Willi Entenmann

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Willi Entenmann (* 25. September 1943 in Benningen am Neckar / Baden-Württemberg; † 3. Januar 2012 in Garmisch-Partenkirchen) war ein Fußballspieler und -trainer, der hauptsächlich für den VfB Stuttgart als Spieler und den 1. FC Nürnberg als Trainer tätig war.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang als Fußballspieler

Entenmann (1,75m; 69 kg) brachte es beim VfB Stuttgart von 1963-1976 auf 237 Bundesliga- sowie acht Zweitligaspiele, wobei er 28 Tore erzielte. Außerdem spielte er 17 mal im DFB-Pokal mit 2 - sowie 12 mal im Europapokal mit 3 geschossenen Toren. 1976 wechselte er zur TSG Backnang, wo er zwei Jahre später auch seine Spielerkarriere beendete. Eine Karriere in der Nationalmannschaft blieb ihm jedoch versagt. 1970 war Entenmann dicht dran an einer Nominierung für die kommende Weltmeisterschaft in Mexiko. Doch Bundestrainer Helmut Schön entschied sich gegen ihn. Hintergrund - Schön fürchtete um das innere Gleichgewicht seines Stars Günter Netzer, den Entenmann in einem Bundesligaspiel kurz zuvor durch drei von ihm erzielte Treffer gegen Netzers Gladbacher quasi vorgeführt hatte. Das Spiel endete 4:4.

Entenmann: „Ich hatte eine Perspektive für die WM in Mexiko. Diese Enttäuschung fesselte mich brutal, bei mir flossen die Tränen“, erinnerte sich Entenmann später in den „Stuttgarter Nachrichten“.

Werdegang als Trainer

In seiner Zeit als Trainer war Entenmann von 1982 bis 1990 beim VfB Stuttgart als Amateur-, Assistenz- und Cheftrainer tätig. 1984 wurde er als Assistenztrainer mit dem VfB deutscher Meister. Anschließend coachte er den 1. FC Nürnberg (1991 bis 1993 und von 1996 bis 1997), erneut die Amateure des VfB Stuttgart (1994 bis 1996), die SpVgg Unterhaching (1997 bis 1998), zweimal den SV Sandhausen (1999/00 und 2002), den VfR Aalen (2000/01) und den SGV Freiberg (2003 bis 2004).

Kurios war vor allem seine Entlassung beim 1. FC Nürnberg im Jahr 1993. Zwei Tage nach einem 2:0 gegen den FC Bayern München musste Entenmann seinen Posten räumen. Bereits vor dem Anpfiff der Partie hatte er von einem Journalisten erfahren, dass er gehen müsse. Der damalige Club-Präsident Gerhard Voack hatte die Entscheidung zur Entlassung angeblich am 50. Geburtstag Entenmanns getroffen, wollte diesen aber nicht an dessen Ehrentag feuern. Zwei Tage später musste Entenmann dann trotz großer Fanproteste gehen.

Nach seiner Entlassung beim Oberligisten SGV Freiberg beendete Entenmann endgültig sein Engagement als Trainer und schlug mit Rücksicht auf seine Familie Angebote aus Georgien oder Dubai aus.

Persönliches

Willi Entenmann wurde stets als korrekter und fairer Sportsmann beschrieben. Überliefert ist auch eine seiner Lieblingsspeisen. Den Spargel holte er während seiner Zeit in Nürnberg teilweise persönlich im Knoblauchsland, dem Gemüseanbaugebiet bei Nürnberg, ab.

Der 68-Jährige starb am 3. Januar 2012 in einem Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen. Entenmann war demnach beim Langlaufen in Österreich zusammengebrochen. Mit dem Hubschrauber wurde er in die Klinik nach Deutschland geflogen. Dort konnten ihm die Ärzte nicht mehr helfen.

Die österreichische Polizei teilte dazu mit, dass ein 68 Jahre alter Mann aus Deutschland zusammen mit seinem Sohn (41 Jahre) einen Tagesausflug im Tannheimer Tal unternommen habe. Gegen Mittag - als er getrennt von seinem Sohn unterwegs war - brach er demnach auf der Loipe zusammen. Nachfolgende Langläufer setzten einen Notruf ab und begannen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Rettungskräfte konnten den Patienten dann zunächst auch reanimieren, wie die Polizei mitteilte. Gegen 14.30 Uhr sei der Patient jedoch im Krankenhaus Garmisch an Herzversagen gestorben.[1]

Entenmann hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Nürnberger Zeitung, 4. Januar 2012: Entenmann: Der Club war ein Geschenk für mich