Wolfgang Riepl

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Wolfgang Riepl war ein Altphilologe, Journalist und Chefredakteur der Nürnberger Zeitung, der 1913 das nach ihm benannte Rieplsche Gesetz formulierte, wonach kein Nachrichten-Medium verschwindet, wenn ein anderes auftaucht.

Inhaltsverzeichnis

Zum Wirken

Der Medienwissenschaftler Professor Dr. Peter Glotz, Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, schrieb:

„Jahrzehntelang haben sich die Zeitungs- und Zeitschriften-Verleger mit dem «Rieplschen Gesetz» getröstet. Wolfgang Riepl war über Jahrzehnte der Chefredakteur der größten Nürnberger Zeitung. Im Jahr 1913 hat er eine geniale Dissertation über «Das Nachrichtenwesen des Altertums» veröffentlicht, mit der er die Kommunikationsgeschichte zwar nicht erfand, aber auf neue Füße stellte.

Riepl schrieb: Es «ergibt sich gewissermaßen als ein Grundgesetz der Entwicklung des Nachrichtenwesens, dass die einfachsten Mittel, Formen und Methoden, wenn sie nur einmal eingebürgert und brauchbar befunden worden sind, auch von den vollkommensten und höchst entwickelten niemals wieder gänzlich und dauernd verdrängt und außer Gebrauch gesetzt werden können, sondern sich neben diesen erhalten, nur dass sie genötigt werden, andere Aufgaben und Verwertungsgebiete aufzusuchen.»

Das «Rieplsche Gesetz» lautet kurz gefasst: Kein neues, höher entwickeltes Medium substituiert ein altes. Und für viele Jahrzehnte erwies sich dieses Gesetz als zutreffend. Marktanteile verschoben sich, aber im Großen und Ganzen verdrängte weder das Radio die Zeitung noch das Fernsehen den Film. «Im Großen und Ganzen» wird auch für das Internet gelten. Doch insbesondere die Zeitungen sind in Bedrängnis geraten – und das nicht nur aufgrund der schwierigen konjunkturellen Lage.“

Publikationen

  • Das Nachrichtenwesen des Altertums mit besonderer Rücksicht auf die Römer. Leipzig; Berlin: Teubner, 1913, XIV, 478 S.
  • Das Nachrichtenwesen des Altertums mit besondere Rücksicht auf die Römer. Reprograf. Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1913. Hildesheim, New York: Olms, 1972, XIV, 478 S., ISBN 3-487-04218-5 Lizenz des Verlages Teubner, Stuttgart

Literatur

  • Lutz M. Hagen: Riepls Gesetz im Online-Zeitalter. Eine Sekundäranalyse über die Grenzen der Substitution von Massenmedien durch das Internet. Mediasprut, Journalismus, 2002 - im Netz
  • Peter Glotz: Herausforderungen an eine neue Zeitungskultur. In: Netzeitung vom 19. Juli 2004 - im Netz
  • Peter Glotz, Robin Meyer-Lucht (Hrsg.): Online gegen Print. Zeitung und Zeitschrift im Wandel. Konstanz: UVK-Verlags-Gesellschaft, 2004, 239 S., ISBN 3-89669-443-X (Medien und Märkte; Band 12), Beiträge teilweise deutsch, teilweise englisch

Weblinks