Thomas Dehler

Aus Franken-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Ungültige Thumbnail-Parameter
Thomas Dehler
Thomas-Dehler-Gedenktafel

Thomas Dehler (* 14. Dezember 1897 in Lichtenfels, † 21. Juli 1967 in Streitberg (damals Landkreis Ebermannstadt) war ein deutscher Politiker. Er gehörte der FDP an. Seit 1927 gehörte er der Freimaurerloge „Zur Verbrüderung an der Regnitz“ an, welche ihren Sitz in Bamberg hat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Thomas Dehler war Sohn des Metzgers- und Gastwirtsehepaares Georg Dehler aus Lichtenfels und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Güttler aus Wachenroth. Nach Schulbesuch in Lichtenfels und Bamberg leistete er seinen Militärdenst in Bamberg ab.

Sein Studium begann Thomas Dehler in München mit dem Fach Medizin, erst später studierte er Rechts- und Gesellschaftswissenschaft; an der Universität Würzburg promovierte er 1920 mit der Dissertation „Die Begründung des Strafurteils.“

Bereits in seiner Studienzeit stand er in Verbindung mit demokratischen Kreisen um Theodor Heuss, Friedrich Naumann und der Deutschen Demokratischen Partei. Auch kandidierte er nach 1922 mehrmals für den Reichstag.

Nach seiner Promovierung schloss sich seine Referendarzeit an, danach war Dehler ab 1924 in München berufstätig und ließ sich 1926 als Rechtsanwalt in Bamberg nieder.

1926 wurde er Mitglied in der Bamberger Freimaurerloge „Zur Verbrüderung an der Regnitz.“ Er war verehelicht mit Irma, geb. Frank, einer Halbjüdin, was ihm den Hass der Nationalsozialisten auf besondere Weise zuzog, da er auch noch als Rechtsvertreter jüdischer und oppositioneller Mitbürger auftrat. Dehler verweigerte den Hitlergruß, was dann einen Strafbefehl nach sich zog.

In Opposition gegen den aufkommenden Nationalsozialismus wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kehrte nach der Befreiung durch die US-Armee im Mai 1945 nach Bamberg zurück.

Am 1. Juni 1945 wurde Thomas Dehler von der Militärregierung zum Landrat ernannt und zusätzlich am 12. Dezember 1945 Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Bamberg.

Durch ihn erreichte die FDP die Zulassung in Ober- und Mittelfranken am 3. November 1945. Gemeinsam mit anderen Liberalen erfolgte der Zusammenschluss der Liberalen in Bayern am 15. Mai 1946.

Noch im Jahr 1945 war er Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung in Bayern als Angehöriger des „Bamberger Bürger-Komitees“ und 1946 des Parlamentarischen Rates.

1946 wurde er zum Generalankläger im Bayerischen Staatsministerium für Sonderaufgaben berufen. Nach Diskrepanzen mit dem damaligen Staatsminister für Entnazifizierung, Alfred Loritz gab er dieses Amt 1947 auf und wurde am 14. Juni 1947 Präsident am OLG Bamberg.

Thomas Dehler erreichte durch seinen Einsatz die Rückgabe des Logenhauses in der Bamberger Franz-Ludwig-Straße 16 an die 1934 enteignete Freimaurerloge „Zur Verbrüderung an der Regnitz“.

In die aktive Politik trat Dehler 1948 ein und gehörte den Bundestag seit seiner Gründung an. Im ersten Kabinett Adenauers 1949-1953 betraute man ihn mit der Leitung des Bundesjustizministeriums. Große Meinungsverschiedenheiten mit Freunden und Gegnern verhinderten seine Wiederberufung in das 2. Kabinett Adenauer. Daraufhin ließ sich Dehler als Rechtsanwalt in Köln nieder. Seine politische Karriere führte er von 1954 bis 1957 als Bundesvorsitzender der FDP und zeitweise auch als Vorsitzender der Bundestagsfraktion fort.

1956 verlieh im seine Heimatstadt Lichtenfels die Ehrenbürgerwürde.

Thomas Dehler verstarb in Streitberg in der Fränkischen Schweiz am 21. Juli 1960 und wurde nach heftigen Diskussionen in seiner Geburtsstadt Lichtenfels mit kirchlichen Zeremonien beigesetzt.

Ehrungen

  • Thomas-Dehler-Stiftung der bayerischen FDP
  • Thomas-Dehler-Haus, Bundesparteizentrale der FDP in Bonn (bis 1999), danach in Berlin
  • Dr.-Thomas-Dehler-Straße in Bamberg
  • Gedenktafel an seinem Geburtshaus zu Lichtenfels
  • Gedenktafel am Hause Willi-Lessing-Straße 4 in Bamberg.
  • Gedenktafel im Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg Altenburger Straße 16
  • Gedenktafel im Justizpalast Bamberg Wilhelmsplatz 1

Nachlass

  • Archiv des Deutschen Liberalismus in Gummersbach
  • Friedrich-Naumann-Stiftung
  • Haus der Deutschen Geschichte, Berlin
  • Bundesjustizministerium
  • Stadtarchiv Bamberg, meist nur Kopien aus den diversen Archiven

Quellen

Stadtarchiv Bamberg D1042

Weblinks