Toni Burghart

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Toni Burghart (* 14. Juni 1928 in Nürnberg, † 28. Dezember 2008 in Nürnberg) war ein Nürnberger Künstler. Er lebte und arbeitete als Maler, Zeichner und ‚gelegentlicher Schreiber‘ in Nürnberg im Stadtteil St. Johannis.

Toni Burghart
© Hagen Gerullis/NZ

Inhaltsverzeichnis

Zum Leben und Wirken

Toni Burghart absolvierte von 1942 bis 1946 in Nürnberg eine Lehre als Lithograph und erhielt 1946 den Gesellenbrief. Von 1947 bis 1950 schloss sich eine Grafikerausbildung an der Fachoberschule für Gestaltung Nürnberg an. 1951/52 folgte ein Studium an der Nürnberger Akademie, damals in Ellingen. Seit 1952 ist er freischaffender Maler und Grafiker in Nürnberg.

Toni Burghart sorgte unter anderem mit heiteren Dürer-Darstellungen, die den alten Meister zum Beispiel als Hasen zeigen, in der Stadt für Diskussionsstoff - nicht immer zu seinen Gunsten. Obwohl Burghart seit Jahrzehnten zu den renommiertesten Künstlern Nürnbergs zählt, wurde er erst im Jahr 1998 mit dem Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet. Einzelausstellungen gab es in Nürnberg, Stuttgart, Barcelona, London,...

Im Jahr 2007 illuminierte Burghart im Rahmen der “Blauen Nacht” die Nürnberger Kaiserburg.

Als Toni Burghart am 28. Dezember 2008 starb, hieß es in der Traueranzeige der Stadt Nürnberg: „Herr Toni Burghart, einer der bekanntesten Nürnberger Künstler der Gegenwart, hat sich bleibende Verdienste um die Stadt und Bürgerschaft erworben.“

Die Trauerfeier fand am Montag, den 5. Januar 2009, um 9.00 Uhr in Nürnberg im Krematorium Westfriedhof, Halle I, statt.

Auszeichnungen

  • 1965 Förderpreis der Stadt Nürnberg
  • 1969 1. Preis der internationalen Graphikausstellung in Ljubljana
  • 1971 Faber-Castell-Reisestipendium
  • 1993 1. Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten
  • 1998 Kulturpreis der Stadt Nürnberg für Malerei
  • 2008 Bürgermedaille der Stadt Nürnberg

Werke (Auswahl)

  • Evang.-Lutherische Gesamtkirchenverwaltung Nürnberg (Hrsg.): Das evangelische Nürnberg. 50 Jahre ev.-luth. Gesamtkirchenverwaltung Nürnberg. 25. April 1914 - 25. April 1964. Textzusammenstellung Kirchenrat Heinrich Schick, Bildauswahl Kirchenbauamt, Graphische Gestaltung Toni Burghart, Nürnberg. Neustadt an der Aisch: Verlag Ph. C. W. Schmidt, ohne Jahr
  • Hans Bertram Bock (Redaktion): Albrecht-Dürer-Almanach. Farb., meist ganzseitige Ill. von Toni Burghart. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 1971, 144 S. (Albrecht-Dürer-Almanach zum 500sten Geburtstag von Albrecht Dürer. Beiträge: Hermann Kesten: Die Gesichter einer Stadt; Ludwig Baer: Die Nürnberger und „Die vier Apostel“; Joachim Kaiser: Kunstverehrung und Selbstkritik; Anton Dieterich: Dürer auf der Iberischen Halblinsel; Hermann Glaser: Albrecht Dürer als germanische Sehnsucht; Hendrik Bebber: An der Schwelle zur Renaissance; Toni Burghart: Willibald und Albrecht albern; Max von Grün: Impressionen eines Außenseiters)
  • Das ist die Dinx! Das ist die Dinx! Sie wissen schon, bei Kairo linx. Nürnberg: Kyrenia-Press, 1980, 80 S., ISBN 3-88517-020-5; 2. Auflage, Nürnberg: Südhanse, 1981, ISBN 3-88691-000-8
  • Individuelle Skizzenbücher. Albrecht-Dürer-Gesellschaft [Kataloggestaltung u. Redaktion: Peter Zitzmann]. Nürnberg: Albrecht-Dürer-Gesellschaft, 1983, 14 S.
  • Buchfink. 28 Gedichte und 25 Original-Linolschnitte. Hersbruck: Original Hersbrucker Bücherwerkstätte, 1983, [36] S.. 25 Ill.
  • Lajos Keresztes, Peter Kampehl, Toni Burghart: Licht, Zeichen, Sprache. Bildband. Nürnberg: Buch- u. Zeitschriften Vertriebs GmbH 1985, 204 S., ISBN 3923917015
  • Werkstattbuch. Texte, Porträts und Ill. von Toni Burghart .... - Hersbruck: Orig. Hersbrucker Bücherwerkstätte, 1999, 35 S.
  • Toni Burghart. Bildband, ca. 70 mehrfarbige Abbildungen, Bilder Toni Burghart. Text Birgit Suk. Fotogr.: Willy Weihreter. Cadolzburg: Ars Vivendi Verlag, 2003, 96 Seiten, ISBN 3-89716-503-1
  • Günter Stössel: Wilhelm Busch aff fränggisch. Zweisprachige Ausgabe. Max und Moritz / Die fromme Helene /Hans Huckebein. Umschlagentwurf: Toni Burghart. Nürnberg: Verlag Edelmann, 2007, 404 S., ISBN 978-3-87191-332-7

Literatur

  • Christian Mückl und Magnus Zawodsky: : 23 Fragen an den Künstler Toni Burghart. »Schönheit is, was heit schön is«. In: Nürnberger Zeitung, vermutlich 2003
  • Birgit Ruf: Der Querdenker mit den vielen Talenten. Toni Burghart widmet sich selbst zum 80. Geburtstag eine Ausstellung In: Nürnberger Nachrichten Nr. 122 vom 28. Mai 2008 - NN
  • Stephanie Siebert: Ausstellung zu Toni Burgharts 80. Geburtstag. Der wandelnde Widerspruch. In: Nürnberger Zeitung Nr. 122 vom 28. Mai 2008, S. 27 - NZ
  • Uschi Assfalg: Verleihung der Bürgermedaillen. «Wir sind Sandkörner». In: Nürnberger Zeitung Nr. 165 vom 17. Juli 2008, S. 10 - NZ
  • Isabel Lauer: Endlich: das erste Buch über Toni Burghart. Der ernste Spaßvogel erzählt. In: Nürnberger Zeitung Nr. 281 vom 2. Dezember 2008, S. 10 - NZ
  • dpa: Nürnberg: Toni Burghart ist tot. Der beliebte Künstler starb im Alter von 80 Jahren. In: Nürnberger Nachrichten vom 29. Dezember 2008 - NN
  • cro: Nürnberger Kulturikone gestorben. Trauer um Toni Burghart. In: Nürnberger Zeitung vom 29. Dezember 2008 - NZ
  • Ein Leben für die Kunst. Bilder von Toni Burghart. In: Nürnberger Zeitung vom 29. Dezember 2008 - NZ
  • Birgit Ruf: Nürnberg: Toni Burghart ist tot. Der Nürnberger Kulturpreisträger, Maler, Grafiker und Poet, ist mit 80 Jahren gestorben. In: Nürnberger Nachrichten vom 30. Dezember 2008, S. 7 - NN
  • Herbert Heinzelmann: Abschied von Toni Burghart. Wahrhaftig ein Künstler der Stadt Nürnberg. In: Nürnberger Zeitung Nr. 303 vom 30. Dezember 2008, S. 3 - NZ
  • Toni Burghart * 14.6.1928, † 28.12.2008. Todesanzeige von Bibi und Michael Burghart, Anita Ramser, Stefanie Morbitzer, Willi List, Iñana und Elena. In: Nürnberger Zeitung Nr. 304 vom 31. Dezember 2008, S. 30
  • Wir trauern um Herrn Toni Burghart, Träger der Bürgermedaille und des Kulturpreises der Stadt Nürnberg. Traueranzeige der Stadt Nürnberg, Der Oberbürgermeister in Vertretung Gebhard Schönfelder, Fraktionsvorsitzender; Die Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner. In: Nürnberger Zeitung Nr. 304 vom 31. Dezember 2008, S. 30
  • Wir haben einen guten Freund verloren. Unsere „Eminenz“ Toni Burghart. Wir trauern um ihn. Seine Freunde von der Hersbrucker Bücherwerkstätte. In: Nürnberger Zeitung Nr. 1 vom 2. Januar 2009, S. 22

Siehe auch

Weblinks

  • Toni Burghart, Biographie mit Foto - artistproof.de
  • Vita von Toni Burghart mit Foto. Kunsttreppe Fulda, Förderkreis Galerie 21 e.V., Fulda - im Netz
  • Toni Burghart in der Galerie Erwin Weigl - im Netz
  • Toni Burghart in der Galerie Görl - im Netz
  • Rezension: Dirk Kruse: Toni Burgharts erster Katalog zum 75. Geburtstag. In: Bayerischer Rundfunk - Studio Franken, 2004 - im Netz

Artikel in der NZ

  • Originaltext! Dieser Text stammt aus der Nürnberger Zeitung, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht editierbar. Das Anlegen weiterer Abschnitte ist aber durchaus erwünscht!

23 Fragen an den Künstler Toni Burghart

 »Schönheit is, was heit schön is« 

NZ:Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass Sie ein Künstler sind?
Toni Burghart: Dass ich einer sein könnte - als Kind.
NZ:Auch Genies haben Hunger: Was haben Sie gestern zu Mittag gegessen?
Burghart: Zwei Butterbrote, eins mit Honig.
NZ:Wo fängt Kunst an und wo hört sie auf?
Burghart: WANNSD KUNST, WANNSD NED KUNST.
NZ:Welche Techniken stehen Ihnen zu Gebote?
Burghart: Zeichnen, Malen, Schreiben.
NZ:Welchen zeitgenössischen Nürnberger Künstler schätzen Sie besonders?
Burghart: Die guten. Weil sie gut sind.
NZ:Was ist der Sinn des Lebens?
Burghart: Das Wie.
NZ:Wie wichtig ist Ihnen die so genannte Hochkultur wie Staatstheater, Opernhaus, Klassische Konzerte?
Burghart: Ich freue mich, dass es sie gibt. Und wer nicht hören will MUSEEN.
NZ:Wie hart ist der Konkurrenzkampf unter Künstlern in Nürnberg?
Burghart: Kratzen, Beißen, Hauen, Stechen.


NZ:Hat man größere Chancen bei den Frauen (resp. Männern), wenn man Künstler ist?
Burghart: Man müsste Klavierspielen können.
NZ:Wie wichtig ist die öffentliche Förderung der Künste?
Burghart: Sehr wichtig.
NZ:Wozu braucht es eine Kunstakademie?
Burghart: Um voneinander zu lernen.
NZ:Beschreiben Sie ihr derzeit schlechtestes Werk - und Ihr bestes?
Burghart: Ich bin da nicht meiner Meinung.
NZ:Haben Sie jemals mit dem Gedanken gespielt, Nürnberg zu verlassen - und warum sind Sie immer noch hier?
Burghart: Klingt ja so, als ob sie mich loshaben wollen! Nein, ich bin hier, weil ich Angst vor der Diaspora habe.
NZ:Wo finden in Nürnberg die besten Ausstellungen statt?
Burghart: Wo die Besten ausstellen.
NZ:Wenn Sie als bildender Künstler noch mal von vorne anfingen - was würden Sie dann alles anders machen?
Burghart: Weiß der Kuckuck.
NZ:Wie haben Sie Ihren Eltern beigebracht, dass Sie Künstler sind?
Burghart: Sanft, aber nachdrücklich.
NZ:Wann nervt Sie Kunst?
Burghart: Mich immer.
NZ:Was ist Stil?
Burghart: Griechisch-Römischer Freistil.
NZ:Lesen Sie Kritiken über Ihre Arbeit?
Burghart: Aber ja!
NZ:Wie finden Kinder Ihre Werke?
Burghart: »Hat der Toni malt.«
NZ:Wie heilig ist Ihnen die Kunst?
Burghart: Die Kunst ist mein, Sonnengesang: Wenn ihr mir kommt mit Sein und Schein/Dann stell ich mein Erscheinen ein.
NZ:Haben Sie Angst vor dem Tod?
Burghart: Wenn man dabei nur nicht sterben müsst!
NZ:Was ist Schönheit?
Burghart: Was heit schön is!
Fragen: Christian Mückl und Magnus Zawodsky