Lorenzkirche (Hof an der Saale)

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St. Lorenz


Die Kirche St. Lorenz in Hof an der Saale, die seit dem 16. Jahrhundert evangelisch ist, ist die wichtigste Kirche der Region.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmals erwähnt als Pfarrei wird St. Lorenz im Jahr 1214. Die damals vorhandene Kirche wurde durch den Stadtbrand von 1299 zerstört. Das anschließend wieder aufgebaute Gotteshaus wurde 1392 nach Osten erweitert. Durch den Hussiteneinfall von 1430 wurde die Kirche stark beschädigt. Durch den anhaltende Verfall der Kirche und die Lage außerhalb der Stadtmauer verlor die Pfarrei zu Gunsten der Kirche St. Michael ihre Vorrangstellung. Ein Ablassbrief aus dem Jahr 1467 gebot dem Verfall Einhalt und die Kirche wurde nach Westen erweitert. Diese Erweiterung stellt die heutige Eingangshalle, welche als St. Anna-Kapelle errichtet wurde, dar.

Durch den Markgrafenkrieg von 1553 wurde die außerhalb der Stadt gelegene Kapelle durch Plünderung und Brand beschädigt. Erst im Jahr 1557 erhielt die Kultstätte ihren alten Glanz zurück und wurde zum 100-jährigen Jubiläum der Reformation 1617 restauriert. Bereits zwei Jahre später wurde die St. Anna-Kapelle aufgelassen und als Vorraum gestaltet.

Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) erlitt die Kirche in den Jahren 1632, 1634, 1640 und 1641 starke Schäden und wurde auch geplündert. Bauliche Veränderungen während dieses Religionskrieges war 1639 die Aufsetzung eines Dachreiters und der Einbau der unteren Empore.

Das heutige äußere Aussehen erhielt die Kirche im Jahr 1674. Der Dachreiter wurde abgebrochen und die Eingangshalle, ehemals die St.-Anna-Kapelle, erhielt durch Aufstockung ihre heutige Gestaltung.

Wohl durch das Wachstum der Gemeinde wurde 1696 die obere Empore eingebaut. Die Emporen wurden 1697 bemalt. Auch durch die napoleonische Schreckensherrschaft erlitt die Kirche Schaden. Die Kirche wurde 1813 als Lazarett eingerichtet.

Eine tief greifende Ausgestaltung erfuhr die Kirche im Jahr 1822 durch die Neugestaltung der Inneneinrichtung im klassizistischen Stil. Eingerichtet wurde der Kanzelaltar, die Säulen wurden erneuert und die derzeitige Fensteranordnung geschaffen. Des Weiteren wurde der Treppenturm an der Nordseite zwischen Eingangshalle und dem Kirchenbaukörper abgebrochen. Die Orgel wurde von Heidenreich eingerichtet.

Im Zeitalter des Nazarener-Stils wurde 1889 die Decke und die Empore mit Zeichen des christlichen Glaubens bemalt. Diese künstlerische Ausgestaltung wurde jedoch schon 1915 entfernt.

Die letzte große Umgestaltung erfuhr die Kirche 1947 und 1948 durch die Gestaltung der Decke. Die Decke erhielt Stuck-Kassetten. Die Säulen wurden mit Stuck überzogen und marmoriert. Stucksympole wurden an der ersten Empore angebracht. Die Fenster im Chor wurden geschlossen.

1967 wurde der Turm abgebrochen und in seiner alten Form wieder errichtet. Eine letztmalige Renovierung der Kirche erfolgte 2007. Hier wurde der Innenraum farblich neu gefasst, die Fassade erneuert und Reparaturen am Dach vorgenommen.

Tochterkirchen

Ahornberg, Bad Steben, Berg, Bobenneukirchen, Döbra, Döhlau, Eichigt, Feilitzsch, Frösen, Gefell, Geroldsgrün, Hallerstein, Harra, Helmbrechts, Hirschberg, Issigau, Kautendorf, Kirchgattendorf, Köditz, Konradsreuth, Krebes, Leupoldsgrün, Marlesreuth, Mißlareuth, Münchenreuth, Naila, Oberkotzau, Pilgramsreuth, Posseck, Regnitzlosau, Rehau, Roßbach, Sachsgrün, Schauenstein, Schwarzenbach an der Saale, Schwarzenberg am Wald, Selbitz, Töben, Trogen, Untertriebel, Weißdorf, Wiedersberg, Zedtwitz, Zell

Inneneinrichtung

Das kostbarste Inventar ist sicherlich der 1557 aus der Michaeliskirche hierher tranferierte Altar des hl. Laurentius. Dieser Altar, der zwischen 1480 und 1486 durch eine Stiftung des Domdekans zu Bamberg Hertnid von Stein von einem unbekannten Künstler geschaffen wurde, ist heute im Chor als Wandschmuck zu bestaunen.

Quellen

  • St. Lorenz; ein Rundgang durch die Mutterkirche der Region. Herausgegeben von der Kirchengemeinde St. Lorenz im Juli 2008

Weblinks