St. Johannes im Stift Haug (Würzburg)

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St. Johanniskirche im Stift Haug
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Die Kirche St. Johannes im Stift Haug in Würzburg wird wegen des dazugehörigen Kollegiatstifts und der Lage im Stadtteil Haug „Stift Haug“ genannt.

Inhaltsverzeichnis

Außenansicht

Der Grundriss der von Antonio Petrini projektierten Kirche hat die Form eines lateinisches Kreuzes. Die Länge beträgt 62m. Die über der Vierung der Kirche ausgeführte Kuppel hat eine Höhe von 65,5m und die Türme haben eine Höhe von 75m.

Führung durch die Kirche

Tritt man durch den Haupteingang ein, so kommt man in einen seit 2004 von der Kirche durch eine Glaswand abgetrennten Vorraum. In diesen befinden sich seitlich hinter Gitter rechts und links Stiftermonumente. Diese zeigen die Bischöfe, die während des Baues der Kirche - 1671-1691 - regierten und die Stiftsherrn, die dem Kollegiatstift während dieser Zeit angehörten.

Frappierend das vor einen stehenden modernen Kruzifix in der Kirche ein Werk des Künstlers Dietrich Klinge; "...die Skulptur mag uns sagen, dass Christus keine anderen Arme als unsere hat, um heute in der Welt zu wirken."

Die in den Seitenkapellen nach der Renovierung 1991 neu angebrachten Altäre zieren zum Teil Bilder, die 1803 als Säkularisationsgut von Würzburg nach München verbracht wurden und nun hier wieder als Leihgaben hängen. Teilweise sind es Bilder des Würzburger Hofmalers Oswald Onghers (1628-1706), welcher auch für diese Kirche Bilder schuf, die aber 1945 zerstört wurden.

In diesen Seitenkapellen befinden sich auch Kreuzwegstationen des 19. Jahrhunderts, welche Peter Geist schuf. Diese erhielt die Stiftskirche Haug von der evangelischen Kirche St. Stephan hierher.

Im linken (nördlchen) Seitenarm der Kirche in der 1. Seitenkapelle der östlichen Außenwand befindet sich in der Altarmensa ein vom Bildhauer Julius Bausewein nach dem Krieg konzipiertes Heiliges Grab.

Im rechten (südlichen Seitenarm) in der ersten Kapelle der östlichen Aussenwand ist eine gotische, jedoch barock überformte Madonna zu sehen.

Der Wiederaufbau der Kirche fiel in das II. Vaticanum und so wurde auch der zentrale Punkt unter der Kuppel als Platz für den Hauptaltar geplant und ausgeführt.

Anstelle des ursprünglichen, 1945 zerstörten Hochaltares wurde ein eindrucksvolles Licht-Schatten Gemälde der Kreuzigung Christi über dem Altar errichtet; die Altargestaltung und Rahmung wurden von Franz Mikorey geplant und geschaffen. Das Gemälde, ursprünglich in der Augustinerkirche zu München, nun als Leihgabe der Staatsgemäldesammlung hier in dieser Kirche stammt von Jacopo Robusti genannt Tintoretto (29. September 1518 in Venedig; † 31. Mai 1594 in Venedig); diese eindrucksvolle Arbeit entstand 1585 in der letzten Schaffensperiode des bedeutendsten Maler Venedigs.

Das im Chor neu gestaltete Chorgestühl stammt von der Schreinerwerkstätte Labisch in Unterpleichfeld.

Beim Hinausgehen erblickt man über den Haupteingang die 1971 eingerichtete Klais-Orgel, diese hat 45 klingende Stimmen und 3.262 aus Zinn und Edelholz geschaffene Pfeifen.

Quelle

Gereon Becking, kleiner kunsthistorischer Leitfaden "Stift Haug"

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