St.-Matthäus-Kirche (Heroldsberg)

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Die St.-Matthäus-Kirche in Heroldsberg ist die dortige evangelisch-lutherische Pfarrkirche. Sie wurde erst nach der Reformation so benannt. Ursprünglich war dies eine St.-Margaretha-Kirche Die Kirche wurde in einer Zeit errichtet, in der die Ostung der Kirche anscheinend noch nicht vorgeschrieben war; denn der ursprüngliche Chor richtet sich nach Westen. Sie stellt auch die Grablege der Nürnberger Patrizierfamilie Geuder dar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprünglich gehörte die Kirche als Filiale zur Pfarrei Neunkirchen am Sand. Die Kirche war ursprünglich eine Kirchenburg, wie es aus alten Drucken überliefert ist. Als Pfarrkirche wird St. Margaretha 1477 erstmals erwähnt. Der frühest nachweisbare Geistliche an dieser Kirche ist Eberhard von Heroldsberg im Jahr 1305.

Der älteste Teil der Kirche ist der wohl im 12. Jahrhundert erbaute Turm, mit seinen später, 1435, hinzugekommenen Scharwachtürmen. Der Erdgeschoßraum, ursprünglich der Altarraum, ist ausgestattet mit einem Kreuzgewölbe, in den vier Feldern die Symbole der Evangelisten. Weitere Malereien befinden sich an den vier Wänden. Diese Malereien sind bis auf die Geburtsszene und Anbetung der drei Könige nicht mehr erkennbar, wohl auch nicht interpretierbar, wiewohl die an der Nordseite befindliche Malerei eine befestigte Stadt darstellt. Die Malereien stammen aus dem letzten Viertel des 14. Jahrhunderts und wurden 1907 entdeckt und anlässlich einer Renovierung 1956/1957 freigelegt.

Die Erweiterung der Kirche mit dem nach Osten gerichteten Chor fand mit dessen Einweihung 1444 seinen Abschluss.

Eine große Baumaßnahme gab es dann in den Jahren 1820 bis 1821, als die Kirche ihr heutiges Aussehen erhielt. Die Südwand des Langhauses wurde neuaufgeführt, die Nordseite der Höhe angepasst. Diese Baumaßnahme war erforderlich, da die Empore aus Külsheim als zweite Empore eingebaut wurde.

Schäden, die die Kirche 1945 durch amerikanischen Beschuss erhielt, wurden bereits großteils 1946 und 1947 und endgültig bei der Renovierung 1956 beseitigt.

Eine Innenrenovierung 1977 hatte zur Folge, dass die Bemalung der Emporen auf ihr Aussehen von 1821 zurückversetzt wurde.

Im Jahr 2008 begannen Sanierungsarbeiten am Turm, der auch statische Schäden aufweist. Auch Erhaltungsmaßnahmen der Malereien im ehemaligen Altarraum der Kirche wurden angegangen.

Ausstattung

Der Hochaltar, der sein heutiges Aussehen erst 1957 erhielt, beherbergt im Zentrum ein Kruzifix von Tilman Riemenschneider, das der Pfarrer Schmidt von Heroldsbach 1821 stiftete. Ursprünglich befand sich die Kreuzesdarstellung in der Franziskanerkirche zu Rothenburg ob der Tauber. Die seitlichen Gemälde des Hochaltares werden dem Nürnberger Maler Paul Juvenell d. Ae. zugeschrieben. Die Rückseite der Altarflügel sind ebenfalls bemalt und werden einer niederländischen Malschule zugewiesen. Die Darstellung des linken Flügels zeigt den Sündenfall im Paradies, der rechte Flügel: Der Zug der Israeliten durch die Wüste, ihr Abfall von Gott und Moses mit dem rettenden Schlangenstab.

Eine neue Kanzel erhielt die Kirche 1717, Christus als Salvator bekrönt den Schalldeckel. Den Kanzelkorb, dessen Rückwand entfernt wurde, zieren die vier Evangelisten.

Die in der Kirche vorhandenen Grabdenkmäler/Epitaphien zeugen davon, dass diese Kirche auch Grablege der Nürnberger Patrizierfamilie Geuder war.

Umfeld der Kirche

Der die Kirche ehemals bis 1903 umgebende Friedhof ist heute als Rasenfläche, unter Erhaltung mehrer Grabdenkmale, erhalten.

Verlorengegangenes

Die in den Chorfenstern und Fenstern des Langhauses befindlichen Wappenscheiben gingen verloren.

Literatur

  • St. Matthäus Kirche zu Heroldsberg. Ein Faltblatt der Kirchengemeinde.
  • Bayerische Kunstdenkmale; Stadt- und Landkreis Erlangen Band 14, Deutscher Kunstverlag München, 1962, Seite 119-122;

Weblinks