlesmarktes auch von Montag: 10 - 17 Uhr
Während der Spielwarenmesse täglich 10 - 20 Uhr
Telefon 0911 / 231-3164
Fax 0911 / 231-2710
Email spielzeugmuseum@stadt.nuernberg.de
Website www.museen.nuernberg.de/spielzeugmuseum/index.html


Lageplan/Karte

Das Spielzeugmuseum bei Google Streetview

Siehe auch

Weblinks