Zisterzienserkloster Ebrach

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Kloster Ebrach
Kloster Ebrach innen
Klosterkirche Ebrach
Ebrach

Das Kloster Ebrach ist ein ehemaliges Kloster der Zisterzienser in Ebrach in Bayern im Erzbistum Bamberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1127 wurde das Kloster als erstes rechtsrheinisches Zisterzienserkloster in Deutschland durch die Brüder Berno und Richwin, fränkische Edelfreie, im bewaldeten Tal der Mittleren Ebrach gegründet und dem Mutterkloster Morimond unterstellt. Dieses sandte zwölf Mönche mit dem ersten Abt Adam als Gründungskonvent nach Ebrach.

Adam war eine in kirchlichen und weltlichen Kreisen einflussreiche Persönlichkeit und ein Vertrauter des Heiligen Bernhard von Clairvaux. Unter Adam († 1161) erlebte das Kloster eine erste Blütezeit. Sechs Tochterklöster wurden gegründet: Stift Rein/Steiermark (1129), Kloster Heilsbronn (1132), Kloster Langheim (1133), Kloster Nepomuk/Kreis Pilsen(CR) (1145), Kloster Aldersbach/Niederbayern (1146) und Kloster Bildhausen bei Münnerstadt/Ufr.(1158). Umfangreiche Schenkungen des fränkischen Adels begründeten den Wohlstand des Klosters. Zeitweise gehörten über hundert Mönche dem Kloster an, 37 von ihnen wurden als Äbte in andere Abteien berufen, zwei wurden Bischöfe. Die Abtei Ebrach wurde 1803 unter dem Abt Eugen Montag im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die Klosterkirche wurde zur Pfarrkirche. Seit 1851 dienen die Klostergebäude als Haftanstalt.

Klosterbauten

Zunächst waren die Klosterbauten wohl sehr bescheiden. Die neuen Abteigebäude sind allesamt im 18. Jahrhundert entstanden, besonders hervorzuheben sind das Treppenhaus und der Kaisersaal, ein großer Festsaal. Diese können im Rahmen von Führungen, ebenso wie das Klostermuseum, besichtigt werden. Die restlichen Gebäudetrakte dienen der Verwaltung der angrenzenden Justizvollzugsanstalt.

Ehemalige Klosterkirche

Um 1200 begann man mit dem Bau der Michaelskapelle, die heute an das Nordquerhaus der Klosterkirche angrenzt. Es handelt sich um einen kreuzförmigen Bau, dessen einer Kreuzarm zweijochig und damit verlängert angelegt ist. Die Michaelskapelle ist eines der bemerkenswertesten Bauwerke dieser Zeit auf deutschem Boden, da sie zwar in der Gesamterscheinung noch durchaus romanisch verwurzelt ist, aber bereits eine Reihe frühgotischer Formenelemente aus der Bausprache der Zisterzienser (Burgund) zeigt.

Die unregelmäßigen Abmessungen und der unbefriedigende Anschluss an die Klosterkirche lassen eine Reihe von Schlüssen für die Baugeschichte zu, die hier nicht näher ausgeführt werden sollen. Die große Klosterkirche wurde unmittelbar im Anschluss an die Kapelle errichtet und den Heiligen Maria, Johannes Evangelist und Nikolaus geweiht. Sie hat ein typisch zisterziensisches Bauschema: dreischiffige Basilika mit Querhaus und Rechteckchor mit Umgang. Außerdem werden Querhaus und Chor von einem Kapellenkranz (ebenfalls alle rechteckig) begleitet. Die Grundformen der Kirche sind – trotz spätbarocker Überformung durch Materno Bossi – ein eindrucksvolles Beispiel für die frühe Zisterzienserarchitektur in Deutschland.

Der Bauverlauf von Kapelle und Kirche wurde durch eine eingehende Untersuchung der Steinmetzzeichen sehr genau bestimmt. Hauptinitiator vieler Forschungen über das Bauwerk war der Kunsthistoriker Wolfgang Wiemer, der auch die maßgebliche Literatur verfasst hat, auch wenn seine Abhandlungen über mystische Maßverhältnisse, die der Kirche angeblich zu Grunde liegen, mit Skepsis betrachtet werden müssen.

Veranstaltungen

Die Klosterkirche dient als Veranstaltungsort für den Ebracher Musiksommer.

Karte

<googlemap lat="49.846617" lon="10.49675" zoom="14" scale="yes">49.848288, 10.488057, 96157 Ebrach, Kreis Bamberg (Ofr.)</googlemap>

Siehe auch


Literatur

  • Joachim Hotz: Zisterzienserklöster in Oberfranken : Ebrach, Langheim, Sonnefeld, Himmelkron, Schlüsselau, München; Zürich: Schnell & Steiner, 1982, ISBN 3-7954-0842-3
  • Wolfgang Wiemer: Ehemalige Zisterzienserabteikirche Ebrach. Fotos: Constantin Beyer, Regensburg: Schnell & Steiner, (22.Aufl.) 2008, ISBN 978-3-7954-4211-8

Weblinks