Veit Stoß
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Veit Stoß (*1450 in Horb/Neckar (Baden-Württemberg); † 1533 in Nürnberg) war ein Bildschnitzer und Maler.
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Leben
- Stadtlexikon Nürnberg Der folgende Abschnitt stammt aus dem von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres herausgegebenen Stadtlexikon des Stadtarchivs Nürnberg, ist urheberrechtlich geschützt und deshalb nicht bearbeitbar. Weitere Abschnitte zu diesem Thema sind aber durchaus erwünscht.
Der Bildhauer Stoß wurde 1450 (nach Johann Neudörfer bereits 1438) in Horb/Neckar geboren und starb im Herbst 1533. Sein Grab auf dem Johannisfriedhof trägt die Nr. 268. Genaue Erkenntnisse über seine Lehrzeit und seinen Ausbildungsort liegen nicht vor, doch darf es - aufgrund seiner Gutachtertätigkeit in Bauprozessen und seiner technikgeschichtlichen Meisterleistungen bei der Fertigung von Aufzugswinden für den Marienaltar und 14 Hängeleuchter in Krakau sowie den Engelsgruß in Nürnberg - als sicher angenommen werden, dass er eine fundierte Schulung an einer der oberdeutschen Bauhütten in Straßburg oder Ulm bekommen hat. Das Datum seiner Zuwanderung nach Nürnbeg ist nicht überliefert, wohl aber, dass er hier vor 1476 heiratete. 1477 übersiedelte er nach Krakau und gab sein Nürnberger Bürgerrecht auf. Zwölf Jahre (1477-89) arbeitete er am Hauptaltar der dortigen Marienkirche und schuf parallel dazu 1485 im Auftrag der Schneiderzunft 14 Kirchenleuchter. 1489-96 lebte Stoß als angesehener Bürger am Krakauer Hauptmarkt, genoss seit 1484 Steuerfreiheit und schuf 1491 ein Steinkruzifix, 1493 das Königsgrab für Kasimir IV. Jagiello (1444 bzw. 1447-92) in der Wawel-Kathedrale, dann die Marmorgrabmale für Bischof Petrus de Bnin Moszynski im Dom zu Wloclawek an der Weichsel (1493) und für Erzbischof. Olesznicki (1480-93) in der Kathedrale zu Gnesen (1495). 1496 kehrte Stoß wegen Krankheit und Tod seiner Frau nach Nürnberg zurück und verheiratete sich im folgenden Jahr wieder. 1499 vollendete und signierte er das Epitaph für Paulus Volckamer im Ostchor der Sebalduskirche und kaufte in der Stadt um 800 fl ein Haus in der Prechteslgasse. 1500/03 entstanden der abgegangene Hochaltar für den Bürgerchor der Stadtpfarrkirche in Schwaz, das Kruzifix in der Burgkapelle und die Hausmadonna vom Weinmarkt. Fehlspekulationen mit größeren Geldverlusten führten in der gleichen Zeitspanne zu Urkundenfälschungen, Prozess und Brandmarkung. 1504 floh Stoß trotz der Auflagen des Rats der Stadt Nürnberg zu seinem Schwiegersohn nach Münnerstadt und fasste dort den von Tilmann Riemenschneider geschaffenen und monochrom konzipierten Altar der Pfarrkirche. Die folgende Zeit ist durch immerwährende Auseinandersetzungen zwischen dem Künstler und dem Rat geprägt.
Werke
An Werken entstanden 1506 die Assistenzfiguren (jetzt Sebalduskirche), 1507 das Holzmodell zum Callimachus-Epitaph in Krakau, ein Kruzifix (heute Germanisches Nationalmuseum Nürnberg), seine mögliche Beteiligung am Schwabacher Hochaltar (1503/08) ist nicht geklärt. 1513 folgten das Verkündigungsrelief Langenzenn, sowie mehrere Anläufe zur Mitarbeit am Innsbrucker Maximilian-Grabmal. Weitere Werke sind 1516 die Raffael-Tobias-Gruppe (Jakobskirche, heute Germanisches Nationalmuseum Nürnberg), 1517/18 der Engelsgruß in der Lorenzkirche und das Verkündigungsrelief in der Frauenkirche. Um 1520 schuf er die Kruzifixe für die Sebaldus- und die Lorenzkirche und 1520/23 den so genannten Bamberger Altar, der vom Karmeliterkonvent in Nürnberg, dem sein Sohn Andreas Stoß vorstand, in Auftrag gegeben worden war (heute im Dom zu Bamberg). Der Veit-Stoß-Platz in Gostenhof und die Veit-Stoß-Realschule sind nach ihm benannt.
(Quelle: Stadtlexikon Nürnberg, Autor: Georg Stolz)
Literatur
- Reinhold Schaffer: Andreas Stoß, Sohn des Veit Stoß, und seine gegenreformatorische Tätigkeit. Zugleich: Bonn, Phil. Diss., 1923 [1924]. Breslau: Müller & Seiffert, 1926, XVI, 176 S. (Breslauer Studien zur historischen Theologie; Band 5)
- D. Szczesny: Das Grabmal des Bischof Peter von Bnin in Włocławek [dt. Leslau]. In: Aspekte zu Kunstgeschichte in Mittelalter und Neuzeit, Weimar 1971
- Veit Stoß in Nürnberg. Werke des Meisters und seiner Schule in Nürnberg und Umgebung. Hrsg. vom Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg. [Konzeption u. Red.: Rainer Kahsnitz]. München: Deutscher Kunstverlag, 1983, 366 S., ISBN 3-422-00748-2 (Ausstellungskatalog)
- Leo Weismantel: Gericht über Veit Stoß. Eines ehrsamen Rats heillos unruhigen Bürger. Die Tragödie eines Bildschnitzers. Umschlag-Foto und Schwarzweiß-Aufnahmen: Erich Guttenberger. Sonderausgabe zum Veit-Stoß-Jahr. Neuauflage der Ausgabe von 1939. Nürnberg: Verlag Nürnberger Presse, 1983, 430 S.
- Georg Stolz: Veit Stoß. Bildhauer und Ingenieur. Zwei vorindustrielle Maschinen als Kunstgutzubehör. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg (MVGN) Band 73, 1986, S. 55-61 - MVGN
- Georg Stolz: Stoß, Veit. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. Nürnberg: W. Tümmels Verlag, 1999 - online
- Herbert Heinzelmann: Veit Stoß in historischen Romanen. Der Künstler als Fälscher vor dem Henker. Schön ist er zweifellos, der «Englische Gruß» in der Lorenzkirche. Innerlich, still, friedlich wirkt die Begegnung. In: Nürnberger Zeitung Nr. 42 vom 19. Februar 2008, Nürnberg plus S. + 3
Siehe auch
Weblinks
- Nürnberg-Infos: Matthias Weinrich: Veit Stoß – Bildhauer, Spekulant, Urkundenfälscher, begnadeter Künstler
- Wikipedia: Veit Stoß
- Stadt Nürnberg: Veit Stoß
