Zeil am Main

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Zeil am Main
Ortstyp Stadt
Landkreis Haßberge
Regierungsbezirk Unterfranken
Bundesland Bayern
Höhe 226 m ü. NN
Fläche 35,75 km²
Einwohner 5.574 (31. Dez. 2011)
Gemeindeschlüssel 09674221
KFZ-Kennzeichen HAS
Anschrift der Verwaltung Marktplatz 8
97475 Zeil am Main
Telefon 09524 949-0
Website http://www.zeil-am-main.de/
Bürgermeister Thomas Stadelmann
Zeiler Wappen

Zeil am Main ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Haßberge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmals 1018 urkundlich erwähnt, entwickelte sich der Ort als Exklave des Hochstifts Bamberg zu einer kleinen Stadt, die aus Ackerbau und Viezucht, Obst- und Weinbau, aber auch aus der vielseitigen Verarbeitung des Mainsandsteins den Lebensunterhalt für ihre Bürger zog. Im Jahr 1379 verleiht der Bamberger Bischof Lamprecht von Prun das Stadtrecht an Zeil. 1397 wird der Stadt die Abhaltung dreier öffentlicher Märkte im Jahr zugestanden. Im frühen 15. Jahrhundert wird die Annakapelle erbaut. 1499 wird die Zeiler Schützengesellschaft gegründet. Im Bauernkrieg 1525 schließen sich die Zeiler Bürger den aufständischen Bauern an. Die Burg Schmachtenberg wird ausgebrannt, bevor sie 1550 endgültig zerstört wird. 1554 wird Zeil von Truppen des Markgrafen Alcibiades im Markgrafenkrieg geplündert und gebrandschatzt. Im Jahre 1631 nehmen schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg die Stadt ein.

Ende des 17. Jahrhunderts wird aus den Steinen der zerstörten Schmachtenburg das bischöfliche Jagdschloss anstelle einer alten Burganlage neben dem Stadtturm errichtet. In den Jahren von 1712 bis 1732 wird die Zeiler Stadtpfarrkirche St. Michael erbaut. Der Aufbruch in die Neuzeit und die Industrialisierung begann 1852 mit dem Anschluss an die neue Eisenbahnlinie. Viele Betriebe kamen in die Stadt, von denen heute allerdings nur noch wenige existieren. 1960 geht in Zeil eine Zuckerfabrik in Betrieb. Die Einwohnerzahl stieg, da nach dem Zweiten Weltkrieg in Zeil mehr als tausend Flüchtlinge unterkamen.

Sehenswürdigkeiten

Zeiler Käppele

Zeiler Käppele auf Berghöhe

Der fürstbischöflich-bambergische Steuereinnehmer und Ratsherr in Zeil, Johann Wernhammer, stiftete 1727 den Bau einer kleinen Maria-Hilf-Kapelle. Der Neubau der jetzigen Kapelle als Marienheiligtum mit Lourdeskapelle erfolgte in den Jahren 1894-1897. Renovierungsarbeiten wurden in den Jahren 1955 und 1995 bis 1997 durchgeführt. Das „Zeiler Käppele“ ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Von hier aus erhält man einen weiten Rundblick auf die Stadt, über das Maintal bis zum Steigerwald, nach Norden zur Rhön, nach Osten vom Feldaltar aus nach Bamberg und zum Frankenjura. Der Kapellenberg war früher Standort des Castrum Cilanum, der Zeiler Burg. Südostlich liegt Schmachtenberg mit dem Talschloss, überragt von der Burgruine Schmachtenberg, die im Wald versteckt ist und eine große Burganlage mit zum Teil erhaltenen Turm- und Mauerresten ist. Dieses wurde Ende 16. Jahrhunderts aufgelasssen, als der Amtssitz nach Zeil verlegt wurde.

Zeiler Hexenturm

Die Besonderheit der Geschichte der Hexenverfolgung in Zeil am Main als Richtstätte des Hochstifts Bamberg und die Tatsache, dass in Zeil über 400 „Hexen“ verbrannt wurden, haben die Stadt Zeil am Main veranlasst, eine Dokumentation über die Hexenverfolgung aufzubauen. Zahlreiche Dokumente, wie das Tagebuch des Johann Langhans, der selbst Opfer wurde, Briefe und Protokolle der Vernehmungen und Folterungen der betroffenen Menschen machen dies möglich. In Zusammenarbeit mit der Städtebauförderung, dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Bezirk Unterfranken, dem LEADER-Projekt der Europäischen Union und Professor Dr. Günter Dippold ist dieses Dokumentationszentrum „Zeiler Hexenturm“ entstanden. BR Beitrag 21.11.2011 BR Beitrag 17.11.2011


Fotomuseum

Frankens größtes Museum zur Geschichte von Film- und Fotografie präsentiert in drei Räumen, auf 250 Quadratmetern in 30 Vitrinen 700 Kameras und 2500 weitere Ausstellungsstücke. Die im November 1993 eröffnete „Kamerapflege- und Bewahranstalt“ befindet sich im Caritashaus, einer einstigen Altenpflege- und Kinderbewahranstalt. Der erste Raum ist der Geschichte der Photographie von den Anfängen bis zu unseren modernen Autofocuskameras und dem neuen APS-Photosystem gewidmet. Ausgestellt sind die Voigtländer Metallkamera von 1840, eine Nassplattenkamera von 1860 und zahlreiche Reisekameras für Trockenplatten. Neben Detektivkameras, Zweiäugigen Spiegelreflexkameras, den Fotoapparaten für Glasplatten und Rollfilm wird die Entwicklung der Amateurfotografie anhand der Geschichte der Boxkamera ausführlich dargestellt.

Kath. Pfarrkirche St. Michael und Annakapelle

Katholische Stadtpfarrkirche mit Fünfknopfturm aus dem Jahre 1713/32. Enthält spätbarocke Altäre, weißgefasste barocke Lindenholzfiguren, wertvolle Deckengemälde von J.P. Herrlein und Stuckarbeiten von P. Hellmuth, spätgotische Holzfiguren von St. Laurentius und St. Urban. Im Turm, in der ehemaligen Sakristei befinden sich Fresken aus dem 14. Jahrhundert. An der Südseite des Langhauses Ölbergkapelle mit lebensgroßen Sandsteinfiguren. Die St.-Anna-Kapelle steht südöstlich der Pfarrkirche. Das Untergeschoß war früher Ossarium und wure 1983 renoviert.

Zeiler Marktplatz

Marktplatz mit Rathaus und Fachwerkhäusern

Die „gute Stube“ der Stadt. Ein spätgotisches Rathaus mit der Jahreszahl 1540. An der Ecke des Rathauses liegt ein Pranger und eine Bamberger Elle an. Dem Rathaus gegenüber steht das ehemalige Rosenbergische Zehnthaus, das dem Barockbaumeister Johann Jacob Michael Küchel zugeschrieben wird. Erbaut hat es 1749 der Zeiler Maurer- und Steinhauermeister Jacob Reutig mit seinen Gesellen. Daneben steht das katholische Pfarrhaus im klassizistischen Stil.

Stadtmauer

Von der Südfront der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Stadtmauer hat man den sogenannten „Stadtmauerblick“. Innen sind noch einige Tragböden des Wehrganges zu erkennen. Die Front ist durchbrochen durch Schalentürme. Der Mauer vorgelagert liegen die Grabengärten, der verlandete Stadtgraben. Der Blick nach Nordwesten zeigt das Finanzamt.

Naturpark Haßberge

Die Gemarkung der Stadt Zeil enthält viele ökologisch wertvolle Flächen, diese werden im Naturpark Haßberge geschützt. Rund um die Stadt Zeil gibt es mehrere Naturschutzgebiete.

Freyung

Die Speiersgasse, umrahmt von verschiedenartigen Fachwerkhäusern, leitet zur „Alten Freyung“ die heute als Brauerei Göller bekannt ist. Diese trägt Wappen mit Kaiserpaar und Bamberger Dom und darunter ein Leupoldwappen mit drei Hahnenköpfen. Ein Spruch weist auf die ehemalige Funktion einer Freistatt hin. Gegenüber befindet sich die ehemalige Synagoge.

Alter Friedhof und Kriegergedächtnisstätte

An der Außenwand der Friedhofsmauer befindet sich die Golgathakapelle aus dem Jahr 1617 aus der Renaissance mit gotisierendem Maßwerk. Diese enthält Sandsteinfiguren in Lebensgröße. Neben der Golgathakapelle befindet sich ein Zugang zum Friedhof durch ein Renaissanceportal aus dem Jahre 1623. Die Golgathakapelle ist eingefügt in die vorgelagerte, 1962 geweihte Kriegergedächtnisstätte.

Wirtschaft

Landwirtschaft

Ein traditioneller Zweig der Landwirtschaft, der Weinbau ist auch heute noch in Zeil lebendig. Die ortsansässigen Winzer sind stolz auf ihre Erzeugnisse die an den Berghängen rund um die Stadt reifen. Das sommerliche Weinfest in der Altstadt ist der Höhepunkt im Veranstaltungsjahr. Aber auch das Zeiler Bier der Brauerei Göller hat den Namen der Stadt in Franken bekannter gemacht.

Weinanbau

Der Weinbau in Zeil hat eine alte Tradition. Bereits um 1018 betrieben die Mönche des Bamberger Klosters Michelsberg den Weinbau in der Zeiler Flur. Auch das 1119 gegründete Kloster Michelfeld/Oberpfalz ließ in Zeil Wein anbauen. Schließlich war es der Ebracher Abt Alberich Degen, der im 17. Jahrhundert mit den Zisterziensermönchen maßgeblichen Anteil an der Verbreitung der Silvanerrebe in Franken hatte. Bis zum Dreißigjährigen Krieg waren die Berghänge rings um Zeil mit Reben bepflanzt. Für den Weinbau besonders bedeutsam war dann die Einführung der Silvanerrebe 1665. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr der Weinbau in Zeil durch eine Weinbergsbereinigung einen Aufschwung. Dadurch kam es zu einer Verbesserung des Weinbaues und seiner Vermarktung. Heute werden die Weine von fachlich geschulten Kellermeistern der Gebietswinzergenossenschaft Franken in Repperndorf ausgebaut und haben schon mehrere Medallien gewonnen.
Zeiler Weinfest 2010

Zeiler Weinfest

Unter dem Motto „Fachwerk, Frohsinn, Frankenwein“ veranstalten die Zeiler alljährlich ihr beliebtes Altstadt-Weinfest. Es fand 2012 bereits zum 28. Mal statt. Immer wird Anfang August, also vom Samstag bis Montag auf dem historischen Marktplatz und den umliegenden Straßen gefeiert. Die Innenstadt ist für den gesamten Verkehr gesperrt, der südlich der Stadt umgeleitet wird. Dadurch ist gewährleistet, dass das Altstadt-Weinfest im mittelalterlichen Fachwerkstädtchen seinen besonderen Reiz behält. Die Fachwerkromantik, Zeiler Weine und Zeiler Spezialitäten lassen diese Weintage zu Festtagen werden.


Industrie

Der Zusammenbruch des Möbelwerkes Milewski als einer der größten Arbeitgeber in der näheren Umgebung Mitte der 1990er-Jahre verbunden mit dem Verlust von über 1.000 Arbeitsplätzen war für die strukturschwache Region und die Stadt Zeil insbesonders ein schwerer Schlag. Im Dezember 2001 wurden die letzten Zuckerrüben in Zeil verarbeitet. Zum Jahresende wurde die Zuckerfabrik geschlossen - wegen Überproduktion innerhalb des Südzucker-Konzerns.

Stadtteile

Im Bischofsheim, hoch über der Stadt gelegen, findet man einen Ausgangspunkt für Wanderungen. Selbst wenn im Maintal der Schnee schon geschmolzen ist, liegt das Dorf eingeschneit zwischen den Hügeln. Es liegt umschlossen von Wald auf einer Hochebene in den Haßbergen, mitten in einem Netz von Wald- und Flurwegen.

Das Dorf Krum ist 3 km nördlich der Stadt gelegen. Waldumsäumt liegt Krum im Tal des Krumbachs. Dieses Rinnsal entspringt auf Königsberger Gebiet und wird im späteren Verlauf als "Altach" in den Main münden.

Schmachtenberg ist der der Stadt am nächsten gelegene Stadtteil, er ist mit der Stadt zusammengewachsen. Im Laufe der Zeit haben sich die Häuser den Berg weit hinaufgeschoben, und inmitten von ihnen liegt das Schloss Schmachtenberg. Und gleich gegenüber nimmt der Weinwanderweg Abt-Degen-Steig seinen Anfang.

Den nördlichsten Punkt des Stadtgebietes stellt die Siedlung Sechsthal dar. Sie liegt abseits der Straße an dem Fluss Krumbach, das im nahen Altershausen seinen Ursprung findet. In dem Ort gibt es überwiegend Bauernhöfe und kaum.

Ziegelanger liegt am Fuße der Weinberge. Erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde dort die Dorfkirche errichtet. Sie gehört zur Pfarreiengemeinschaft "Am Weinstock Jesu".

Nachbarorte


Weblinks

Karte

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