Wetter in Franken

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Der tägliche Franken-Wetterbericht aus unserer Wetterstation am Fuße des Walberlas.

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Prognose für den 10. März 2010

Wetterkarte der FU Berlin vom Wochenbeginn. Aus dem Süden rückt Mittelmeer-Tief „Andrea“ an und hoch im Nordwesten lauert „Brigitte“.
Wetterkarte der FU Berlin vom Wochenbeginn. Aus dem Süden rückt Mittelmeer-Tief „Andrea“ an und hoch im Nordwesten lauert „Brigitte“.


Im Interview mit der NZ erklärt der Fernseh-Meteorologe Thomas Ranft heute ziemlich anschaulich, warum sich der Frühling trotz des sonnigen Wetters nicht so recht einfinden mag. Schuld ist, so paradox das klingt, ein Hoch (mit dem Namen „Isidor“). Das sitzt über den Britischen Inseln und schaufelt unablässig kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Für die Schneestürme, die jetzt Spanien so schlimm wie seit 100 Jahren nicht mehr heimgesucht haben, kann „Isidor“ allerdings wenig. Für die ist Tief „Andrea“ verantwortlich, das sich vom Atlantik kommend über Spanien und das Mittelmeer nach und nach wieder in Richtung Norden schiebt und uns heute Abend erreichen dürfte.

Aus der Tatsache, dass ein Hoch für die winterlichen Verhältnisse gerade stehen muss, nun den den Umkehrschluss zu ziehen, dass uns ein Tief den Frühling bringen könnte, ist leider nicht ganz wissenschaftlich. Dennoch, die gute Nachricht Nummer 1, es wird etwas milder. Allerdings bleiben uns die Nachtfröste vorerst erhalten. Hinzu kommt, dass uns „Andrea“ - wenn auch bestimmt nicht in spanischen Ausmaßen - Regen, Wind und Schnee bringen wird. Bereits am frühen Abend wird es im Altmühltal und im fränkischen Seenland zu schneien beginnen. Über Nacht schieben sich die Niederschläge in Richtung Norden bis etwa Oberfranken (am Walberla dürfte es ein paar cm Neuschnee geben). Für Nürnberg erwartet das amerikanische computergestützte Wettermodell GFS (Global Forecast System) 3 cm Neuschnee.

Die nasskalte Witterung dürfte uns vorerst erhalten bleiben, da uns bereits am Wochenende das nächste Tief erreicht (das kommt dann ohne Umweg über das Mittelmeer direkt aus Nordwesten). Glaubt man den Wetter-Computern geht es wohl noch mindestens 10 Tage relativ winterlich weiter. Aber - und das ist die gute Nachricht Nummer 2 - die Wetter-Computer können sich irren.

Noch einmal Auch auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen, aber aus aktuellem Anlass ist es uns noch einmal wichtig, darauf hinzuweisen, dass unser frostiger und zugegebnermaßen hartnäckige Winter kein Indiz dafür ist, dass der Klimawandel gestoppt oder gar nur eine Erfindung von Medien, Meteorologen, Greenpeace und Al Gore sei. Der Klimawandel ist unstrittig und das Wetter wird im Mittel auch weiterhin wärmer. Die letzten zehn Jahre waren die wärmsten seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung vor 130 Jahren. Und auch das zurückliegende Jahr war wärmer als das zuvor und dieses Jahr wird wieder wärmer sein als das davor. Selbst dieser Winter, hierzulande von den Medien bereits als Jahrhundertwinter gefeiert (obwohl er gerade mal der 20.-Kälteste der letzten hundert Jahre - also keineswegs so außergewöhnölich war oder besser ist), wird in der weltweiten Statistik als nicht besonders kalt auffallen. Denn Wetter passiert zwar regional, aber Klima ist global.

Wirklich kalt im Vergleich war dieser Winter lediglich in Mitteleuropa, an der Westküste Nordamerikas und im Norden Asiens. An vielen anderen Orten der Erde - vor allem in den sehr empfindlichen polaren Regionen nördlich des 60. Breitengrades - war der Winter dagegen erneut viel zu warm. Im Süden Grönlands und Nordosten Kanadas zum Beispiel zeigte das Thermometer im Januar im Schnitt sogar 8 Grad wärmer an als im vieljährigen Monatsmittel (ein entsprechendes globales Klimamonitoring gibt es auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes.

Aber auch bei uns wird so ein Winter wie dieser (der uns noch vor 20 Jahren vielleicht als normal vorgekommen wäre) künftig die Ausnahme bleiben. Und vielleicht, wenn es im nächsten Winter von November bis März Dauerregen bei +10 Grad gibt, werden wir zurückschauen und sagen: War das noch ein Winter!


Das aktuelle Wetterbild

Walberla am 10. März, 08.00 Uhr, -3 Grad, heiter.
Walberla am 10. März, 08.00 Uhr, -3 Grad, heiter.

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