Teresa Rohmann

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Teresa Rohmann ist ehemalige Schwimmerin der SSG 81 Erlangen.

Teresa Rohmann
Foto: Roland Fengler/NZ

Inhaltsverzeichnis

Zur Sportkarriere

Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen belegte sie über 200 Meter Freistil den fünften Platz. Ihr Vereinstrainer war damals Roland Böller. Nach einer langwierigen Schulterverletzung und anderen privaten Plänen beendete sie Anfang 2007 ihre aktive Karriere.

Seit 2008 hat Teresa Rohmann das Schwimmtraining der NorisNixen (Synchronschwimmabteilung des SB Bayern 07) übernommen.

Literatur

  • Markus Kaiser: Teresa Rohmann hat sich vom Schwimmtalent zur Favoritin hochgearbeitet. Ein ungeschliffener Rohdiamant. In: Nürnberger Zeitung vom 24. Juli 2004
  • Markus Kaiser: Die verletzte Lagenspezialistin Teresa Rohmann kann nicht mit nach Montreal. Führerscheinprüfung statt Schwimm-WM. In: Nürnberger Zeitung vom 16. Juli 2005
  • Markus Kaiser: Nach Schulterverletzung. Teresa Rohmann beendet Karriere. In: Nürnberger Zeitung vom 26. September 2007

Siehe auch

Weblinks

Berichte in der NZ

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Teresa Rohmann
Foto: Roland Fengler/NZ
"Teresa Rohmann hat sich vom Schwimmtalent zur Favoritin hochgearbeitet
Ein ungeschliffener Rohdiamant
Von MARKUS KAISER
Leichtathletik, Schwimmen, Radfahren, Hockey und Tennis - Mittelfranken sind in fünf Sportarten bei den Olympischen Spielen in Athen dabei. Die NZ stellt in ihrer Serie »Frankens Asse in Athen« alle Sportler vor, die für einen fränkischen Verein starten oder die aus Franken stammen und die für Olympia nominiert wurden. Der erste Teil ist der Schwimmerin Teresa Rohmann von der SSG 81 Erlangen gewidmet, die über 200 und 400 m Lagen an den Start geht.
ERLANGEN/NÜRNBERG (NZ). - Als Teresa Rohmann nach dem Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada für die Olympischen Spiele eingekleidet wurde, war die 16-jährige Nürnbergerin nicht besonders begeistert. »Das ist nicht so mein Geschmack«, sagt die Schwimmerin der SSG 81 Erlangen. »Und dann gab es nicht mal mehr alles in meiner Größe.« Mit einem Koffer und einer Tasche, voll bepackt mit Socken, Hosen, T-Shirts und Jacken, ist Teresa Rohmann vom Einkleiden aus Mainz zurückgekehrt; ihr Vater Detlev hat die Lagen-Spezialistin zusammen mit ihrer Trainingspartnerin Hannah Stockbauer mit dem Auto abgeholt. Bis auf die Klamotten für Olympia läuft diese Saison aber ganz und gar nach dem Geschmack der Schülerin.
 »Das Trainingslager war sehr gut«, erklärt Rohmann, »ich bin topfit.« Im Gegensatz zum Höhentraining vor den Deutschen Meisterschaften Anfang Juni in Berlin ist die Athletin aus der Gruppe von Roland Böller diesmal noch mehr Kilometer geschwommen. »Wir haben dieselben Tests gemacht wie vor der Deutschen«, erklärt Rohmann, »das lief alles ganz gut.« Wie auch schon zuvor in dieser Saison alles nach Plan gelaufen ist: Bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Dublin Ende Dezember holte sie über 200 und 400 m Lagen, ihre Paradestrecken, jeweils Bronze - ihre ersten beiden Treppchenplätze auf internationaler Ebene bei den Senioren. Vor allem beim Brustschwimmen rollt Rohmann regelmäßig das Feld von hinten auf.
Bei den Deutschen Meisterschaften deklassierte sie nach ihrem zweiten Platz über 400 m Lagen die beiden Favoritinnen Annika Mehlhorn (Baunatal) und Nicole Hetzer (Burghausen) über die halbe Distanz von 200 m. 2:12,05 Minuten bedeuteten eine neue Jahresweltbestzeit und katapultierten Teresa Rohmann dorthin, wo man bisher nur ihre Vereinskollegin Stockbauer gesehen hatte: in die Favoritenrolle für die Olympischen Spiele. Teresa Rohmann - ein ungeschliffener Rohdiamant.
 »Noch mache ich mir keine Gedanken über Athen, und ich bin auch noch nicht nervös oder aufgeregt«, erklärt Rohmann in einem Gespräch mit der NZ. »Wenn es ins nächste und letzte Trainingslager nach Mallorca geht, fängt es dann aber wahrscheinlich langsam an.« Ralf Beckmann, Cheftrainer des Deutschen Schwimm-Verbands, kann deshalb zumindest bislang beruhigt sein: »Wir können nur hoffen, dass der Flattermann nicht Einzug hält.« Eine Medaille wäre für die Schülerin, die in diesem Schuljahr eine Olympia-Pause einlegt, ein hervorragender Erfolg, egal, welche es letztlich sein wird.
Vor einem Jahr, als Hannah Stockbauer bei den Weltmeisterschaften in Barcelona drei Goldmedaillen holte, musste Rohmann noch zu Hause bleiben: Kurz vor den Deutschen Meisterschaften im Mai, bei denen sich die Athleten für die WM qualifizieren mussten, war sie wegen einer Knorpelabsplitterung im Knie operiert worden. Das bedeutete das Aus für die Lagen-Spezialistin, die zuvor in blendender Verfassung war. Die WM musste sie sich vom Fernseher aus ansehen. Die Saison war beendet.
In diesem Jahr lebt Teresa Rohmann nur für ihren Sport. »Ich spüre schon, dass ich mehr trainiert habe als jemals zuvor«, sagt sie. Dafür entfällt für die Realschülerin der Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Langwasser in diesem Jahr das Büffeln für Schulaufgaben. »Das ist schon eine große Erleichterung«, meint Rohmann. Sponsorenauftritte muss sie auch nicht in diesem Ausmaß absolvieren wie Hannah Stockbauer. »Andere Hobbys neben dem Schwimmen habe ich nicht«, sagt die 16-Jährige.
Wie ihre Vereinskollegin ist auch Teresa Rohmann schon früh zum Schwimmen gekommen. Irgendwann haben sie in der Turnstunde auf der Insel Schütt nicht mehr gewusst, was sie mit ihr machen sollen. »Ich bin die ganze Zeit rumgetanzt«, erinnert sich die 16-Jährige, »ich bin immer so fimmelig.« Deshalb wurde sie im Alter von sechs Jahren vom Turnen zum Schwimmen geschickt. Ihrem Trainer damals wird nicht bewusst gewesen sein, dass er ihr damit zehn Jahre später zu einem Ticket für die Olympischen Spiele verhalf. Und vielleicht sogar zu einer Medaille."
(Aus: Nürnberger Zeitung vom 24. Juli 2004)


Teresa Rohmann
Foto: Roland Fengler/NZ
"Die verletzte Lagenspezialistin Teresa Rohmann kann nicht mit nach Montreal
Führerscheinprüfung statt Schwimm-WM
Bei den Olympischen Spielen in Athen im vergangenen Jahr waren drei Nürnberger Schwimmerinnen am Start, bei den Weltmeisterschaften in Montreal, die morgen mit dem Langstreckenschwimmen beginnen, ist nur Daniela Götz dabei (siehe rechts unten). Weltmeisterin Hannah Stockbauer nimmt eine Auszeit, und Teresa Rohmann kann wegen einer Schulterverletzung nicht starten. Die NZ sprach mit dem 18-jährigen Pechvogel von der SSG 81 Erlangen über ihre Verletzung, ihren Schulabschluss und ihre Zukunftsperspektiven.
NZ: Frau Rohmann, auch die WM vor zwei Jahren hatten Sie verpasst. Wegen einer Knieverletzung hatten Sie längere Zeit aussetzen müssen, während Hannah Stockbauer in Barcelona drei Goldmedaillen geholt hatte. Welches WM-Aus ist schlimmer für Sie?
Rohmann: Vor zwei Jahren war es doch ein bisschen schlimmer, weil ich damals operiert werden musste und länger ausgefallen bin. Jetzt kann ich ja wenigstens noch Landtraining machen, Laufen gehen und Krafttraining für die Beine machen. Mein Trainer (Roland Böller, d. Red.) hat mir gesagt, ich soll nicht so traurig sein: Ich habe in der Zwischenzeit meine Schule abgeschlossen und mache jetzt den Führerschein. Ich bin halt etwas unabhängiger, als wenn ich bei der WM in Montreal dabei wäre.
NZ: Vor zwei Jahren sind Sie nach Ihrer Verletzungspause mit überragenden Leistungen ins Schwimmbecken zurückgekehrt. Sie scheinen das alles gut wegstecken zu können. Oder täuscht der Eindruck?
Rohmann: Wenn die Schwimm-Wettkämpfe beginnen, ist es dann doch etwas anderes. Dann denke ich schon dran, wie es gewesen wäre, wenn ich dabei wäre. Wenn Dani (Teamkollegin Daniela Götz, d. Red.) schwimmt, stehe ich auch in der Nacht auf, um mir das anzuschauen. Und die 200 Meter Lagen, meine Paradestrecke, schaue ich mir an.
NZ: Wie lange haben Sie schon Probleme mit Ihrer Schulter?
Rohmann: Der Arm hat schon seit den Süddeutschen Meisterschaften gezogen. Er ist einfach überlastet. Vermutlich habe ich das alles verschleppt, und es ist dadurch immer schlimmer geworden. Ich habe dann vier Mal in der Woche Spritzen gekriegt - aber das hat trotzdem nichts gebracht. Wenn ich es weiter verschleppt hätte, hätte ich vielleicht operiert werden müssen. Der Gesundheit wegen ist es besser, dass ich auf die WM verzichte. Nach den Süddeutschen Meisterschaften hatte ich ja keine Pause, nach den Deutschen Meisterschaften habe ich die Schulter wieder gemerkt und Tabletten genommen. Danach war es besser, aber schon im Trainingslager auf Sardinien ist es wieder ausgebrochen. Nach eineinhalb Wochen habe ich dann das Trainingslager abgebrochen und bin nach Hause geflogen.
NZ: Und was hat ihr Arzt, Albert Güßbacher, zu Ihnen gesagt?
Rohmann: Am Anfang musste ich jeden Tag zu ihm. Jetzt bin ich jeden Tag auf Reha. Dort muss ich Monate lang hin. Aber ich habe ja die Zeit.
NZ: Ab wann werden Sie wieder voll trainieren können?
Rohmann: Ich muss noch mal zu Güßbacher, dann werde ich in der nächsten Zeit wieder ins Wasser gehen. Wenn es doch noch nicht geht, mache ich weiter nur Landtraining bis Mitte August. Dann habe ich zwei Wochen Pause, bevor die neue Saison wieder anfängt. Wenn wir dann Ende August wieder mit dem Training anfangen, gehe ich davon aus, dass ich zur Kurzbahn-Saison im Herbst und Winter wieder dabei bin.
NZ: Was machen Sie in den zwei Wochen Ferien?
Rohmann: In Athen habe ich ein Wochenende für eine Schönheitsfarm geschenkt bekommen. Dort werde ich drei Tage mit meinem Freund hinfahren. Sonst ist nichts geplant. Vielleicht ergibt sich ja spontan noch was. Es ist schön, einfach mehr Zeit für meine Freunde zu haben.
NZ: Wie weit sind Sie mit Ihrem Führerschein?
Rohmann: Theorie habe ich schon ein paar Stunden. Dani hat mir jetzt erst ihre Bögen gegeben, damit ich was lernen kann. Außerdem habe ich schon vier, fünf Praxisstunden. Nächste Woche fahre ich jeden Tag. Bis Mitte August will ich schon fertig sein. Am 28. August fahren Dani und ich zum Training an die Ostsee. Dort bietet der DSV ein Athletikaufbautraining an.
NZ: Ihren Qualifizierten Hauptschulabschluss haben Sie an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule bestanden. Wäre diese Doppelbelastung mit Schwimmen und Schule überhaupt langfristig möglich gewesen? Ihr Fernziel ist ja Olympia 2008 in Peking.
Rohmann: Ich bin schon sehr erleichtert, dass die Schule vorbei ist. Im Olympia-Jahr habe ich ja ein Schuljahr ausgesetzt. Jetzt habe ich einfach mehr Luft. Meine letzte Prüfung war am 1. Juli. Bis dahin musste ich schon sehr viel lernen. Aber es hat sich auch ausgezahlt. Ich habe insgesamt die Note 2,6 bekommen. Am nächsten Freitag kriegen wir die Zeugnisse.
NZ: Was kommt dann? Werden Sie - wie Ihre Mannschaftskollegin Hannah Stockbauer - auch bei Siemens in Erlangen eine Ausbildung beginnen?
Rohmann: Da laufen noch Gespräche. Herr Hopfengärtner (Standortleiter von Siemens in Erlangen; d. Red.) ist noch auf Kur. Danach reden mein Papa, mein Trainer und er darüber. Eine Ausbildung wie Hannah werde ich aber vermutlich nicht machen, zumindest nicht vor den Olympischen Spielen 2008. Eventuell mache ich ein paar Computerkurse, wie das auch Hannah vor ihrer Ausbildung gemacht hat. Die Priorität liegt eindeutig auf Peking. Eine Berufsausbildung ist da schwer nebenher zu machen.
NZ: Haben Sie in dieser Saison weniger trainiert als im Vorjahr, als Sie in der Schule eine Auszeit genommen hatten?
Rohmann: Ja, die Umfänge habe ich reduziert, sogar deutlich. Die Einheiten sind aber gleich geblieben, bis auf vielleicht eine in der Woche, wenn es mit der Schule nicht anders geklappt hätte.
NZ: Sie haben sich kontinuierlich auf Ihren Lagenstrecken verbessert. Über 200 Meter Lagen sind Sie im vergangenen Jahr bei der Kurzbahn-EM Erste, in Athen Fünfte geworden. Hätten Sie vor drei Jahren gedacht, dass Sie es mal zu Olympia schaffen?
Rohmann: Nein, überhaupt nicht. Über so etwas denkt man auch gar nicht nach. Schwimmen ist ja ein Hobby. In Erlangen machen die Trainer es aber schon sehr gut, dass sie einen behutsam aufbauen.
NZ: DSV-Teamchef Ralf Beckmann hat Sie bei den Deutschen Meisterschaften im Mai in Berlin zur Seite genommen und Ihnen gesagt, dass er Sie mittelfristig auch gerne in der 200-Meter-Freistil-Staffel einsetzen würde.
Rohmann: Ich glaube, ich bleibe besser bei meinen Lagensachen. Ich weiß nicht, ob ich schnell genug kraulen kann. Auf 200 Meter gibt es ja viele Gute in Deutschland. Aber wenn Herr Beckmann das sagt . . . Ich könnte es ja mal probieren. Konkrete Pläne gibt es aber nicht. Auch deshalb, weil ich jetzt ja verletzt bin.
NZ: Schmetterling ist nicht gerade Ihre beste Lage, nach hinten heraus werden Sie mit Brust und Freistil immer besser. Welche Lage haben Sie am meisten trainiert: Ihre guten oder Ihre schlechten?
Rohmann: Beides. Bei Schmetterling kann ich jetzt bei Annika Mehlhorn mithalten. Ich bin nicht mehr eine Länge hinter den Guten. Man muss beides einfach ins Gleichgewicht bringen. Da vertraue ich ganz auf meinen Trainer.
Fragen: Markus Kaiser"
(Aus: Nürnberger Zeitung vom 16. Juli 2005)


"Nach Schulterverletzung
Teresa Rohmann beendet Karriere
NÜRNBERG — Schwimmerin Teresa Rohmann von der SSG 81 Erlangen hat ihre Karriere beendet.
Die Olympia-Teilnehmerin aus Athen, die über 200m Lagen Fünfte wurde, hat mit dem Training schon Anfang des Jahres aufgehört. Nach einer langwierigen Schulterverletzung und wegen stärkerer privater Interessen neben dem Schwimmsport hat sich die 20-jährige Nürnbergerin aus der Trainingsgruppe von Roland Böller zurückgezogen. Nach der mehrfachen Weltmeisterin Hannah Stockbauer ist die Lagen-Spezialistin Rohmann die zweite Athletin der SSG 81 Erlangen, die noch in jungen Jahren ihren Rückzug bekanntgegeben hat.
Dass Rohmann mit dem Schwimmen aufgehört hat, ist nichts Neues. Die Nürnbergerin, die im September eine Lehre zur Hotelfachfrau begonnen hat, hatte ihre Entscheidung bisher nur nicht in der Öffentlichkeit bekanntgegeben. In den Nürnberger Medien ist ihr Karriereende daher noch nicht publik geworden.
Teresa Rohmanns größter Erfolg war der Gewinn der Kurzbahn-Europameisterschaft im Jahr 2004 über 200m Lagen. Zwischen 2003 und 2005 holte Rohmann sieben Deutsche Meistertitel über 100, 200 und 400m Lagen. Wegen mehrerer Verletzungen konnte die Nürnbergerin ab Mai 2005 neben Bundesliga-Rennen für Erlangen nur noch einen einzigen Wettkampf absolvieren. Auch an den Weltmeisterschaften 2005, für die sie sich regulär qualifiziert hatte, konnte sie verletzungsbedingt nicht teilnehmen.
Markus Kaiser"
(Aus: Nürnberger Zeitung vom 26. September 2007)