Fürther Ronhof

Aus Franken-Wiki
Version vom 8. Dezember 2011, 17:46 Uhr von Turan (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als der Ronhof wird das am 11.September 1910 offiziell eröffnete Stadion in Fürth traditionell im Volksmund bezeichnet. Im Zeichen großer Aufbruchstimmung errichtet, war der Ronhof damals der größte Sportplatz Deutschlands.

Fußball als Massenphänomen:

In der Folge entwickelte sich die 1903 gegründete und drei Jahre später nach der Abspaltung vom TV 1860 Fürth endgültig eigenständige SpVgg Fürth in den Anfangsjahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einem der erfolgreichsten Vereine in Deutschland. 1909 hatte die SpVgg bereits 343 Mitglieder und da der Ruf nach mehr „Wettspielen“ immer dringlicher wurde, forcierten die Mitglieder die Suche nach einem geeigneten Gelände. 1910 wurde schließlich für 32.000 Reichsmark das Grundstück gekauft, auf dem zwei Fußballplätze nebst Laufbahn, ein Tennisplatz, das Klubhaus und Tribünen sowie Umkleidekabinen entstanden. Im ersten Spiel im „Ronhof“ erreichten die Gastgeber gegen den amtierenden Deutschen Meister Karlsruher FV ein 2:2.

Historischer Rückblick:

Bereits 1913 sollte die Tribüne zu klein für den immer größer werdenden Zuschauerandrang sein. Das auf 52 Meter vergrößerte Bauwerk bot nun Platz für 800 Menschen. 1920 wurden Erdwälle aufgeschüttet, um noch mehr Zuschauern Platz bieten zu können. Der riesige Andrang mit hohen fünfstelligen Besucherzahlen führte 1925 dazu, Platzkassen einzurichten. 1926 wurde eine Vortribüne errichtet, bis 1938 wuchs das Fassungsvermögen auf 25.000 Zuschauer. Ein Luftangriff am 21.Februar 1945 zerstörte die Haupttribüne. Erst fünf Jahre später konnte der Neubau mit einem Spiel gegen den TSV 1860 München (4:1) eingeweiht werden. Weil bis 1982 sechs Millionen Mark Schulden angelaufen waren, musste 1983 das Gelände an Playmobil-Chef Horst Brandstätter verkauft werden. Bis 1995 war der Ronhof dem Verfall preisgegeben, ehe durch den Beitritt des TSV Vestenbergsgreuth und die Rückkehr in den Profifußball wieder bessere Zeiten anbrechen sollten. Damit wurde die Modernisierung des Ronhofs sukzessive vorangetrieben.

Neubau:

Der Neubau der Gegengerade, Nord- und Südkurve sowie die Errichtung einer Flutlichtanlage waren die Marksteine der Fortentwicklung. Am 12. Mai 1997 begannen die Bauarbeiten. Nicht einmal 50 Tage später wurde im Ronhof das Playmobil-Stadion eröffnet. Wieder war der TSV 1860 München zu Gast (1:0). 1999 wurde der Eingangsbereich modernisiert, zudem die als Stahlrohrtribüne konzipierte Südkurve dem Stadion angeglichen. Eine Flutlichtanlage rundete in der Saison 1999/2000 das Bild ab. Nach dem Ende der Spielzeit 2007/2008 soll ein weiterer Umbau erfolgen: Die Nordkurve soll ein Dach erhalten, zudem wird die nicht mehr zeitgemäße Haupttribüne durch einen Neubau ersetzt.

Rückblick: „Wie kein anderer Ort in Fürth ist der Ronhof mit Auf- und Abstieg der SpVgg verbunden. Von den Deutschen Meisterschaften in den Jahren 1914, 1926 und 1929 bis zum Abstieg in die Landesliga in der Saison 1986/87, die Entwicklung des Stadions war immer das Spiegelbild von Erfolg und Misserfolg des Kleeblatts“, sagte Fürths damaliger Oberbürgermeister Wilhelm Wenning anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der Spielstätte im Jahre 2000.