Staatsarchiv Nürnberg
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Das Staatsarchiv Nürnberg ist ein staatliches Archiv, das die archivwürdigen Unterlagen der Behörden des Regierungsbezirks Mittelfranken aufbewahrt.
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Lage
Das Staatsarchiv liegt nördlich der Kaiserburg bzw. der Nürnberger Stadtmauer im Stadtteil Gärten hinter der Veste in der Archivstraße, die nach Westen in den Friedrich-Ebert-Platz mündet.
Leitung
Leiter des Staatsarchivs Nürnberg ist Leitender Archivdirektor Dr. Peter Fleischmann, der bereits von 1987 bis 2000 am Nürnberger Archiv arbeitete. Sein Vorgänger war der 2012 verstorbene Leitende Archivdirektor Dr. Gerhard Rechter.
Leiter des Archivkonservatoriums (1852), Kreisarchivs (1875), Bayerischen Staatsarchivs Nürnberg (1921) bzw. Staatsarchivs Nürnberg (1970)
- 1806-1831 Johann Sigmund Friedrich Fürer von Haimendorf (1772-1840)
- 1831-1837 Verwalter: Dr. Georg Lommel (1805-1872)
- 1837-1851 Josef von Gutschneider (1802-1879)
- 1852-1854 Ernst Roth (1809-1876)
- 1854-1869 Joseph Baader (1812-1884)
- 1869-1891 Dr. Franz Heinrich (1827-1905)
- 1891-1896 Dr. Hans Petz (1856 -1930)
- 1896-1901 Dr. Alfred Bauch (1851-1901)
- 1901-1904 Dr. Hermann Knapp (1859-1924)
- 1904-1912 Dr. Georg Schrötter (1870-1949)
- 1912-1915 Otto Geiger (1868-1957)
- 1915-1935 Dr. Alfred Altmann (1870-1949)
- 1935-1939 Dr. Wilhelm Fürst (1879-1939)
- 1939-1940 Wilhelm Biebinger (1889-1961)
- 1940-1952 Prof. Dr. Fridolin Solleder (1886-1972)
- 1953-1968 Dr. Fritz Schnelbögl (1905-1977)
- 1968-1975 Dr Otto Puchner (1913-1981)
- 1975-1985 Dr. Günther Schuhmann (*1920)
- 1985-1995 Dr. Klaus von Andrian-Werburg (1930-2004)
- 1995-1999 Dr. Karl-Engelhardt Klaar (1935-2008)
- 1999-2012 Dr. Gerhard Rechter (1951-2012)
- 2012 Priv.-Doz. Dr. Peter Fleischmann (*1955)
Zur Geschichte
Das Staatsarchiv Nürnberg (seit 1970), 1806 Königliches Bayerisches Archiv, 1852 Archivkonservatorium, 1875 Kreisarchiv, 1921 Bayerisches Staatsarchiv, ging aus dem Archiv der Reichsstadt Nürnberg hervor, das 1806 vom bayerischen Staat übernommen wurde.
Für die Zeit vor 1806 stammen die Archivalien von der Reichsstadt Nürnberg, vom Fürstentum Brandenburg-Ansbach, vom zum Fränkischen Reichskreis gehörigen Hochstift Eichstätt, vom Deutschen Orden, von den kleineren Reichsstädten (Rothenburg ob der Tauber, Weißenburg in Bayern und Windsheim) und von der reichsunmittelbaren Ritterschaft (Kanton Altmühl). Für das 19. und 20. Jahrhundert stammen die Archivalien von den im Regierungsbezirk Mittelfranken gelegenen bayerischen Staatsbehörden sowie Reichs- und Bundesbehörden der mittleren und unteren Verwaltungsebene.
Von 1888 bis 1909 wurden Archivalien reichsstädtisch-nürnbergischer Provenienz, vor allem Stiftungen (wie Heilig-Geist-Spital) und Liegenschaften in der Stadt betreffend, an das 1864/65 neu gegründete Stadtarchiv Nürnberg abgegeben (z.T. im Tausch gegen Archivalien über reichsstädtische Hoheitsrechte und über Güterbesitz im Landgebiet).
Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Archivalien an 36 Bergungsorte ausgelagert, so dass das Staatsarchiv Nürnberg kaum Verluste erlitt.
Der Beständezuwachs durch die steigende Anzahl von Behördenabgaben zwang seit den 1960er Jahren zur Einrichtung von Außenstellen. Seit 1975 erfolgte der Umbau der ehemaligen nürnbergischen Festung Lichtenau für Archivzwecke, 1983 die offizielle Übernahme als Außenstelle (mit Restaurierungsstelle für die fränkischen Staatsarchive).
Unter Generaldirektor Walter Jaroschka wurden in den letzten Jahrzehnten Beständebereinigungen zwischen den staatlichen Archiven in Bayern und mit Baden-Württemberg durchgeführt.[1]
Aufgaben
In den Staatlichen Archiven Bayerns werden Unterlagen (z.B. Urkunden, Akten, Karten und Pläne) der Verwaltung des Freistaates Bayern und seiner Vorgänger vom Aufkommen der Schriftlichkeit in der Verwaltung (älteste Urkunde aus dem Jahre 777) bis heute verwahrt. Die Unterlagen können in Lesesälen eingesehen werden.
Bestände
Der Sprengel des Staatsarchivs Nürnberg umfasst die vormals reichsunmittelbaren Territorien im heutigen Regierungsbezirk Mittelfranken sowie das zum ehemaligen Fränkischen Reichskreis gehörende Hochstift Eichstätt. Wichtigste Bestände bzw. Beständegruppen betreffen die Reichsstadt Nürnberg, das Markgraftum Brandenburg-Ansbach, Hochstift und Domkapitel Eichstätt, Kommenden bzw. Ämter des Deutschen Ordens, Teile der Archive der Reichsstädte Rothenburg ob der Tauber, Weißenburg i.Bay. und Windsheim, die Fränkische Reichsritterschaft, Herrschafts- und Adelsarchive (z.B. Pappenheim, Crailsheim), die staatliche Mittel- und Unterbehörden sowie Gerichte im Regierungsbezirk Mittelfranken ab Anfang des 19. Jahrhunderts, sowie Schriftgut der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse.
Der Gesamtumfang beträgt rund 34.000 laufende Meter mit ca. 6,5 Millionen Archivalieneinheiten (Stand: 31. Dezember 2005).
Quelle: Internetauftritt der staatlichen Archive in Bayern
Adresse und Öffnungszeiten
- Hausanschrift
Staatsarchiv Nürnberg
Archivstraße 17
90408 Nürnberg
- Telefon: 0911 93519-0
- Telefax: 0911 93519-99
- Öffnungszeiten:
- Mo, Di, Do 8.00-16.00
- Mi 8.00-20.00
- Fr 8.00-13.30 Uhr
Historische Vereine im gleichen Gebäude
- Gesellschaft für Familienforschung in Franken e.V. - GFF
- Historischer Verein für Mittelfranken e.V., Schriftleitung - HVM
Literatur
- Gerhard Hirschmann: Fridolin Solleder zum Gedenken. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 59, 1972, S. 240 f. - MVGN
- Gerhard Hirschmann: Drei hochverdiente Mitglieder werden 70 Jahre alt. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 61, 1974, S. 1-3 - MVGN (Gerhard Pfeiffer, Fritz Schnelbögl und Heinrich Hofmann)
- Gerhard Hirschmann: Dr. Fritz Schnelbögl in memoriam. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN), Band 64. 1977, 3 Seiten vor Seite 1 - MVGN
- Klaus Frhr. von Andrian-Werburg: Quellen zur Rechtsgeschichte im Archiv. Die Ansbacher Stadt- und Gerichtsbücher im Staatsarchiv Nürnberg. In: Bewahren und umgestalten. Aus der Arbeit der Staatlichen Archive Bayerns; Walter Jaroschka zum 60. Geburtstag. Hrsg. von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns. Hrsg. von Hermann Rumschöttel und Erich Stahleder. München: Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, 1992, XIII, 372 S., ISBN 3-921635-21-7 (Mitteilungen für die Archivpflege: Sonderheft; 9)
- Gunther Friedrich: Staatsarchiv. In: Michael Diefenbacher; Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - online
- Michael Diefenbacher: Joseph Baader. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999, ISBN 3-921590-69-8 - Direktlink via WebCite
Siehe auch
- Staatsarchiv Bamberg
- Stadtarchiv Lauf
- Stadtarchiv Nürnberg
- Stadtlexikon Nürnberg
- Diskussion:Stadtlexikon Nürnberg
- Stadtlexikon Nürnberg (Essays)
- Stadtarchiv Erlangen
- Pressearchiv Nürnberg
- Erlanger Stadtlexikon
- Erlanger Stadtlexikon (Essays)
- Historisches Stadtlexikon Schwabach
- Lexikographen in Franken
- Stadtbibliothek Nürnberg
Weblinks
- Staatsarchiv Nürnberg - StAN
- Staatsarchiv Nürnberg: Online-Findmittel - online
- Amtsbibliothek des Staatsarchivs Nürnberg - Fabian-Handbuch
- Historisches Lexikon Bayerns - online
- Über die Online-Version des Stadtlexikons Nürnberg. d.h. die FAUST-Software des Stadtarchivs Nürnberg - online
