Wanderung durchs Steinbachtal

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Ein Tal der Stille, in dem man sich von der Hektik des Alltags besonders gut erholen kann: das Steinbachtal bei Rothenburg ob der Tauber.
  • Franken-Wiki-Spezial! Dieser Eintrag gehört zu den von der NZ gestalteten Franken-Wiki-Spezial-Seiten, enthält Originaltexte und ist deshalb nicht editierbar.

„Wanderung bei Rothenburg ob der Tauber: Der Natur auf der Spur im unberührten Steinbachtal“

Von Alfred Bachmann

Wer vermutet schon, dass sich unweit der turbulenten Stadt Rothenburg ob der Tauber ein Tal der Stille befindet. Es handelt sich um das Steinbachtal nördlich im Bannkreis von Rothenburg gelegen. Im Herzen des Tales befindet sich keinerlei menschliche Ansiedlung, dort führt nur die Natur Regie. Jedem Naturfreund wird das Herz aufgehen, der das Tal das erste Mal durchwandert...


Man ist fasziniert von der üppigen, fast urwaldartigen Pflanzenwelt dieses unter Naturschutz stehenden Tales. Jahreszeitlich unabhängig, kann das geschulte Auge sogar Orchideen zu Gesicht bekommen. Durch dieses Tal führt die nachfolgend beschriebene Wanderung von ungefähr elf Kilometern.

Wir starten am Bahnhaltepunkt Schweinsdorf bei Rothenburg, welcher von Nürnberg mit den VGN-Linien R7, R8 und R82 erreichbar ist. Mit der Blaukreuz-Markierung des Fränkischen Albvereins überschreiten wir nach Westen die Bahnlinie. Dann nehmen wir ein kaum befahrenes Teersträßchen, links und rechts von Feldern gesäumt, unter die Füße. Nach ungefähr einem Kilometer weist uns die Blaukreuz-Markierung, an einer Birke angebracht, die neue Richtung nach links ab in einen Feldweg.

Links unten grüßt der große Lindleinsee herauf. Ihn erreichen wir in wenigen Minuten, welcher von Schilf und Bäumen gesäumt wird. Weiter geht es mit unserer vertrauten Markierung auf einen von Bäumen und Buschwerk begleiteten Pfad. Beim Schild Privatweg verlassen wir den Pfad nach rechts und treffen dann auf einen Wiesenweg. Mit diesem stoßen wir zur B25 vor, linker Hand der kleine Lindleinsee, auf dem Wasservögel ihre Bahnen ziehen. Nun überqueren wir vorsichtig die B25 und streifen das Chausseehaus, früher Zollhaus, heute als Töpferei genutzt.

Nun laufen wir nach links, überqueren ein kleines Brücklein und schwenken beim großen Baum nach rechts auf einen Schotterweg ab. Nach wenigen Schritten beordert uns die Blaukreuz-Markierung nach rechts ab, der wir immer im Tal bleibend bis Steinbach folgen.

Jetzt wandern wir auf einem Trampelpfad durch eine wild wuchernde Natur, deren Herzschlag man hier fühlen kann. Man hat den Eindruck, die Natur will den Weg wieder zurückerobern. Umgefallene bemooste Bäume zeugen von der Unberührtheit des Tales.

Nach wenigen Kilometern überqueren wir rechter Hand ein kleines Brücklein und wandern weiter bachabwärts. Später weitet sich das Tal etwas und wir kommen an eine Furt, die beherzte Wanderer gut bewältigen können. Kurz darauf erreichen wir noch eine Furt, aber hier können wir den Bach auf einem Brücklein überqueren. Auf breiterem Fußweg ziehen wir weiter durch das Tal, bis wir mit den ersten Häusern von Steinbach wieder die Zivilisation erreichen.

Wir durchqueren den Ort und stoßen zur Hauptstraße vor. Dort biegen wir links ab und gehen kurz darauf über eine Brücke. Nach wenigen Metern überqueren wir die Straße. Der Wiesenweg auf der rechten Seite führt zu einer Holzbrücke, die die Tauber überquert.

Jetzt biegen wir links ab und wandern mit der MD-Markierung auf einem Radweg die Tauber aufwärts. Nach kurzer Zeit tangieren wir linker Hand eine Kläranlage und erreichen nach wenigen Kilometern den Ort Dettwang. Der Weg führt direkt an der Kirche vorbei, welche von einer Friedhofsmauer umgeben ist. Kunstsinnige Wanderer sollten sich unbedingt in die Kirche begeben. Das Kirchlein beherbergt einen Altar, der Tilman Riemenschneider zugeschrieben wird.

Danach lässt es sich in Dettwang gut rasten. Nach ausgiebiger Rast führt uns ein Weg hoch nach Rothenburg, wo wir je nach Lust und Laune noch einen kleinen Stadtbummel machen können. Wer meint, er sei noch zu wenig gewandert, der kann jederzeit weiter talaufwärts wandern und dann nach Rothenburg hochsteigen.

Von Rothenburg aus können wir unsere Heimfahrt mit der Bundesbahn stündlich antreten. Wer zur Anreise das eigene Auto benutzt und am Bahnhof in Schweinsdorf abgestellt hat, sollte sich vor Beginn der Wanderung über die Rückfahrmöglichkeiten von Rothenburg nach Schweinsdorf informieren.

Quelle: NZ vom 29.04.2006

Das Franken-Wiki freut sich über Anmerkungen, Berichte und Fotos zu dieser Wanderung, die gerne auf dieser Unterseite eingefügt werden können.


Wanderkarte

(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

Info-Grafik NZ