Tempo-Haus

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Das Wieseler-Haus 1973 vor dem Umbau zum Tempo-Haus

Das heute noch als Tempo-Haus bezeichnete ehemalige Verwaltungsgebäude der Vereinigten Papierwerke Schickedanz und Co befindet sich in Nürnberg in der Schoppershofstraße 80 / Ecke Äußere Bayreuther Straße. Es handelt sich hierbei um das frühere Wieseler-Haus.

Inhaltsverzeichnis

Wieseler-Haus[1]

Der Nürnberger Bund, eine Großeinkaufsgenossenschaft für Glas, Porzellan, Eisenwaren und Hausrat, errichtete 1922/23 in der Schoppershofstraße ein Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude, das Wieseler-Haus. Benannt wurde es nach dem Gründer des Nürnberger Bundes, Theodor Wieseler. Dort fanden zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, die Einkaufsbörsen der Genossenschaft statt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Wieseler-Hause beschädigt. Nach seinem Wiederaufbau hielt der Nürnberger Bund dort im Februar 1949 seine erste Nachkriegs-Börse ab. Da die Einkaufsmessen aber bald unter Raumnot litten, erhielt das Gebäude einen Anbau, mit dem sich die Ausstellungsfläche auf 4.000 m² verdoppelte. Diesen Erweiterungsbau weihte der Nürnberger Bund Anfang 1953 mit seiner 88. Einkaufsmesse ein.

Nach ihrer Verlegung 1950 nach Nürnberg, war die Spielwarenmesse zunächst völlig auf das Wieselerhaus als Ausstellungsgebäude angewiesen, bevor sie eigene Messehallen errichtete. Doch auch dann blieb die Spielwarenmesse weiterhin Dauergast im Wieseler-Haus. Das gleiche galt auch für eine Vielzahl weiterer Fachschauen und Ausstellungen, die am ehemaligen Nürnberger Messegelände stattfanden.

Der Messebetrieb im Wieseler-Haus endete 1973 mit der Fertigstellung des neuen Messegeländes in Langwasser.

Tempo-Haus

Im gleichen Jahr erwarben die Vereinigten Papierwerke Schickedanz und Co., deren Sitz sich bis dahin in der Siegfriedstraße befand, das Wieseler-Haus. Sie ließen es in zweijähriger Bauzeit zu ihrem neuen Verwaltungsgebäude umbauen. Im Juli 1975 folgte die Einweihung des mit einem Aufwand von 21 Millionen DM umgestalteten Bürogebäudes, das nun Tempo-Haus hieß. Dieser Name geht zurück auf das Tempo-Taschentuch, das 1929 von den Vereinigten Papierwerken erfunden worden war.

Die Schickedanz-Unternehmensgruppe verkaufte 1994 ihre Tochter Vereinigte Papierwerke. Der Hauptteil des Unternehmens ging an den US-Konzern Procter & Gamble. Damit kam das Aus des Verwaltungssitzes in Nürnberg mit rund 500 Mitarbeitern: Der neue Eigentümer verlegte 1995 die Hauptverwaltung der Papierwerke an seinen Konzernsitz in Schwalbach (Taunus). Die Immobilie Tempo-Haus verblieb jedoch in der Hand der Schickedanz-Holding.
Nach einem Umbau der Büroräume nutzte die Quelle das Gebäude ab 1996 als einen ihrer beiden Standorte für die Kundenbetreuung. Allerdings wurde das Kundenzentrum im Tempo-Haus (wie auch das in der Dieselstraße) mit zusammen 740 Beschäftigten Ende 2007 geschlossen.

Seit 2009 dient das erneut umgebaute und sanierte Tempo-Haus hauptsächlich als Schulgebäude: Die Stadt Nürnberg mietete den Großteil des Gebäudes für 15 Jahre an, um eine Bleibe für die Staatliche Berufsoberschule (BOS)[2] und weitere berufliche Schulen sowie das Bildungszentrum (BZ) zu schaffen.

Siehe auch

Weblinks

Infos zum Wieseler-Haus auch bei nuernberginfos.de


Einzelnachweise

  1. siehe hierzu auch Ehemaliges Nürnberger Messegelände
  2. Das Tempo-Haus kommt bei den Schülern gut an, Nürnberger Nachrichten vom 10.6.2010