Werner Heisenberg

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Werner Heisenberg (* 5. Dezember 1901 in Würzburg; † 1. Februar 1976 in München) gilt als einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Von ihm stammt u.a. die "Heisenbergsche Unschärferelation".


Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Werner Heisenberg wurde im Jahr 1901 in Würzburg als Sohn des Byzantinistik-Professors August Heisenberg geboren. Seine Schulzeit absolvierte er erst in Würzburg und später auf einem Gymnasium in München, nachdem die Familie umgezogen war. Schon in Kinderjahren konzentrierte er sich stark auf die Erlangung von inner- und außerschulischem Wissen, was seine Lehrer stark beeindruckte. So beschäftigte er sich schon mit der Physik, als diese in der Schule für ihn noch überhaupt kein Thema war.

1918 wurde er als 16-Jähriger zum Kriegshilfsdienst eingezogen. 1920 machte Heisenberg das Abitur und erhielt in allen Fächern - außer in Deutsch - Bestnoten.

Eigentlich wollte Heisenberg ursprünglich Mathematik statt Physik studieren, scheiterte aber mit dem Anliegen, das Grundstudium überspringen zu dürfen. Er studierte Physik unter Arnold Sommerfeld in München und schloss das Studium nach drei Jahren ab. Anschließend promovierte er über die Stabilität und Turbulenz von Flüssigkeitsströmen. 1924 wurde er Assistent von Max Born in Göttingen und arbeitete später mit Nils Bohr in Kopenhagen. Mit 26 Jahren wurde er 1927 an die Universität Leipzig berufen. Zusammen mit Friedrich Hund beschäftigte er sich vor allem mit der Kernphysik und hielt europaweit beachtete Vorlesungen.

1932 erhielt er den Nobelpreis für Physik.

Von 1942 bis 1945 leitete Heisenberg das Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik und lehrte als Professor an der Berliner Universität. Seine Beteiligung am Uranprojekt des Heereswaffenamtes wurde ihm nach dem Krieg von vielen Wissenschaftlern angekreidet. Heisenberg war zwar anders als etwa Albert Einstein nicht ins Exil gegangen, sah sich aber immer wieder Angriffen der "Deutschen Physik" ausgesetzt, die die Quantenphysik und Relativitätstheorie als "jüdische unterwanderte Physik" ablehnten.

Von 1945 bis 1946 war Heisenberg in Farm Hall in England interniert, wo ihn und weitere deutsche Wissenschaftler wie etwa Carl-Friedrich von Weizsäcker die Nachricht von den ersten Atombombenabwürfen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki erreichte. 1946 erhielt er den Posten des Direktors am Max-Planck-Institut für Physik in Göttingen, das er bis 1958 innehatte. Von 1958 bis 1970 war er Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München.

Die Unschärferelation

Die zweifellos berühmteste Erkenntnis Werner Heisenbergs ist die nach ihm benannte Unschärferelation aus dem Bereich der Quantenphysik (1927. Sie besagt, dass zwei komplementäre Eigenschaften eines Teilchens nicht immer auch zur gleichen Zeit beliebig genau messbar sind. Das bekannteste Eigenschafts-Paar sind Ort und Impuls. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass diese Ungenauigkeit nicht in unzulänglicher Messtechnik begründet liegt, sondern von Natur aus so existiert.


Literatur

  • David C. Cassidy: Werner Heisenberg. Leben und Werk. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1995
  • Werner Heisenberg: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik. München: Piper, 1996 (Serie Piper Bd. 2297), ISBN 978-3-492-22297-6
  • Werner Heisenberg: Physik und Philosophie. Mit e. Beitr. v. Günther Rasche u. Bartel L. van der Waerden, Stuttgart: Hirzel, 2011, ISBN 978-3-7776-2153-1

Siehe auch

Weblinks