Teufelstisch

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Wanderweg zum Teufelstisch
©: NZ Info-Grafik
Der Teufelstisch ist ein beeindruckendes Naturdenkmal - sozusagen Frankens Antwort auf den Grand Canyon. Es ist im übrigen nicht völlig auszuschließen, dass dieses Naturdenkmal in der Bronzezeit und später bei den Germanen als Kultplatz gedient hat. Darauf weist der Name des Berges hin, an dessen Hang dieser „Steinpilz“ steht. Eberhardsberg könnte eine christliche Version von „Ebersberg“ sein, der Eber hinwiederum war der Göttin Freya heilig. Das ist, wie alles Esoterische, weit hergeholt. Es steht aber jedem frei, hier einen „Kraftplatz“ zu sehen.
©: Magnus Zawodsky/NZ
Ein Brunnen bei Igensdorf, der Zweibeiner wie Vierbeiner zur Rast einlädt.
©: Magnus Zawodsky/NZ

Der Teufelstisch ist eine an einen Tisch errinnernde Felsformation am Hang des Eberhardsberges in der Nähe von Gräfenberg.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Teufelstisch liegt im Gebiet von Igensdorf. Zur Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr eignet sich die Gräfenbergbahn, die am Nürnberger Nordostbahnhof abfährt. Die Wanderung zum Teufelstisch ist eine Wanderung von einem Bahnhof der Gräfenbergbahn zum anderen, nämlich von Gräfenberg nach Igensdorf beziehungsweise Weißenohe.


Andere Teufelstische

In Franken gibt es noch einen weiteren Teufelstisch, der sich bei Markt Zell im Fichtelgebirge befindet. Der Sage nach sollen hier in der Nacht Kobolde und Geister um Gold Karten spielen. Die Abdrücke ihrer eisernen Karten, die von den Geistern mit großer Wucht auf den Felsen geschlagen werden, kann man angeblich auf dem Teufelstisch sehen.

Ähnliche Naturdenkmäler mit der gleichen Bezeichnung finden sich auch im südlichen Pfälzerwald sowie unter der Wasseroberfläche des Bodensees.


Literatur

Artikel in der NZ

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

Wanderung von Gräfenberg nach Igensdorf

Heute wollen wir am Tisch des Teufels tafeln

Von Kerstin Brandt und Magnus Zawodsky
Hoch oben auf dem Berg steht ein Tempelbau. Fast fernöstlich sieht er aus, aber ein eisernes Kreuz schwebt darüber. Das ist das Kriegerdenkmal, welches Gräfenberg indirekt manch Ungemach bereitet hat.
Wir haben die Gräfenbergbahn bis zu ihrer Endstation genommen, jetzt laufen wir über den Bahnhofplatz auf den Berg zu, aber wir steigen nicht die steinernen Stufen direkt vor uns hoch, sondern wir biegen links ab in eine Straße, die fast genau so steil ist und uns mit einer Rechtskurve hinauf führt. Aus dem Schlossgarten spitzt ein riesiges Mobile heraus, gebaut von dem Nürnberger Metallkünstler Hans Carl Busch.
Nun folgen wir links dem Wegweiser Richtung Walkersbrunn. Und schon hier begleitet uns der blaue Strich auf weißem Grund. Wir biegen noch einmal nach links ab, und zwar in den Teufelstischweg, der sinniger Weise an der katholischen Kirche vorbei führt. Rechts von uns stehen ein paar Neubauten mit Weitsicht, dann folgen Unterholz und junger Wald. Links liegen Wiesen, auf denen friedlich Schafe grasen.
Weg
unter Wasser
Wir bewegen uns eine kleine Weile parallel zum Abhang. Das Asphaltsträßchen wird zum Kiesweg, der sich bald darauf gabelt. Wir halten uns rechts am Waldrand und müssen auf unsere Schuhe aufpassen, damit die nicht all zu nass werden, denn das Wasser fließt ohne Bachlauf immer wieder breitflächig über den Weg und sucht sich selber seinen Weg ins Tal hinunter. Ein Schwenk nach rechts. dann steigt der breite Kiesweg (nur für ein kurzes, aber keuchen lassendes Stück) steil an.
Oben auf dem Hochplateau vollziehen wir eine Spitzkehre, und zwar genau beim Wegweiser. Der zeigt sowohl nach Guttenburg wie auch zum Teufelstisch. Die Richtung stimmt, aber dass es bis zum Naturdenkmal nur noch 800 Meter sind, glauben wir dem Wegweiser nicht so ganz. Später finden wir unseren Zweifel bestätigt.
Auf jeden Fall gehen wir scharf links, fast wie zurück. Dann heißt es aufpassen, denn unser Blaustrich, der nach rechts weist, ist überwuchert und leicht zu übersehen. Wir folgen dem Weg nicht mehr, denn er würde uns nach links und damit wieder nach unten führen, sondern wir gehen auf einem unscheinbaren Trampelpfad quer über die grüne Wiese, vorbei an drei alten Kirschbäumen, die in einer Reihe stehen und uns so die Richtung zeigen.
Wieder auf dem Weg angelangt, sehen wir, dass auch wieder gut markiert ist. Ein weiterer Wegweiser zum Teufelstisch gibt uns einen Wink mit den Zaunpfahl. Jetzt auf einmal sind es doch noch anderthalb Kilometer Weges - wir staunen kurz, dann wandern wir weiter. durch einen hellen Buchenmischwald.
Grüne
Kathedrale
Das Spiel von Licht und Schatten zwischen den Stämmen fasziniert uns. Eine heilige Ruhe herrscht hier, die uns daran denken lässt, dass so mancher Mensch zum Thema Religion sagt, sein Gott sei die Natur und sein Tempel der Wald. Worauf einmal ein Pfarrer vergrätzt geantwortet haben soll: Dann lassen Sie sich doch vom Oberförster begraben!
Der Weg hinunter nach Igensdorf kreuzt unseren, aber wir lassen uns vom Blaustrich weiter hinauf geleiten. Ein weiterer Weg kreuzt hier, auf den wir später wieder zurückkommen werden.
Schon grüßen uns bizarre Felsformationen, und dann bricht seine Kontur durchs Geäst: Da ist er, der Teufelstisch. Imposant! Aber ein bisschen schräg. Von der Tafel des Teufels würde dauernd der Wein wegrutschen. Es könnte auch ein Teufelspilz sein, unter dessen Hut man vor Regen geschützt übernachten könnte. Wir krabbeln noch ein bisschen höher, auf 533 Meter, so hoch ist nämlich der Gipfel des Eberhardsberges, und zu dem gehört ein herrliches Felsplateau mit Bank und weitem Blick in die Landschaft.
Stilles Tal
tausend Mal
Wir grüßen das stille Tal tausend Mal, dann machen wir uns wieder an den Abstieg, laufen zunächst in den eigenen Spuren bergab und biegen dann aber rechts in den Weg nach Igensdorf ein, den wir vorhin gekreuzt haben. Er führt uns in einem weiten Linksbogen durch den Wald abwärts und dann mit einer Rechtswendung aus dem Wald hinaus. Begleitet werden wir nach wie vor vom blauen Strich, aber nach Verlassen des Waldes eröffnet sich die Möglichkeit, dem grünen Kreis Richtung Weißenohe zu folgen, zwecks Einkehr. In Richtung Igensdorf hingegen bleiben wir dem Blaustrich treu. Steil bergab geht es durch ein Wäldchen, an dessen Rand, eingebettet ins Grün, ein Ehrenmal für gefallene Soldaten steht. So markieren Gedenkstätten Anfang und Ende unserer Wanderung.
Würden wir blauen Strich und grünen Kreis aus den Augen verlieren, wäre das nicht weiter schlimm. Wir müssen ja nur bergab und können das Tal mit Igensdorf unter uns gut sehen. Und unsere Freundin, die Gräfenbergbahn, hören wir pfeifen.
Weiter geht es anschließend auf der Asphaltstraße, rechts und links liegen Felder und Obstgärten, Erfrischung spendet ein Brunnen mit bronzenem Widderkopf aber nur dem Hund, denn ein Schild belehrt uns: Kein Trinkwasser! Wir biegen links ab in die Forchheimer Straße, finden den Igensdorfer Bahnhof und steigen wieder in die Gräfenbergbahn. Die ganze Wanderung viel bergauf und viel bergab! - war rund sechs bis sieben Kilometer lang.