Volker Schneller

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Volker Schneller
Foto: Roland Fengler/NZ

Volker Schneller, geboren am 28. Oktober 1938, war von März 2002 bis Januar 2004 Trainer des damaligen Handball-Zweitligisten HC Erlangen und wurde im Jahr 1966 Handball-Weltmeister. Heute lebt Schneller in Herzogenaurach.


Karriere als Handballer

Zu Volker Schnellers aktiver Zeit wurde in Deutschland noch vor Zehntausenden Zuschauern auf dem Feld Handball gespielt. Mit dem TSV Ansbach wurde der 1,72 Meter große Linkshänder 1960 und 1962 Deutscher Meister (Schneller in der NZ: "Der TSV Ansbach war der Inbegriff einer fantastischen Einstellung, von Siegeswillen und Kameradschaft"), mit der Nationalmannschaft 1966 sogar Weltmeister. Insgesamt kam Schneller auf 27 A-Länderspiele und sieben Einsätze im B-Team. Zusammen mit den Porzner-Brüdern - vor allem mit dem aus seiner Sicht besten deutschen Handballer Erwin Porzner - mischte Schneller so manche gestandene Abwehrreihe auf. Seine handballerische Ausbildung hatte Schneller beim TSB Flensburg erhalten, mit dem er mehrere norddeutsche Titel gewann. Nebenbei spielte Schneller in der Landesauswahl Schleswig-Holsteins als Fußball-Torwart. Er wurde aber letztlich als zu klein befunden und konzentrierte sich daher vollständig auf den Handballsport. Im Jahr 1960 ist Schneller von Flensburg nach Franken gezogen.


Karriere als Trainer

Volker Schneller
Foto: Roland Fengler/NZ

In den 70er Jahren war Schneller Bundestrainer der Frauen (1972 bis 1975). Mit der Jugend und den Frauen von Tuspo Nürnberg, dem 1. FC Nürnberg und Bayer 04 Leverkusen war Schneller mehrmals Deutscher Meister. 1985 gewann er in Leverkusen sogar das Double (Pokalsieg und Meisterschaft). Weitere Stationen waren der Turnerbund Erlangen (ab 1968 als Spielertrainer) und der TSV 1846 Nürnberg.

Die Männer von Tuspo Nürnberg führte Schneller von der Landesliga bis zum Jahr 1981 in die Bundesliga. Zusammen mit Gerd Stulle musste er 1983 zur Rückrunde gehen. Die Mannschaft stieg aber dennoch ab. Im Jahr 1986 wurde Schneller mit den Männern von Bayer Leverkusen Vizemeister der Zweiten Bundesliga Nord.

Als Trainer beim TS Herzogenaurach lernte Schneller den versierten Abwehrspieler Norbert Münch kennen, mit dem er später beim HC Erlangen ein Trainergespann bildete.


Trainertätigkeit beim HC Erlangen

Im März 2002 kam Volker Schneller zur CSG Erlangen als Nachfolger der Spielertrainer Roland Wunder und Chris Reichel, die beide nacheinander zurückgetreten waren. Die CSG befand sich damals in einer fast hoffnugslosen Lage und kämpfte gegen den Abstieg in der Zweiten Bundesliga Süd. Die Nürnberger Zeitung bezeichnete Schneller in einem Porträt am 30. April 2002 als "das wohl bekannteste Trainer-Urgestein der Region". Im zur Seite gestellt wurde der ehemalige Erlanger Spieler Norbert Münch. "Volker Schneller ist der Denker und Lenker im Hintergrund, Norbert Münch ist der Mann, der sich der Öffentlichkeit stellt", schrieb die NZ weiter. "Ein bisschen erinnert das Gespann, das erst nach dem Rücktritt von Spielertrainer Chris Reichel geholt wurde, an das des Filmhändlers Leo Kirch und seines Vize Dieter Hahn. Kirch, selbst öffentlichkeitsscheu, ließ immer gerne seinen Stellvertreter und guten Freund in den Medien erscheinen. Er selbst zog die Fäden im Hintergrund. Nicht viel anders ist es bei den Freunden Schneller und Münch."

Noch während der Saison 2003/2004, in der die Erlanger Mannschaft erstmals unter dem Namen HC Erlangen als Fusionsverein firmierte, kam das sportliche Ende für Volker Schneller. Schon vor Saisonbeginn hatte er am 14. Junin 2003 in einem NZ-Interview gewarnt: "Die Saison wird wesentlich schwerer als die vergangene. Die Liga wird deutlich stärker, weil die 17 Mitbewerber trotz der wirtschaftlich schlechten Situation granatenmäßig aufrüsten." Im November wurde ihm der ehemalige Erlanger Rückraumspieler Mathias Bracher als Co-Trainer zur Seite gestellt, der ihn Ende Januar 2001 nach einer 24:25-Niederlage gegen den EHV Aue (trotz eines Neun-Tore-Vorsprungs) komplett ablöste. Erlangen war zu diesem Zeitpunkt mit 6:32 Punkten Schlusslicht der Zweiten Bundesliga. HC-Präsident Günther Egelseer teilte damals der NZ mit, die Trennung sei "im beiderseitigen Einvernehmen" erfolgt. Auch mit Bracher schaffte der HC den Klassenerhalt nicht und stieg in die Regionalliga Süd ab, in der er noch heute spielt.