Regenwanderung im Rednitzgrund

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Die historischen Häuser der Wassergasse in Stein

Zwischen Totholz und Schlingnattern

Von Clemens Helldörfer


Getreu nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Ausrüstung“ ist Spaß in der freien Natur auch bei Schmuddelwetter möglich. Voraussetzungen sind zum einen funktioneller Regenschutz (leicht, wasserdicht, atmungsaktiv) und zum anderen eine mehr oder weniger „regenkompatible“ Strecke.

Als Beispiel für eine solche Tour haben wir einen Spaziergang durch den Rednitzgrund bei Stein erarbeitet. Weitgehend flach verläuft die Route zu einem Großteil unter Bäumen, die zumindest ein wenig Schutz bieten. Wird das Wetter zu arg, bieten sich mehrere Einkehrmöglichkeiten zum zeitweiligen Rückzug an. Schließlich verläuft der Spaziergang zur Hälfte an der Rednitz entlang, und so ein Fluss bietet bei Regenwetter ganz besondere „Wasserspiele“.

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der Gerasmühler Straße, die man über die Nürnberger bzw. Steiner Hauptstraße erreicht. Von dort gehen wir erst wieder die Gerasmühler Straße zurück, biegen an der Hauptstraße rechts ab und schwenken direkt am Fluss rechts in die Alte Wassergasse ein. Der kleine Umweg lohnt sich bestimmt, denn das in den 1979–1982 restaurierte Wohnhaus-Ensemble aus dem 18./19. Jahrhundert ist ein echter Hingucker.

Direkt am Fluss laufen wir weiter, passieren unseren Parkplatz erneut und biegen dann auf Höhe eines großen Spielplatzes links ab, wieder direkt zum Fluss. Große Bäume empfangen uns, links rauscht das Wasser und malerische Buchten tun sich auf. Nach einer Weile beginnt ein Auwald-Lehrpfad, der über das mannigfache Leben in „toten“ Wurzelstöcken und Baumstämmen informiert. Ein Schild informiert den Wanderer, dass hier viel wertvoller Lebensraum für Insekten, Pilze und andere Lebensformen vorhanden ist, dass man aber auf der anderen Seite auch sein Augenmerk auf möglicherweise herabfallende Äste richten sollte. Noch mehr gefährdet sind allerdings die Käfer, die sich Totholz als ökologische Nische ausgesucht haben: Durch die flächendeckende Bewirtschaftung von Wäldern sind über 60 Prozent dieser Arten akut gefährdet.

Wasserlandschaft an der Rednitz

Dann schwenkt der Fußweg wieder auf die hier für den Autoverkehr gesperrte Gerasmühler Straße ein, der wir bis zur Gerasmühle folgen. Hier lohnt es sich, ein wenig umherzustreifen und die historischen Gebäude unter die Lupe zu nehmen. Die aus einem historischen Hammerwerk entstandene kleine Ortschaft ist ein pittoreskes Zeugnis der hiesigen frühen Industriegeschichte und erinnert ein wenig an das alte Industriegut Hammer bei Laufamholz.

Hier bietet sich auch ein „Einkehrschwung“ an, in der Gerasmühler Gaststätte „Winzerhof-Weinstuben“. Gestärkt geht es auf dem Hinweg wieder zurück, bis wir, der Beschilderung in Richtung „Freiland-Terrarium“ folgend, links abbiegen. Hier besteht von Mai bis September die Gelegenheit, am Wochenende und am Feiertag einheimische Lurche, Fische, Kriechtiere, Kräuter und Wildpflanzen zu bestaunen. Betrieben wird die mit viel Liebe eingerichtete und gepflegte Anlage von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg. Die Vielfalt der hier zu sehenden Arten reicht von Landschildkröten über Frösche bis hin zu Eidechsen, Schlangen und großen Fischen. Mindestens genauso sehenswert wie die tierischen Bewohner der Anlage ist der Wildpflanzengarten und das Sumpfbiotop. Der Rückweg führt uns wieder über die Gerasmühler Straße zurück zum Ausgangspunkt. Wer jetzt noch aktionslustig ist, dem bietet sich in Stein ein reichhaltiges Angebot: In direkter Nähe befinden sich das Faber-Castell’sche Schloss und das Minenmuseum, im dem die Geschichte der historischen und modernen Stiftproduktion vermittelt werden.


Karte


Hinweis
Außer dieser Darstellung lassen sich im Menü rechts auch viele andere Formate wie Open Street Map oder Google Earth auswählen, im linken Menü kann die Strecke z.B. als Route oder Track für mobile Navigationsgeräte heruntergeladen werden. Durch Anklicken von „Details“ erhält man beim Tourenportal Gpsies.com zusätzliche Informationen und Optionen. Weitere Hilfe dazu gibt es im Gpsies-Wiki.